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Jagdgenossen vermissen Flächen für Feldhasen

Marder und Waschbären bereiten Jägern Verdruss

HEESSEN/BAD EILSEN/BUCHHOLZ. Seitdem wieder mehr Uhus hier leben, sind Wildkaninchen nicht mehr vorhanden, obwohl sie von den Jägern seit Jahren geschont werden. Dieses erklärte Friedhelm Baule, neben Ingo Linnenkamp, Gerhard Hasse und Uwe Meier Jagdpächter im Bereich der Jagdgenossenschaft Heeßen-Bad Eilsen-Buchholz.

veröffentlicht am 29.04.2019 um 15:40 Uhr

Friedhelm Baule führt ein Gerät vor, das mit optischen und akustischen Signalen das Wild abhalten soll, Schäden auf landwirtschaftlichen Flächen zu verursachen. Foto: möh

Autor:

Cord-Heinrich Möhle
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HEESSEN/BAD EILSEN/BUCHHOLZ. Baule: „Der Vogel fordert schließlich auch sein Recht auf Nahrung.“ Dafür habe sich die Zahl der Hasen leicht erhöht. Trotz dieser Tendenz beklagen die Jäger dennoch, dass es in ihrem Revier keine artgerechten und beruhigten Flächen für die Feldhasen gebe.

Die vier Jäger, deren Revier 550 Hektar groß ist, von denen aber nur 290 Hektar als bejagbar gelten, informieren die Mitglieder der Jagdgenossenschaft traditionell über das Geschehen im Jagdjahr. So bezeichnen sie den Rehwildbestand als zufriedenstellend. Allerdings hätten sie beobachtet, dass das Rehwild immer „heimlicher werde und immer später austrete“. Woran das liegt, könnten sie sich selbst nicht so richtig erklären. Die Jäger, so ihr Sprecher Friedhelm Baule, bedauern zudem, dass viele Rehe auf den Straßen überfahren werden, im vergangenen Jahr gleich sechs an der Zahl.

Während der Bestand der Ringeltauben gut ist und Elstern sowie Krähen reichlich vorhanden sind, gibt es dagegen im Revier weniger Enten. Die Jäger führen es darauf zurück, dass an der Aue immer mehr Spaziergänger, auch mit Hunden, unterwegs seien und die Enten sich wahrscheinlich beim Brüten gestört fühlten. Sie appellieren daher an die Hundebesitzer, während der Brut- und Setzzeit unbedingt ihre Lieblinge an der Leine zu lassen.

Auch wenn die Tierchen recht possierlich sind, können sie viel Ärger verursachen. Hierbei handelt es sich um die Marder, die es im heimischen Bereich reichlich gibt. Und Baule berichtet von vielen Anrufen von Hausbesitzern, auf deren Dachböden die Tiere in der Nacht richtig Randale veranstalteten.

Auch Waschbären treten wieder vermehrt auf, nachdem sie in den vergangenen Jahren durch die Staupe (Krankheit) dezimiert worden seien. Die Klagen von Bürgerinnen und Bürgern über Störungen nähmen ebenfalls zu. Die Jäger berichteten von einem Haus, auf dessen Dach ein Waschbär sogar die Ziegel hochgeschoben habe, um in das Innere des Gebäudes zu gelangen.

Im Berichtsjahr erlegten die vier Jäger 38 Tiere. Weitere 28 starben an einer Krankheit, wurden selbst von einem anderen Tier erlegt oder auf den Straßen überfahren.

Die Jagdpächter sind aber nicht nur auf der Jagd, sondern beschäftigen sich auch mit vielen pflegerischen Maßnahmen für den Naturschutz und für das Revier. So kümmerten sie sich um die Nistkästen, arbeiteten an den vorhandenen Teichen und auch den Streuobstwiesen, schnitten Hecken zurück, pflanzten Bäume und schleppten Wiesen ab. Außerdem stellten sie Wildscheuchen zum Schutz vor Wildschweinschäden auf, errichteten neue Hochsitze und stellten neue Leitern auf bzw. setzten die alten instand.




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