weather-image
21°

Alles geritzt

Martina Grandhomme zeigt Radierungen in der Wandelhalle

BAD EILSEN. Martina Grandhomme hat die große Begabung, den tierischen Motiven ihrer Bilder typisch menschliche Eigenarten ins Gesicht zu zeichnen. Dadurch entstehen humoristisch satirische Werke, deren Situationskomik einfach Spaß macht. Zurzeit sind einige ihrer Werke in der Wandelhalle der Reha-Klinik Bad Eilsen zu sehen.

veröffentlicht am 11.04.2019 um 12:58 Uhr
aktualisiert am 11.04.2019 um 16:50 Uhr

Schon von Jugend an wusste die in Bad Eilsen geboren Martina Grandhomme, dass sie eine künstlerische Laufbahn anstreben wollte. Zurzeit sind einige ihrer Radierungen in der Bad Eilser Wandelhalle zu sehen. Foto: hil
Avatar2

Autor

Anja Hillmann Reporterin
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der SZ/LZ? Dann melden Sie sich hier mit Ihren SZ/LZ -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

BAD EILSEN. Martina Grandhomme hat die große Begabung, den tierischen Motiven ihrer Bilder typisch menschliche Eigenarten ins Gesicht zu zeichnen. Dadurch entstehen humoristisch-satirische Werke, deren Situationskomik einfach Spaß macht. Zurzeit sind einige ihrer Werke in der Wandelhalle der Reha-Klinik Bad Eilsen zu sehen.

Bereits in ihrer Schulzeit hat Martina Granhomme gerne gemalt. Sie wurde darin durch ihre Lehrer unterstützt und gefördert. Darum stand für sie nach der Schule fest, eine künstlerische Laufbahn einzuschlagen. Ende der Achtzigerjahre machte sie den erfolgreichen Abschluss an der Fachhochschule Münster/Westfalen für Grafik und Design, mit Schwerpunkt Illustration.

Angekommen im Arbeitsalltag arbeitete sie freiberuflich für diverse Verlage. Sie erhielt Aufträge für Buchillustrationen, Schmuckdosen, Wohnaccessoires, Papierprodukte sowie Geschirr und Stoffe. Nebenbei baute sie sich eine Dozententätigkeit bei der Volkshochschule auf.

Durch die Bad Eilser Künstlerin Irmgard Segebade hatte Grandhomme ersten Kontakt mit Radierungen. Sie war sofort begeistert von der Technik und den vielfältigen Möglichkeiten, die diese Art der Druckgrafik bietet. „Radierung hat allerdings nichts mit Radieren zu tun. Der Ausdruck kommt aus dem Lateinischen ‚radere‘, was so viel bedeutet, wie kratzen, schaben oder entfernen“, erklärt Grandhomme.

Vereinfacht erklärt funktioniert es so: Auf einer Metallplatte wird mit der Radiernadel „gezeichnet“. Durch die Haltung der Hand – ähnlich wie bei einem Bleistift – werden mit einer eher lockeren, skizzierenden Führung Linien in die Druckplatte geritzt. Aus den Linien entsteht das Bild; genauso, wie bei einer Zeichnung, allerdings spiegelverkehrt. Ist das Motiv fertig, wird Farbe auf die Metallplatte gewalzt. Die mehr oder weniger feinen Linien füllen sich mit Farbe. Die Platte wird in eine Presse gelegt und wirkt nun als eine Art Matrize. Während des Druckprozesses in der Presse wird die Farbe auf das Papier gedruckt – und das fertige Bild ist zu sehen.

Mit dieser spannenden Technik der Druckgrafik beschäftigt sich Grandhomme nun bereits seit 17 Jahren, und noch immer gibt es neue Facetten zu entdecken. Vor einem Jahr hat sich die Rintelnerin eine eigene Druckpresse zugelegt, die aber in ihrem Atelier in Minden steht. Seit 2015 unterhält sie dieses Atelier im Schwarzen Weg 8 gemeinsam mit zwei Künstlerkolleginnen. Zweimal in der Woche arbeitet sie dort vor Ort. „Am liebsten zeichne ich allerdings bei mir zu Hause, draußen auf der Treppe. Dort ist das Licht am besten und ich bin an der frischen Luft. Viel Werkzeug brauche ich ja sowieso nicht“, so Grandhomme.

Auf die Frage, woher sie die Ideen für ihre Bilder nimmt, antwortet die 1964 in Bad Eilsen geborene Künstlerin: „Ich gehe einfach mit offenen Augen durch den Tag, beobachte die Menschen und habe natürlich eine große Portion Humor. Ohne diesen wären viele meiner Radierungen nicht entstanden.“

Seit 2012 gibt Grandhomme Malkurse in der Reha-Klinik Eilsen. Dort wird allerdings nicht „radiert“, sondern gemalt und gezeichnet. Mit den Kurgästen probiert sie unterschiedliche Techniken aus. Gearbeitet wird mit Acrylfarben, Pastellkreide oder Bleistift. So hat jeder die Chance, seiner Talente zu entdecken. Ob Kurgäste sie auch zu einigen ihrer Bilder inspiriert haben, verrät Grandhomme allerdings nicht.

Die Ausstellung in der Wandelhalle ist noch bis zum 21. April täglich geöffnet.




Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Kommentare