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„Ein Medikament, das nichts kostet“

Mediziner gibt Tipps zur Stärkung des Immunsystems

BAD EILSEN. Schon in Zeiten saisonaler Grippewellen kommt dem Immunsystem des Körpers eine große Bedeutung zu, um Infektionen abzuwehren oder besser zu überstehen. In Anbetracht der Corona-Pandemie gilt das umso mehr. Diese Zeitung hat daher bei Dr. Uwe Polnau, dem Ärztlichen Direktor des Rehazentrums Bad Eilsen, nachgefragt, wie das eigene Immunsystem gestärkt werden kann.

veröffentlicht am 26.03.2020 um 16:28 Uhr
aktualisiert am 27.03.2020 um 09:58 Uhr

Michael_Werk

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BAD EILSEN. Bevor der promovierte Internist in dieses Thema einsteigt, betont er aber zuallererst die Wichtigkeit, dass sich die Menschen in der gegenwärtigen Situation an die allgemeinen Hygieneempfehlungen (etwa häufiges, gründliches Händewaschen) des Robert-Koch-Instituts halten. Auch auf die zu beachtenden Allgemeinverfügungen zur Eindämmung des Coronavirus weist er hin.

Froh sei er, dass bislang keine Ausgangssperre verfügt worden ist, die es den Menschen verbiete, nach draußen zu gehen, führt Polnau weiter aus, denn Bewegung an der frischen Luft – insbesondere bei feuchter Witterung – ist ihm zufolge gut für die Schleimhäute der Atemwege und somit förderlich für die Infektabwehr. Halte man sich dagegen den ganzen Tag nur bei trockener Heizungsluft in der Wohnung auf, steige die Infektanfälligkeit.

Vor diesem Hintergrund empfiehlt er, dass sich auch jene Menschen zu Spaziergängen oder sportlichen Aktivitäten aufraffen sollten, „die mit Bewegung sonst nicht viel am Hut haben“. Schließlich seien solche Formen körperlicher Bewegung „ein Medikament, das nichts kostet“. Ein guter Anfang sei, jeden Tag zumindest eine Viertelstunde lang zügig spazieren zu gehen, und zwar in einem Tempo, bei dem man sich noch unterhalten kann, ohne außer Atem zu geraten. Nach rund zwei Wochen könne man dann schon merken, dass die körperliche Fitness besser wird.

Was Hundehalter ohnehin jeden Tag tun, sollten auch Menschen machen, die mit Bewegung sonst eher „nichts am Hut haben“, meint Uwe Polnau: an die frische Luft gehen. Foto: pixabay

Eine gesunde Ernährung mit viel frischem, vitaminreichem Obst und Gemüse trägt laut Polnau ebenfalls zur Stärkung des Immunsystems bei. Der Konsum von speziellen Vitamin-C-Präparaten ist seiner Meinung nach indes nicht erforderlich. Ferner rät der Mediziner dazu, offen über etwaige Ängste und Sorgen zu sprechen, da Stress die Funktion der körpereigenen Abwehr negativ beeinträchtigen könne. Stress als Dauerzustand sei sogar gesundheitsschädlich, so der Direktor des Rehazentrums. Und, was seinen Angaben nach außerdem wichtig ist: ausreichend Schlaf.

Zu guter Letzt empfiehlt Polnau Rauchern, die aktuelle Situation zum Anlass zu nehmen, mit dem Rauchen aufzuhören. Bekanntermaßen seien Raucher ohnehin infektanfälliger, und hinsichtlich des Coronavirus seien diese eine der Risikogruppen, bei denen die Gefahr eines schweren Erkrankungsverlaufs bestehe.




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