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Gründungstag am 12. Februar

Neu: Selbsthilfegruppe „Diabetes im Beruf“

LUHDEN. Wenn an Diabetes leidende Menschen Angst haben, ihrem Arbeitgeber von der Erkrankung zu erzählen, ist das ein Problem. Der Bezirksverband Schaumburg des Vereins Diabetiker Niedersachsen möchte daher eine Selbsthilfegruppe gründen, in der es um das Thema „Diabetes im Beruf“ gehen soll.

veröffentlicht am 18.01.2019 um 11:03 Uhr

Hoffen auf ein großes Besucherinteresse hinsichtlich der neuen Selbsthilfegruppe, zu der es auch nähere Informationen auf der Homepage des Bezirksverbands gibt (von links): Heide Slawitschek-Mulle, Thomas Schäfer und Werner Schulze (ebenfalls Landesd
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Michael Werk Reporter zur Autorenseite
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LUHDEN. Der in Luhden ansässige Bezirksverband Schaumburg des Vereins „Diabetiker Niedersachsen“ plant die Gründung einer Selbsthilfegruppe, die unter das Motto „Diabetes im Beruf“ gestellt werden soll. Die Auftaktveranstaltung hierzu findet am Dienstag, 12. Februar, um 19 Uhr, im Kulturzentrum „Alte Polizei“ in Stadthagen statt.

Dort werden dann auch künftig die Treffen der neuen Gruppe ausgerichtet, und zwar immer am ersten Dienstag im Monat, ebenfalls um 19 Uhr. Das berichtet Heide Slawitschek-Mulle, Vorsitzende des rund 80 Mitglieder zählenden Bezirksverbands.

„Diese Krankheit anzunehmen, das stellt für viele Menschen ein Problem dar“, sagt die Luhdenerin. Und dass, obwohl Diabetes inzwischen auch in Deutschland zu einer Volkskrankheit geworden ist: „Jeder Zehnte hat Diabetes“, berichtet sie. Darüber hinaus habe Expertenschätzungen nach vermutlich noch mal jeder Zehnte Diabetes, ohne davon zu wissen. Unterm Strich seien bundesweit 95 Prozent der Betroffenen an Diabetes Typ 2 erkrankt, der auf eine ungesunde Lebensführung (Bewegungsmangel, falsche Ernährung, Übergewicht) zurückzuführen ist. Die übrigen fünf Prozent würden indes an einem Diabetes Typ 1 leiden, bei dem es sich um eine Autoimmunerkrankung handelt, infolge der der Körper kein eigenes Insulin mehr produziert.

Einen Bedarf für die geplante Selbsthilfegruppe gibt es also, zumal da „Diabetes im Beruf“ für viele Diabetiker offenbar ein schwieriges Thema ist: Probleme gebe es schon dann, wenn Betroffene ihrem Arbeitgeber aus Angst um ihren Arbeitsplatz nicht sagen möchten, dass sie an Diabetes erkrankt sind, erklärt Thomas Schäfer, Landesdelegierter des Bezirksverbandes Schaumburg, denn an Typ-1-Diabetes leidende Menschen müssen mehrfach am Tag ihren Blutzuckerwert messen und auf die regelmäßige Einnahme ihrer Mahlzeiten achten. Zudem müssen sie sich vor den jeweiligen Mahlzeiten immer eine bestimmte Menge Insulin spitzen.

Wenn der Arbeitgeber hierfür kein Verständnis hat, sei dies schwierig, führt Slawitschek-Mulle weiter aus. Ebenso sei es problematisch, wenn bei dem jeweiligen Mitarbeiter während der Arbeit des Öfteren eine Unterzuckerung eintritt und dieser deshalb ohnmächtig wird. Sie kenne jedenfalls einige Fälle, dass einem Diabetiker tatsächlich wegen seiner Erkrankung der Job gekündigt worden ist.

In der neuen Selbsthilfegruppe soll es sowohl um einen gemeinsamen Erfahrungsaustausch als auch um die gegenseitige Motivation der Teilnehmer (etwa zu einer gesünderen Lebensweise) gehen. Dabei werde die Gruppe mit der Zeit aber sicher auch noch eigene Themen finden, sagt Schäfer. Er selbst, 49 Jahre alt und von Beruf kaufmännischer Angestellter, weiß seit ungefähr zehn Jahren, dass er einen Typ-2-Diabetes hat, den er mit der Einnahme von Tabletten behandelt. Zudem muss er auf ausreichend körperliche Bewegung und eine ausgewogene Ernährung achten.

Zur Auftaktveranstaltung der Selbsthilfegruppe „Diabetes im Beruf“ am 12. Februar hat der Bezirksverband Schaumburg den Diabetologen Dr. Thomas Tiemann (Rinteln) eingeladen, der medizinische Fragen der Teilnehmer beantworten wird. Außerdem hält der Bückeburger Rechtsanwalt Karsten Martens dort einen nicht zuletzt für Berufskraftfahrer interessanten Vortrag zum Thema „Diabetes und Straßenverkehr“.

Informationen unter https://schaumburg.diabetiker-nds.de.




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