weather-image
Andreas Neumann lässt Heinz Erhardt & Co. lebendig werden

Parodie im „Palais“

BAD EILSEN. Vor nahezu ausverkauftem Haus hat der von zahlreichen Bühnenauftritten bekannte Parodist und Stimmenimitator Andreas Neumann ein Gastspiel im „Julianentheater“ des Bad Eilser „Palais im Park“ gegeben. Der Andrang zu seinem „Heinz Erhardt und Freunde“-Abend war dabei so groß, dass auch die Empore des Saales einbezogen werden musste, um allen Zuschauern einen Platz bieten zu können.

veröffentlicht am 21.10.2018 um 17:28 Uhr
aktualisiert am 21.10.2018 um 18:40 Uhr

Bescherte seinem Publikum einen unterhaltsamen Abend: der Parodist Andreas Neumann. Foto: wk
Michael_Werk

Autor

Michael Werk Reporter zur Autorenseite
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der SZ/LZ? Dann melden Sie sich hier mit Ihren SZ/LZ -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

„Man sieht kaum einen, der nicht da ist heute Abend“, kommentierte Neumann das Interesse. Und schon da blitzte von der Art her der für sein berühmtes Vorbild, den Komödianten und Wortspielakrobaten Heinz Erhardt, typische Humor durch – begleitet von einem spitzbübischen Lachen, das 1:1 an den berühmten Unterhaltungskünstler erinnerte. Wie überhaupt es Neumann gelang, den bereits 1979 verstorbenen Heinz Erhardt auf der Bühne durch sein virtuoses Schauspiel wieder lebendig werden zu lassen.

„Parodie sollte ganz leicht gehen, wenn sie dann überhaupt leicht gehen kann. Und das Leichte, das wissen wir, ist oftmals das Schwere“, erklärte Neumann nicht ohne Ernst. Zudem merkte er an, dass diesbezüglich sowohl Stimme und Sprache als auch Gestik und Mimik passen müssen. Unerwähnt ließ er indes, dass er Heinz Erhardt auch äußerlich sehr ähnlich sieht, was das Ganze perfekt macht.

Für Heinz-Erhardt-Fans war Neumanns Show somit ein großer Spaß – insbesondere für jene, die Heinz Erhardt noch zu dessen Lebzeiten im Fernsehen erlebt haben. Unterhaltsam waren dabei übrigens auch die vielen von Neumann selbst erdachten Betrachtungen und Reime, die ebenso von Heinz Erhardt persönlich hätten stammen können. Mitunter war deshalb sogar unklar, ob es sich bei einem Spruch um ein Original handelte oder nicht (siehe das erstgenannte Zitat).

Darüber hinaus bot sein im „Palais im Park“ gezeigtes Programm ein Wiederhören mit anderen legendären Unterhaltungskünstlern von früher. So parodierte Neumann etwa auch TV-Promis wie Marcel Reich-Ranicki, Heinz Rühmann, „Ekel Alfred“ (damals gespielt von Heinz Schubert), Theo Lingen, Jürgen von Manger („Adolf Tegtmeier“) und die streitbare Schauspielerin Inge Meysel. Beeindruckend war hierbei nicht zuletzt, wie treffend er auch deren Stimmen auf der Bühne imitierte und wie schnell und scheinbar mühelos er zwischen diesen höchst unterschiedlichen Charakteren wechseln konnte. Klar, dass er diesen Berühmtheiten ebenfalls humorige Sätze in den Mund legte, um seinem überwiegend älteren Publikum einen vergnüglichen Abend zu bereiten.

„Lieber Gras rauchen als Grass lesen“, ließ Neumann beispielsweise den Literaturkritiker Reich-Ranicki über den deutschen Literaturnobelpreisträger Günter Grass wettern. Zu den von Heinz Erhardt entliehenen Wortspielen, die der Parodist präsentierte, gehörte dagegen nicht zuletzt dieses hier: „Wissen Sie, was paradox ist? Wenn ein Oberkellner am Unterarm ein Überbein hat!“




Anzeige
Anzeige
Anzeige
Kommentare