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Mehlschwalben in Luhden aktiv mit dem Nestbau beschäftigt

Renovierungsarbeiten unter Hochdruck

LUHDEN. Am Haus in der Dorfstraße 21 geht es derzeit ziemlich hektisch zu. In diesem Jahr sind die letzten Mehlschwalben etwas verspätet eingetroffen. Erschwerend kommt noch hinzu, dass durch die Trockenheit im letzten Jahr viele der Nester zu stark ausgetrocknet und schließlich von der Wand gefallen sind. So müssen einige der Schwalben ihr Eigenheim nun komplett neu gestalten.

veröffentlicht am 15.05.2019 um 10:32 Uhr
aktualisiert am 15.05.2019 um 16:30 Uhr

Emsiges Treiben unterm Dachvorsprung von Familie Cansiz in Luhden: Die Mehlschwalben haben noch viel zu tun, bevor der Nachwuchs kommen kann. Foto: hil
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Autor

Anja Hillmann Reporterin
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LUHDEN. Am Haus an der Dorfstraße 21 geht es derzeit ziemlich hektisch zu. In diesem Jahr sind die letzten Mehlschwalben etwas verspätet eingetroffen. Erschwerend kommt noch hinzu, dass durch die Trockenheit im letzten Jahr viele der Nester zu stark ausgetrocknet und schließlich von der Wand gefallen sind. So müssen einige der Schwalben ihr Eigenheim nun komplett neu gestalten.

Angelika Cansiz und ihr Mann Manfred Lück-Cansiz beobachten die emsigen Flugakrobaten gerne dabei, wie sie ohne Unterlass Material zum Bauen herbeischaffen. „Es ist enorm, wie emsig sie bei der Sache sind und wie schnell sie vorankommen“, so das Ehepaar. Nach dem Umbau des Elternhauses 1989 kamen die Schwalben zunächst nur vereinzelt zurück, so Angelika Cansiz. Aber nach einigen Jahren hatte es sich wohl rumgesprochen, dass es sich an diesem Haus wieder prima wohnen lässt. Denn seit Mitte der 90er-Jahre sind in manchen Sommern bis zu 20 Nester am Haus der Familie zu sehen.

Schwalben halten ihr

2 Bilder

Nest selbst sauber

Im Gegensatz zu den Rauchschwalben, die am Gebälk in Ställen oder Scheunen ihre Nester haben, bauen die Mehlschwalben außen an der Hauswand, meist am Gebälk des Dachvorsprunges. Schwalben halten ihr Nest sehr reinlich, darum wird Schmutz und Kot immer gleich entfernt. Das bedeutet für den Bereich um die Nester herum natürlich viel Dreck. Aber das stört Familie Cansiz nicht.

Auf der Terrasse hat das Ehepaar Automatten ausgelegt, die regelmäßig sauber gemacht werden, und an anderer Stelle schützt ein Garten-Pavillon vor herabfallendem Dreck. „Bei uns ist jede Schwalbe willkommen. Früher sagte man, wenn die Schwalben weg sind, ist das Glück aus dem Haus, und das wollen wir natürlich nicht“, so die Luhdener.

Vom Nabu mit

Plakette ausgezeichnet

2015 ist das Ehepaar Cansiz für sein Engagement im Schwalbenschutz durch den Naturschutzbund Niedersachsen (Nabu) ausgezeichnet worden. „Hier sind Schwalben willkommen!“, so heißt es auf einer Plakette in blauen Lettern. Die Plakette steht im Fenster an der Dorfstraße für jeden sichtbar. Es ist nicht anzunehmen, dass die fliegenden Akrobaten Notiz davon nehmen. Sie wissen ja auch so, dass ihnen hier keine Gefahr droht. „Aber wir freuen uns über diese Auszeichnung und hoffen mit ihr darauf aufmerksam machen zu können, dass man die Nester dieser schönen Vögel nicht zerstören darf. Es gibt noch immer genügend Leute, welche die Nester vom Haus entfernen, das ist aber ganz falsch“, so Angelika Canzis.

Wer sich auch immer über die Gesellschaft der Vögel freut, sind die beiden Katzen des Hauses. Garfield und Findus sitzen häufig vor dem Terrassenfenster und beobachten das emsige Treiben der Schwalben. Spannender geht Katzenkino kaum. Da die Temperaturen nun steigen sollen, gehen Angelika und Manfred Canzis davon aus, dass es mit dem Nachwuchs nicht mehr lange dauern wird. Die beiden Vogelfreunde freuen sich darauf.




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