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Evangelische Gruppe aus Bad Eilsen besucht das Heilige Land während erneut Aggressionen im Land aufblühen

Schmelztiegel verschiedener Kulturen

BAD EILSEN. Die Israelfahrt einer Reisegruppe von Mitgliedern und Freunden der Kirchengemeinde Bad Eilsen ins „Heilige Land“ stand unter dem Motto, die Menschen sowie die kulturellen und religiösen Hauptsehenswürdigkeiten des Landes kennenzulernen. Während ihres Aufenthaltes wurden über 200 Raketen aus dem Gazastreifen in Richtung Israel abgefeuert. Für die Angehörigen zu Hause ein großer Schreck, für die Reisegruppe selber jedoch ohne Folgen - obwohl es natürlich en beherrschendes Thema war.

veröffentlicht am 17.05.2019 um 14:56 Uhr

Pastor Hendrik Blank lernte in Israel das Glasblasen. Fotos: pr.
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Autor

Anja Hillmann Reporterin
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Die bunt gemischte Truppe evangelischer Freunde aus dem Schaumburger Land und Südafrika landeten in der ersten Maiwoche auf dem Ben Gurion Flughafen in Tel Aviv und hatte eine abwechslungsreiche Fahrt vor sich. Die Route sollte über von Caesarea, über Haifa, Kare Deshe am See Genezareth, den Ölberg, das Tote Meer, Bethlehem und weitere Stationen führen. Geschichtsträchtige Orte an denen es für die gläubige Gemeinschaft vieles zu sehen und zu entdecken gab. Die Frage, ob es derzeit sicher sei, in Israel zu reisen, hatte sich die Gruppe im Vorfeld nicht gestellt. Umso beklemmender waren die Gedanken, als bei einem Abendessen im Fernseher plötzlich berichtet wurde, dass vom Gazastreifen aus 200 Raketen in Richtung Israel abgefeuert worden waren, worauf die Israelis mit Luftwaffe und Panzer Beschuss geantwortet hatten.

Da die Reisegruppe sich weit genug entfernt aufhielt, gab es für sie keine Auswirkungen, aber natürlich war das neue Aufkeimen von Gewalt Thema untereinander. „Neben aller Schönheit des Landes, war es für alle sehr bedrückend zu erleben, wie das gegenseitige Verhalten von Palästinensern und Israelis durch den tiefen Hass aufeinander bestimmt wird“, so Pastor Hendrik Blank. Das war besonders auf der Fahrt nach Hebron ins Westjordanland, der sogenannten „Westbank“ zu spüren. Die Fahrt in das palästinensische Gebiet führt direkt durch mit Militär und Checkpoints gesicherte Mauern, welche Landschaften und Orte trennt, ähnlich wie früher zwischen Ost- und Westdeutschland. Da eine Dolmetscherin die Schaumburger Reisgruppe begleitete, war der Austausch mit den Einheimischen im Westjordanland ohne Probleme möglich. Einige christlichen Araber sprachen dort gegenüber den deutschen Touristen ganz offen über ihre Sorge, was aus dieser jüngsten Eskalation nun wieder werden würde.

Eine weitere Situation wurde folgendermaßen beschrieben: „Wir befanden uns auf dem Tempelberg, ein Ort der ewige Streitpunkt der unterschiedlichen Glaubensrichtungen ist. Eine Gruppe israelischer Siedler ging mit militärischer Begleitung an uns vorbei. Unsere Dolmetscherin informierte uns dann, dass das Militär nicht zum Schutz der Siedler anwesend sei, sondern das die anscheinend radikal jüdische Siedlergruppe unter Beobachtung stand, damit sich nichts Provokantes tun.“

Die Reisegruppe aus Eilsen, Schaumburger Land und Südafrika.

Die politische Situation in Israel ist durchaus beklemmend, so der Tenor dieser Fahrt und was aus den jüngsten Aggression entsteht, vermag niemand zu sagen. Doch trotz Militärpräsenz und verhärteten Fronten bei allen Parteien, gibt es immer noch Menschen, die das Miteinander suchen.




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