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Vortrag der Verkehrswacht

Sicherheit auf den Straßen erhöhen

BAD EILSEN. Einmal pro Monat ist ein Vertreter der Verkehrswacht Schaumburg zu Gast im Rehazentrum Bad Eilsen, um dort über die in Deutschland geltenden „neuen Verkehrsregeln“ zu informieren. Gedacht sind diese öffentlichen Vorträge als Angebot zur abendlichen Freizeitgestaltung der Kurgäste, daran teilnehmen können aber auch alle anderen interessierten Personen. Schließlich sollen diese Veranstaltungen dazu beitragen, die Verkehrssicherheit zu erhöhen.

veröffentlicht am 15.10.2018 um 17:29 Uhr

In seinem Vortrag informierte Michael Elbing über Gesetzesänderungen, die Fahrer eines Kraftfahrzeuges wissen sollten. Foto: wk
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Michael Werk Reporter zur Autorenseite
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Allzu eng gefasst war die Einordnung „neu“ in diesem Kontext allerdings nicht. So sprach der Referent Michael Elbing, der beruflich als Polizeibeamter tätig ist, auch über Verkehrsregeln, die schon vor einigen Jahren eingeführt oder geändert worden sind. Da es den Rahmen dieses Beitrages sprengen würde, jede einzelne in Kraft getretene Neuerung aufzuführen, gibt es hier nur einen auszugsweisen Überblick.

So dürfen laut Elbing seit diesem Jahr nur noch solche Winterreifen auf Autos montiert werden, die mit einem Schneeflocken-Symbol als Winterreifen gekennzeichnet sind. Seit 2017 ist es dagegen erlaubt, dass „radfahrende Eltern“, die ein bis zu acht Jahren altes Kind begleiten, ebenfalls mit dem Fahrrad auf dem Gehweg fahren dürfen (das Kind muss ihn benutzen). Und seit 2015 werden auf einigen deutschen Straßen mit „Section Control“ bezeichnete Modellversuche zur Geschwindigkeitskontrolle durchgeführt, bei denen die von den Autofahrern über eine längere Wegstrecke gefahrene Durchschnittsgeschwindigkeit ermittelt wird.

Die bereits 2013 eingeführte generelle Lichtpflicht für Kradfahrer thematisierte Elbing ebenso wie die seit 2012 mögliche EU-weite Vollstreckung von Bußgeldern. Darüber hinaus erklärte er, wie auf Autobahnen eine Rettungsgasse zu bilden ist: Bei zwei Fahrspuren in einer Richtung ist die Mitte zwischen diesen beiden Fahrspuren als Rettungsgasse frei zu halten. Bei drei und mehr Fahrspuren ist indes eine Rettungsgasse zwischen der äußersten linken Fahrspur und der rechts von dieser liegenden Fahrspur frei zu halten. Der Seitenstreifen, betonte der Referent, müsse in beiden Fällen frei bleiben.

Ferner erinnerte er daran, dass Omnibusse des Linienverkehrs und gekennzeichnete Schulbusse, die sich mit eingeschaltetem Warnblinklicht einer Haltestelle nähern, nicht überholt werden dürfen. Haben diese Busse indessen angehalten und das Warnblinklicht eingeschaltet, dürfe man in Schrittgeschwindigkeit und mit ausreichendem Sicherheitsabstand an ihnen vorbeifahren.

Kinder bis zur Vollendung des zehnten Lebensjahres gelten – so Elbing – bei einem Unfall übrigens als schuldunfähig, sofern sie einen Unfall nicht mit Absicht verursacht haben. Grund für diese Regelung sei, dass Kinder ihre Umwelt anders als Erwachsene wahrnehmen. Beispielsweise falle es Kindern schwer, die von Kraftfahrzeugen gefahrenen Geschwindigkeiten einzuschätzen. Probleme im Straßenverkehr bereite Kindern zudem deren eingeschränktes Gesichtsfeld. Daher sollten Autofahrer, wenn sie Kinder am Straßenrand sehen, besonders vorsichtig fahren und stets bremsbereit sein, appellierte der Experte.

Ferner wies Elbing darauf hin, dass beim Telefonieren am Steuer (ohne Freisprecheinrichtung) eine erhöhte Unfallgefahr besteht, da hierdurch die Konzentration des Fahrers gemindert werde. Deshalb würden solche Verstöße auch mit einhundert Euro Bußgeld und einem Punkt in der Verkehrssünderdatei geahndet. „Vergeben werden heute nur noch Punkte für Vergehen, die die Verkehrssicherheit gefährden“, betonte er. In diesem Zusammenhang hatte er zuvor auch die beim Fahren unter Alkoholeinfluss bestehenden Gefahren hervorgehoben.




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