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Immer noch kein Vorstand für Bad Eilsen-Ahnsen gefunden

SoVD-Ortsverband droht die Auflösung

EILSEN. Quo vadis SoVD-Ortsverband Bad Eilsen-Ahnsen? Diese Frage stellt sich seit über vier Monaten, denn Mitte März hatte der komplette Vorstand auf der Jahresversammlung erklärt, er sei nicht bereit, sich für weitere zwei Jahre wählen zu lassen. Nachfolger konnten bisher nicht gefunden werden. Nun droht dem Ortsverband, der in seinen Blütezeiten um die 330 Mitglieder hatte, die Auflösung.

veröffentlicht am 10.08.2018 um 12:51 Uhr
aktualisiert am 10.08.2018 um 16:10 Uhr

Horst Lissel Foto: möh

Autor:

Cord-Heinrich Möhle
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Seither hat der Kreisverband immer wieder das Gespräch gesucht, um einen neuen Vorstand zu bekommen. Anscheinend, so der Kreisvorsitzende Horst Lissel, sei unter den Mitgliedern des Verbandes in Bad Eilsen und Ahnsen niemand bereit, einen ehrenamtlichen Posten zu übernehmen. Der Kreisvorstand tagt Ende August. Dann wird damit gerechnet, dass eine endgültige Entscheidung über die Zukunft des Sozialverbandes Bad Eilsen-Ahnsen fällt.

Der Ortsverband Bad Eilsen-Ahnsen ist einer der ältesten im Kreisverband, die Mitglieder fühlten sich gut aufgehoben und auch an der Vorstandsarbeit gab es nichts zu meckern. Dann kam der „Knall“ Anfang des Jahres, erklärte Vorsitzender Rolf Everding schon ein paar Wochen vor der Jahresversammlung, auf der ein neuer Vorstand gewählt werden musste, der bisherige Vorstand stelle sich nicht wieder zur Wahl. Öffentlich rief er interessierte Mitglieder dazu auf, sich für ein Amt zu melden. Fehlanzeige. Weder vor noch auf und auch nicht nach der Hauptversammlung ließ sich bis jetzt ein Führungsgremium finden.

Auch intensive Einzelgespräche, die Mitglieder des Kreisverbandes und der Kreisvorsitzende Horst Lissel persönlich im Kurort führten, ergaben kein Ergebnis. Trotzdem hofft Lissel aber immer noch, Personen zu finden, die im Ortsverband Verantwortung übernehmen möchten. Wenn ein Verband, so Lissel, erst einmal aufgelöst werden müsse, sei er für „immer verschwunden“. Und dieses sei gerade für Bad Eilsen-Ahnsen mit seinen vielen Mitgliedern sehr bedauerlich. Der Kreisvorsitzende erklärte, der Ortsverband habe trotz der derzeitigen Turbulenzen immer noch 230 Mitglieder. Dem Sozialverband Bad Eilsen-Ahnsen gehören auch viele Auswärtige aus Stadthagen, Minden, Nienstädt, Obernkirchen, Rolfshagen, Porta Westfalica und auch Höxter an.

Bis ein neuer Vorstand gefunden oder aber der Verband aufgelöst ist, bleiben die Personen, die im Jahre 2016 gewählt wurden, kommissarisch im Amt. Es sind Rolf Everding (Vorsitzender), Hannelore Haase (2. Vorsitzende), Günther Bergmann (2. Vorsitzender), Arno Franke (Schatzmeister) Konstantinos Themeliotis (Vize-Schatzmeister) und Marianne Fuhrmann (Schriftführerin).

Die Satzung des Kreisverbandes gibt keinen exakten Zeitrahmen vor, in dem ein Ortsverband ohne Vorstand aufzulösen ist, sondern es heißt lediglich, alle zwei Jahre müssen Neuwahlen stattfinden. Dieses bedeutet im vorliegenden Fall, dass die Entscheidung, Auflösung oder nicht, eventuell noch bis Ende dieses Jahres geschoben werden könnte, denn die letzte Vorstandswahl war 2016. Allerdings, und das bedauert auch der Kreisvorsitzende, findet in einer Zeit, in der nach einem neuen Vorstand gesucht oder auch eine Auflösung diskutiert wird, keinerlei „Leben“ im betroffenen Ortsverband statt, natürlich zum Nachteil der Mitglieder.

Sollte der Ortsverband Bad Eilsen-Ahnsen mangels Vorstand letztendlich aufgelöst werden müssen, soll der benachbarte Verband Heeßen-Buchholz-Luhden die Mitglieder aufnehmen, wie Kreisvorsitzender Horst Lissel laut überlegt. Aber dieser Verband mit seinen 185 Mitgliedern, dessen Vorstand sich mit dem Problem „Auflösung“ bereits befasst hat, ist nicht unbedingt begeistert davon, sich auf einen Schlag um all die 230 Männer und Frauen aus Bad Eilsen-Ahnsen zu vergrößern. Das Hauptproblem: In der Samtgemeinde gibt es keinen Raum, in dem mit über 400 Personen zum Beispiel eine gemeinsame Weihnachtsfeier veranstaltet werden könnte. Und der Vorstand des Ortsverbandes Heeßen-Buchholz-Luhden würde es nicht begrüßen, sollten nur die Mitglieder an einer Veranstaltung teilnehmen dürfen, die sich am schnellsten gemeldet haben. Und die Mitglieder in Heeßen-Buchholz-Luhden sind es nun mal gewohnt, dass ihnen Osterfrühstück, Sommerfest, Oktoberfest, Weihnachtsfeier sowie Jahresausflug angeboten werden.

Übrigens: Wenn der Sozialverband Bad Eilsen-Ahnsen aufgelöst wird, fällt das Geld, das vielleicht noch in der Kasse ist, nicht dem Kreisverband Schaumburg zu, sondern geht über in den Ortsverband, der die Mitglieder übernimmt und betreut. Horst Lissel: „Der Kreisverband Schaumburg hat daher keinen finanziellen Vorteil davon, wenn aus seinen Reihen ein Ortsverband verschwindet.“




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