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Seitenhieb auf DSGVO bei Jahresversammlung

TSV Ahnsen: Gemeinsamkeiten nutzen, aber keine Fusion

AHNSEN. Eine Fusion des Turn- und Sportvereins (TSV) Ahnsen mit anderen regionalen Vereinen zu einer Sportgemeinschaft Eilsen hat derzeit keinen Sinn. Das hat TSV-Vorsitzender Holger Brandt bei der Jahresversammlung des Vereins klargestellt und dafür auch eine Begründung geliefert. Zudem hat er aufgezeigt, worauf es stattdessen ankommt, um auch in Zukunft als Verein bestehen zu können.

veröffentlicht am 06.03.2019 um 12:18 Uhr
aktualisiert am 06.03.2019 um 18:00 Uhr

Holger Brandt (links) und Garlof Katz (rechts) freuten sich, dass Helmut Zinser in den Vorstand des TSV Ahnsen gewählt worden ist. Foto: wk
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Michael Werk Reporter zur Autorenseite
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AHNSEN. Die Ganztagsbetreuung für Kinder, die veränderten Anforderungen in der Arbeitswelt und der demografische Wandel machen den gemeinnützigen Sportvereinen das Leben nicht gerade einfacher; hinzukommt die Konkurrenz durch die zahlreichen gewerblichen Anbieter von Sport- und Freizeitaktivitäten. Diese Feststellung hat Holger Brandt, der Vorsitzende des aktuell rund 320 Mitglieder zählenden Turn- und Sportvereins (TSV) Ahnsen, bei dessen Jahresversammlung kundgetan.

„Nur wer die Weichen rechtzeitig und richtig stellt, hat Chancen, künftig noch in der Spur bleiben zu können“, betonte er. Die Aufgaben für die Verantwortlichen im TSV lauteten daher: professionelle Führung des Vereins, Beibehaltung gesunder wirtschaftlicher Verhältnisse und Ausbau der Kernkompetenzen. In diesem Kontext verwies der Vorsitzende insbesondere auf „unsere Alleinstellungsmerkmale in der Samtgemeinde Eilsen“: das Fußballangebot im Liga-Betrieb und die Spielmannszug-Musik.

Laut Brandt ist es außerdem wichtig, in Kooperation mit anderen Vereinen „Gemeinsamkeiten im besten Sinne synergetisch zu nutzen“. Denkbar seien etwa gemeinsame Jugendfreizeitveranstaltungen, ein gemeinsamer Sporttag auf dem mit einer Flutlichtanlage ausgestatteten Sportplatz in Heeßen sowie der gemeinsame Besuch eines bedeutenden Unternehmens im Landkreis Schaumburg.

Gemeinsam mit Garlof Katz (rechts) dankte Holger Brandt (von links) den Vereinsjubilaren Bernd Jergus, Andreas Landfester und Jürgen Schmökel für deren langjährige Treue. Foto: wk

Eine Absage erteilte der Vorsitzende Forderungen nach einer Fusion zu einer Sportgemeinschaft (SG) Eilsen: Dies möge zwar „unter dem Gesichtspunkt der Wahrnehmbarkeit durch Größe“ punkten, habe aber allein schon aus steuerlicher Sicht derzeit keinen Sinn, erklärte er. Vielmehr wäre solch eine Fusion aus ebendiesem Grund sogar „eher nachteilig für alle Beteiligten“.

Ferner berichtete Brandt, dass der TSV Ahnsen „auch dank der nachhaltigen kommunalen Unterstützung und der zahlreichen Sponsoren“ über eine zeitgemäße und den Anforderungen entsprechende Infrastruktur und eine solide wirtschaftliche Grundlage verfüge.

Seinen Jahresbericht nutzte Brandt für einen Seitenhieb auf die im Mai 2018 in Kraft getretene EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO): Diese gelte mit ganz wenigen Ausnahmen für alle Unternehmen und gemeinnützigen Vereine, sagte er. Doch während sich etwa Amazon, Apple, Facebook, Google und andere „ein Ei darauf pellen dürften“, seien viele ehrenamtliche Vereinsvorstände angesichts der unverständlichen Regelungen „extrem verunsichert“. Daher sollten sich ihm zufolge alle Ehrenamtlichen zusammentun und friedlich auf die Barrikaden gehen. „Das heißt, zum Beispiel am Wochenende die gesamte gemeinnützige Arbeit komplett einstellen“, verdeutlichte Brandt. Seiner Meinung nach gibt es jedenfalls noch Möglichkeiten, „um den „Erfindern dieses Vorschriftenkonvoluts Ausnahmen für kleine Vereine abzuringen“. Gefordert seien diesbezüglich jedoch in erster Linie die jeweiligen Verbände.

Bei den Vorstandswahlen votierte die Versammlung für die Wiederwahl von Brandt als Vereinsvorsitzenden und Garlof Katz als weiteres Hauptvorstandsmitglied. Ebenfalls als weiteres Hauptvorstandsmitglied gewählt worden ist Helmut Zinser, der damit Amtsnachfolger der im vergangenen Jahr verstorbenen Regine Pero ist.

Darüber hinaus wurden - teils in Abwesenheit - mehrere langjährige Vereinsmitglieder geehrt: Horst Tegtmeier und Ursula Winkelhake (jeweils 60 Jahre), Bernd Jergus, Andreas Landfester, Jürgen Schmökel, Fritz Kemps und Marco Lege (40 Jahre), Roberto Heller (25 Jahre) sowie Josef Bernert, Marvin Kastner, Kilian Meier und Jonas Tünnermann (15 Jahre).




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