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Freiwillige Ortsfeuerwehr zieht Bilanz / Mobile Sichtwände angeschaut / Langjährige Mitglieder geehrt

Und die Gaffer werden immer dreister

LUHDEN. Die Ortsfeuerwehr Luhden fuhr im vergangenen Jahr insgesamt 55 Einsätze und leistete hierbei 438 Stunden ab. Zu vielen der Alarmierungen musste die Wehr auf die Autobahn ausrücken. Mittlerweile stöhnen auch die heimischen Brandschützer über die dreisten Gaffer, die nicht nur die Arbeit der Wehr behindern, sondern auch das Leid der Unfallbetroffenen filmen.

veröffentlicht am 06.01.2019 um 14:20 Uhr

Einige passive Mitglieder der Ortswehr werden für langjährige Treue geehrt (v.l.): Brigitte Büscher (40 Jahre), Marlies Rohe (40), Lutz Gräber (25) und Paul Mühe (40). Foto: möh

Autor:

Cord-Heinrich Möhle
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Die Ortsfeuerwehr wird immer wieder und immer mehr zu Einsätzen auf der Autobahn gerufen. Und verstärkt haben auch die heimischen Brandschützer mit dreisten Gaffern zu tun, die nicht nur die Arbeit der Einsatzkräfte behindern, sondern sich auch einen Spaß daraus machen, das Leid der Unfallbetroffenen mit ihrem Smartphone zu filmen, um sich im Internet als coole Typen feiern zu lassen.

Die Wehr informierte sich daher bereits über entsprechende mobile Sichtwände, um Neugierigen den Blick auf das Unfallgeschehen zu verweigern. Da diese Wände aber recht instabil sind und bei etwas Wind schnell umfallen, hat die Wehr bisher von einem Kauf abgesehen, wie Gruppenführer Marcus Struckmeier auf der Jahreshauptversammlung der Ortsfeuerwehr im Saal Thies mitteilte. Die Brandschützer leisteten in 2018 bei 55 Einsätzen insgesamt 438 Stunden ab. Im Jahr 2017 waren es noch 75 Einsätze gewesen, zu denen die Wehr ausrücken musste.

Aber die heimische Feuerwehr ist auch viel gefordert (und zwar für 2120 Stunden in 2018), wenn die Sirene nicht heult. Hierbei handelt es sich, so der stellvertretende Ortsbrandmeister Frank Wolf, um Übungsabende, um Brandschutzvorsorge in den Kindertagesstätten und in den Seniorenheimen, um Brandwachen im Palais im Park und um die Pflege der Fahrzeuge. Ferner nahm die Feuerwehr am Volkstrauertag und am Schießen der örtlichen Vereine teil und begleitete zudem den Erntefestumzug der Heeßer Dorfjugend. Schließlich veranstalten die Brandschützer auch das Osterfeuer im Dorf, das Aufstellen des Maibaums und schreddert die ausgedienten Weihnachtsbäume, wie auch jetzt wieder am Samstag, 12. Januar, um 10 Uhr am Feuerwehrgerätehaus. Frank Wolf, der auf der Jahreshauptversammlung den erkrankten Ortsbrandmeister Thomas Hahne vertrat: „Wir haben immer etwas zu tun“.

Stellvertretender Ortsbrandmeister Frank Wolf (links) und Gruppenführer Marcus Struckmeier (rechts) überreichen dem Ehrenortsbrandmeister Heinrich Schwarze Urkunde und Nadel für 65-jährige Mitgliedschaft in der Feuerwehr. Foto: möh

Wolf bedankte sich bei der Samtgemeinde, dem Feuerschutzträger, für die immer sehr gute Unterstützung der Wehr, finanziell und auch ideell. Und Ehrenortsbrandmeister Heinrich Schwarze zeigte sich ebenfalls erfreut über die gute Zusammenarbeit. Andere Wehren im Landkreis müssten erst langwierige Anträge stellen, wenn sie etwa benötigten. In der Samtgemeinde werde schnell und unbürokratisch entschieden.

Und Gruppenführer Marcus Struckmeier ließ die Einsätze des Jahres 2018 noch einmal Revue passieren. Immer wieder rückte die Wehr auf die A2 aus, weil Kraftstoffe oder Öl ausgelaufen waren, in Fahrzeugen eingeklemmte Personen auf Hilfe warteten oder auch Brände zu löschen waren. Eine langwierige Angelegenheit, so Struckmeier, war zudem der Einsatz „Ölfilm auf der Aue“ in Heeßen, denn sechs Wehrmänner seien zusammen 42 Stunden mit dieser Angelegenheit beschäftigt gewesen. Und bei dermaßen viel Einsatzzeit möchte die Wehr gern auf Fehlalarme verzichten. Im vergangenen Jahr rückten die Brandschützer sogar 28 Mal vergeblich aus. Mit ihren beiden Fahrzeugen legte die Wehr, so Fahrzeug- und Gerätewart Matthias Bölsing, im vergangenen Jahr 2 361 Kilometer zurück.

Die Einsatzbereitschaft und das Engagement der heimischen Wehr, die auch für die Gemeinde Heeßen zuständig ist, lobten Gemeindebrandmeister Hartmut Krause, Samtgemeindebürgermeister Bernd Schönemann, der zusammen mit Ordnungsamtsleiter Andreas Kunde an der Versammlung teilnahm, Bürgermeister Rüdiger Schmidt und die Heeßer Ratsfrau Gabriele Walz. Die Grüße der Kirchengemeinde überbrachte Anja Hillmann in Vertretung von Pastor coll. Felix Nagel.

Ihre Jahreshauptversammlung nutzt die Freiwillige Ortsfeuerwehr Luhden, der insgesamt 236 Mitglieder angehören, um langjährigen Mitgliedern entsprechende Urkunden und Nadeln zu überreichen. Seit 25 Jahren passiv dabei sind Lutz Gräber und Friedrich-Wilhelm Seehaus. Für 40-jährige passive Mitgliedschaft wurden Brigitte Büscher, Paul Mühe sen., Marlies Rohe, Andreas Voigt und Günter Winkelhake geehrt. Dieter Klug ist seit 50 Jahren mit von der Partie, während Ehrenortsbrandmeister Heinrich Schwarze sen. sogar auf eine 65-jährige Mitgliedschaft zurückblickt. Seit 70 Jahren ist Wilhelm Büscher passives Mitglied der Feuerwehr in Luhden.




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