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Besuchsdienst „Tür an Tür“ leistet ehrenamtliche Hilfe / Ziel: In jeder Kirchengemeinde eine eigene Gruppe

„Verborgen, ganz leise und selbstverständlich“

EILSEN. „So wie es in jeder Kirchengemeinde einen Posaunenchor gibt, müsste es auch einen Besuchsdienst „Tür an Tür“ geben.“ Dieses ist der Herzenswunsch von Ulrike van Gemmern, die das Projekt der Schaumburg-Lippischen Landeskirche, das auch vom Diakonischen Werk unterstützt wird, als „Chefin“ betreut. Aber die Realität sieht noch ganz anders aus, denn „nur“ in den evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden Bad Eilsen ‚(mit Pfarrstelle in Luhden), Bückeburg, Stadthagen, Meerbeck und Heuerßen gibt es Gruppen, deren Mitglieder mit Kontaktfreudigkeit und Verschwiegenheit unterwegs sind, um der Vereinsamung von Nachbarn und Bekannten entgegenzutreten. Ulrike van Gemmern: „ Insgesamt 60 Ehrenamtliche sind im Landkreis überaus engagiert mit von der Partie.“

veröffentlicht am 21.05.2019 um 10:47 Uhr
aktualisiert am 21.05.2019 um 18:10 Uhr

Waltraut Otto, Ulrike van Gemmern und Superintendent i. R. Wilhelm Thürnau (v. l.) berichten über den Besuchsdienst „Tür an Tür“. Foto: möh

Autor:

Cord-Heinrich Möhle
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ILSEN. „So wie es in jeder Kirchengemeinde einen Posaunenchor gibt, müsste es auch einen Besuchsdienst ‚Tür an Tür’ geben.“ Dieses ist der Herzenswunsch von Ulrike van Gemmern, die das Projekt der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Schaumburg-Lippe, das auch vom Diakonischen Werk unterstützt wird, als „Chefin“ betreut. Aber die Realität sieht noch ganz anders aus, denn „nur“ in den evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden Bad Eilsen (mit Pfarrstelle in Luhden), Bückeburg, Stadthagen, Meerbeck und Heuerßen gibt es Gruppen, deren Mitglieder mit Kontaktfreudigkeit und Verschwiegenheit unterwegs sind, um der Vereinsamung von Nachbarn und Bekannten entgegenzutreten. „Insgesamt 60 Ehrenamtliche sind im Landkreis überaus engagiert mit von der Partie“, so van Gemmern.

Besonders erfolgreich arbeitet auch die „Tür an Tür“-Gruppe im Bereich der Samtgemeinde Eilsen. 17 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betreuen derzeit 20 Seniorinnen und Senioren. Und bei dieser Arbeit, so Waltraut Otto, die dem Eilser Team angehört, spielt die Religion des zu Betreuenden eigentlich keine Rolle. Die Betreuer besuchen ihre „Klienten“ regelmäßig, hören ihnen zu, lesen ihnen vor und spielen mit ihnen Karten oder Schach. Die Ehrenamtlichen begleiten sie bei Spaziergängen, bei Arztbesuchen, beim Einkaufen oder stellen auch eine Verbindung zu professionellen Diensten her. Kleine Hilfen im Haushalt, wie das Auswechseln einer Glühbirne oder einen Brief oder ein Päckchen beim Postamt abliefern, gehören ebenfalls zum Repertoire. „Wir sind zufrieden, wenn der Besuchte überzeugt ist: Ich bin nicht allein und nicht vergessen“, so Otto.

In der Gruppe Eilsen, die mittlerweile selbstständig ist und unter dem Dach der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Bad Eilsen arbeitet, stellen Irene Wallbaum, Telefon (0 57 22) 8 90 10 94, und Gerhard Hasse, Telefon (0 57 22) 2 64 16, die Kontaktpersonen dar, an denen sich potenzielle neue Mitarbeiter sowie auch Personen, die besucht werden möchten, wenden dürfen. An jedem ersten und dritten Dienstag im Monat (in der Zeit von 10 bis 11 Uhr) stehen „Tür an Tür“-Mitarbeiter in der Bibliothek des evangelischen Gemeindehauses für ein persönliches Gespräch zur Verfügung. Wer den Dienst in Anspruch nehmen möchte, darf sich aber auch gern telefonisch (0 57 22) 8 43 07 oder per E-Mail an badeilsen@lksl.de an das Gemeindebüro in Bad Eilsen, Friedrichstraße 3, wenden. Die Anfragen würden an das „Tür an Tür“-Team weitergeleitet, wie Otto berichtet.

Außer Bad Eilsen, Bückeburg, Stadthagen, Meerbeck und Heuerßen seien weitere Gruppen im Aufbau, erklärte van Gemmern. Sie würde sich sehr freuen, wenn Personen, die in ihrem Ort auch eine „Tür an Tür“-Gruppe aufbauen möchten, sich bei ihr melden würden. Ihre Kontaktdaten: Telefon (0 57 21) 99 30 19 und (01 60) 90 95 32 99 sowie E-Mail vangemmern@diakonie-sl.de.

Das Angebot gelte natürlich auch für ältere Männer und Frauen, die gern mal Besuch bekommen würden. Ziel des Projektes, das seit sechs Jahren besteht, sei es nach wie vor, älteren und hilfsbedürftigen Menschen zu ermöglichen, länger selbstständig zu Hause in ihrer vertrauten Umgebung zu wohnen, so van Gemmern. Aber auch Bedürftige, die bereits in einem Seniorenheim leben, werden besucht. „Nachbarschaftshilfe geschieht oft im Verborgenen, ganz leise und selbstverständlich“, so van Gemmern. „Dabei bewirkt sie Großartiges und ist von unschätzbarem Wert.“

Alle ehrenamtlichen Mitarbeiter von „Tür an Tür“ erhalten kontinuierlich Fortbildungen und treffen sich regelmäßig zu einem Erfahrungsaustausch. In den Fortbildungen, die Superintendent i. R. Wilhelm Thürnau (früher Pastor in Frille und Großenheidorn) anbietet, geht es darum, die Mitarbeiter auf die Gespräche mit den zu Besuchenden vorzubereiten. Ganz aktuell ist das Seminar unter dem Thema „Wie wir wurden, was wir sind – Die Kunst, den anderen Menschen möglichst objektiv wahrzunehmen“.




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