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Nabu-Ortsgruppe Eilsen nimmt die Bückeburger Aue in den Blick

Viel Potenzial für Renaturierungen

EILSEN. Welche Maßnahmen zur Renaturierung der durch die Samtgemeinde Eilsen fließenden Bückeburger Aue sind – zusätzlich zu dem im Bereich Buchholz bereits erfolgten Projekt – noch möglich? Diese Frage beschäftigt die Ortsgruppe Bad Eilsen des Naturschutzbundes (Nabu) Deutschland. Im Fokus stehen dabei sowohl der Arten- als auch der Hochwasserschutz. Um hierzu Ideen zu sammeln, hat die Gruppe zu einer Exkursion eingeladen, bei der der Gewässerabschnitt zwischen Buchholz und Bad Eilsen in Augenschein genommen wurde.

veröffentlicht am 10.05.2019 um 11:08 Uhr
aktualisiert am 10.05.2019 um 16:30 Uhr

Bei der Exkursion diskutierten das Nabu-Mitglied Heinz-Hardy Hoffmann (v. l.), der Landschaftsökologe Christian Höppner und der Heeßer Bürgermeister Harald Bokeloh über den derzeitigen Zustand der Bückeburger Aue. Foto: wk
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Michael Werk Reporter zur Autorenseite
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Außer einigen Mitgliedern und dem Heeßer Bürgermeister Harald Bokeloh nahm an der Veranstaltung auch Christian Höppner, Landschaftsökologe beim Nabu-Landesverband Niedersachsen, teil, der fachkundigen Rat beisteuerte.

Fündig geworden sind die Naturschützer im Bereich des Aue-Teilstücks nahe der in Heeßen gelegenen Grundschule. Dort habe sich früher offenbar mal ein kleiner Seitenarm des Fließgewässers und eine durch diesen gebildete „Insel“ befunden, berichtete Heinz-Hardy Hoffmann, Nabu-Mitstreiter und Ratsherr (Grüne) im Eilser Samtgemeinderat. Beides könne man heute noch erkennen. Deren ursprünglichen Zustand wiederherzustellen, wäre „ohne großen Aufwand“ machbar, ergänzt er. Dazu müsste der der mittlerweile mit angeschwemmtem Bodenmaterial zugesetzte und in der Folge stark zugewachsene Seitenarm Höppner zufolge lediglich mit einem Bagger ausgekoffert werden. Zwei bis drei Tage Arbeit wären dafür einzuplanen.

Profitieren würden von dieser Maßnahme dann Amphibien wie die Gelbbauchunke, der Grasfrosch, die Erdkröte und die an der Bückeburger Aue vorkommenden Molcharten. Ferner könnte in den ruhigen Bereichen des Seitenarmes Fischbrut gute Bedingungen vorfinden. Denkbar sei überdies, dort eine Steilwand zu schaffen, in der Eisvögel Niströhren graben könnten, um darin zu brüten.

Insgesamt sieht Höppner nach der Besichtigung der Bückeburger Aue „viel Potenzial“ für weitere Renaturierungsmaßnahmen. Bevor diesbezüglich jedoch näher ins Detail gegangen wird, sollte seiner Meinung nach zunächst geklärt werden, ob bei den jeweiligen Eigentümern der ufernahen Grünflächen überhaupt die Bereitschaft besteht, dass die Flächen im Sinne des Arten- und Hochwasserschutzes aufgewertet werden.

An dem Aue-Teilstück zwischen Buchholz und Heeßen beispielsweise könnte sich der Landschaftsökologe unter anderem die Anlage von sogenannten Flutmulden vorstellen. Hierbei handelt es sich um mittels Bagger auf den Ufergrundstücken geschaffene Senken, die bei Hochwasserlagen volllaufen. Sinkt der Wasserspiegel in dem Fließgewässer dann wieder auf das normale Niveau, bleibt das Wasser in den Flutmulden indes noch eine gewisse Zeit lang stehen.

Apropos Hochwasserschutz: Würde man zum Beispiel eine 1000 Quadratmeter große Grünfläche einen Meter tief ausbaggern, könnte solch eine Senke eine Million Liter Wasser aufnehmen, verdeutlicht Höppner die Dimension.

Was es als Voraussetzung für die Umsetzung etwaiger Renaturierungsmaßnahmen ebenfalls braucht, ist laut Hoffman ein entsprechender Beschluss vonseiten der lokalen Politik. „Dieser Weg muss erst einmal beschritten werden“, betont er. Wenn gewünscht, könne Höppner auch beratend tätig werden und prüfen, welche finanziellen Fördermöglichkeiten für solche Vorhaben in Anspruch genommen werden können.




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