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Buchvorstellung: „Gesundbrunnen im Schaumburger Land“

Von Fresenius und anderen Analysten

BAD EILSEN. Zahlreiche Sachbücher, die auf seinem Fachgebiet Chemie, basieren, hat Prof. Dr. Georg Schwedt bereits geschrieben. Zu seinem Schaffen gehören die Veröffentlichungen „Chemie im Alltag für Dummies“, „Experimente rund ums Kochen, Braten, Backen“ sowie ein mit „Zuckersüße Chemie“ betiteltes Werk über Kohlehydrate in der Nahrung. In seiner jüngsten Publikation befasst sich der heute in Bonn lebende, gebürtige Hessisch Oldendorfer mit den „Gesundbrunnen im Schaumburger Land“, von denen einige in Bad Eilsen zu finden sind.

veröffentlicht am 07.11.2018 um 11:12 Uhr
aktualisiert am 07.11.2018 um 19:00 Uhr

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Michael Werk Reporter zur Autorenseite
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BAD EILSEN. Zahlreiche Sachbücher, die allesamt auf seinem beruflichen Fachgebiet, der Chemie, basieren, hat Georg Schwedt bereits geschrieben. Zu seinem Schaffen gehören unter anderem die Buchveröffentlichungen „Chemie im Alltag für Dummies“, „Experimente rund ums Kochen, Braten, Backen“ sowie ein mit „Zuckersüße Chemie“ betiteltes Werk über Kohlehydrate in der Nahrung. In seiner jüngsten Publikation befasst sich der heute in Bonn lebende, gebürtige Hessisch Oldendorfer dagegen mit den „Gesundbrunnen im Schaumburger Land“, von denen auch einige im Kurort Bad Eilsen zu finden sind.

Den dortigen Heilquellen hat Schwedt knapp 80 Seiten seines insgesamt rund 350 Seiten starken Buches gewidmet. Dabei schildert er, welche berühmten historischen Chemiker das Wasser der Bad Eilser Schwefelquellen schon auf dessen Bestandteile hin untersucht haben und wie diese seinerzeit bei den Probeentnahmen und anschließenden Analysen vorgegangen sind.

„Die erste Analyse der Schwefelquellen zu Eilsen, das sich damals noch ‚Eylse‘ schrieb, stammen aus dem Jahr 1791 von dem in Bückeburg geborenen Apotheker und Chemiker Friedrich Accum, der in Hannover, London und Berlin wirkte“, ist im Vorwort zu diesem Kapitel zu lesen.

Bei der seiner jetzigen öffentlichen Präsentation seines neuen Sachbuches im „Haus des Gastes“ in Bad Eilsen berichtete Schwedt, dass auch der bekannte Chemiker Carl Remigius Fresenius (1818–1897) der Zusammensetzung des Schwefelquellenwassers auf den Grund gegangen ist. Welche Methoden der Urvater des heutigen Laboranalytik-Unternehmens SGS Institut Fresenius (Taunusstein) dabei angewandt hatte, führte der Autor den Besuchern seines interessanten Vortrages sogar praktisch vor.

So setzte Schwedt einer Wasserprobe aus der im Bad Eilser Kurpark gelegenen Tuffsteinquelle eine kleine Menge salpetersaures Silberoxid bei, wodurch sich das Wasser leicht gelblich färbte. Das entstandene Silbersulfid beweise, dass in dem Quellwasser Schwefel enthalten ist, erklärte der emeritierte Professor. Noch deutlicher fiel die Analyse einer anderen örtlichen Wasserprobe aus, die er vom Rehazentrum Bad Eilsen bezogen hatte. Das salpetersaure Silberoxid, das er diesem „Badewasser“ beigefügte, führte wie damals bei Fresenius‘ Untersuchungen gar zu einem „starken, schwarzen Niederschlag“, bei dem es sich um eine entsprechend größere Konzentration an Silbersulfid handele.

Für seine weiteren Schau-Analysen griff Schwedt dann wieder auf Wasser aus der Tuffsteinquelle zurück: Nach Beigabe von Salmiakgeist („Ammoniak“) war in seinem als Reagenzglas-Ersatz dienenden Trinkglas ein „ziemlich weißer Niederschlag“ zu sehen, der das in dem Wasser enthaltene Calcium und Magnesium belegte. Wasser plus etwas Salzsäure und Bariumchlorid ergab ebenfalls eine weißliche Färbung des zu untersuchenden Wassers, bei der es sich jedoch stattdessen um die Schwefelverbindung Bariumsulfat handelte. Und an dem „sehr starken, weißen Niederschlag“, der sich in einer Wasserprobe bildete, der er zuvor Oxalsäure beigefügt hatte, konnte der Experte einen „hohen Calciumgehalt“ ablesen.

Die genauen Konzentrationen der jeweiligen natürlichen Inhaltsstoffe habe man damals durch Abfiltrieren, Trocknen und Wiegen derselben ermittelt, erklärte er. Hierbei habe man zudem die Menge des untersuchten Wassers sowie die Menge der diesem zugegebenen Chemikalien berücksichtigt.

Außer um die Schwefelquellen in Bad Eilsen, geht es in Schwedts neuem Buch auch um die in Bad Nenndorf, Rodenberg und Bad Rehburg gelegenen „Gesundbrunnen“, denen er eigene Kapitel gewidmet hat. Im Vordergrund seines Werkes stehen aber die Beschreibungen der einzelnen Örtlichkeiten und die Biografien der von ihm recherchierten historischen Mediziner und etwa Naturwissenschaftler, die die Quellwasser damals analysiert haben, betonte der Autor anlässlich seines Vortrages. Viel Raum haben in dem Buch aber auch deren damalige Veröffentlichungen.

Zu Schwedt selbst ist noch zu erwähnen, dass er von 1987 bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2006 einen Lehrstuhl für Anorganische und Analytische Chemie an der Technischen Universität Clausthal gehabt hat. Im Jahr 2010 ist er von der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) mit dem „GDCh-Preis für Journalisten und Schriftsteller“ ausgezeichnet worden.

„Gesundbrunnen im Schaumburger Land“ (ISBN: 978-3-7481-0823-8) von Georg Schwedt ist im Verlag Book on Demand erschienen – inzwischen in einer zweiten Auflage. Erhältlich ist dies sowohl online über die Homepage des Verlages (www.bod.de) als auch im stationären Buchhandel – jeweils zu einem Preis in Höhe von zwölf Euro pro Exemplar. Darüber hinaus kann es in der Tourist-Information der Gemeinde Bad Eilsen erworben werden.




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