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Dirk Hasse möchte Gespräch mit Anwohnern führen

„Was stört, werden wir ändern“

HEEßEN. Hinsichtlich der massiven Kritik, die mehr als 20 Bürger wegen der von seinem Agrar-Service-Betrieb ausgehenden Lärm- und Staubmissionen üben (wir berichteten), zeigt sich Firmenchef Dirk Hasse überrascht: Man habe nicht erwartet, dass sich aus der Beschwerde eines Einzelnen solch ein Widerstand formiert. Das Ansinnen seiner Familie sei , „Frieden im Dorf zu haben“, was bislang auch immer geklappt habe.

veröffentlicht am 26.10.2018 um 12:58 Uhr
aktualisiert am 26.10.2018 um 14:21 Uhr

Der in Heeßen ansässige Dienstleister Hasse Agrar-Service sorgt derzeit für Diskussionen, weil sich Anwohner durch diesen Betrieb gestört fühlen. Foto: wk
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Michael Werk Reporter zur Autorenseite
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Hasse ist aber überzeugt, dass er den jetzigen Streit, der sich an dem von ihm auf seinem Hof geplanten Neubau einer circa 48 x 25 Meter großen Fahrzeughalle entzündet hat, einvernehmlich wird klären können. Jedenfalls will er - wie jüngst bereits bei der Sitzung im Gemeinderat angeregt worden ist - auch seinerseits ein Gespräch mit den verärgerten Anwohnern führen, um mit diesen gemeinsam eine Lösung für die von diesen beklagten Probleme zu finden. „Die Dinge, die die Leute stören, werden wir ändern“, verspricht er.

Was den Radlader betrifft, dessen große Schaufel beim Beladen von Anhängern jedesmal lautstark gegen den Rahmen des Frontladergestells „klackt“, habe er bereits mit dem Hersteller des Fahrzeuges gesprochen, sagt Hasse. Von diesem habe er erfahren, dass sich dieses Geräusch durch den Einbau eines „Dämpfers“ abstellen lasse. „Und das wird auch gemacht.“

Ferner berichtet er, dass er zusammen mit seinem Vater, dem Ratsmitglied Gerhard Hasse, extra in der Straße „Im Siek“ gewesen sei, um sich selbst einen Eindruck bezüglich der von den dortigen Anwohnern monierten Lärmemissionen zu verschaffen. Dass man das Klacken des Radladers in jener Siedlungsstraße tatsächlich „so doll“ hört, habe er zuvor nicht gewusst.

Die mehrere Wochen im Jahr nach der Maisernte laufende Maistrocknungsanlage indes ist nach seiner Wahrnehmung „Im Siek“ kaum wahrzunehmen: Diese „surrt nur vor sich hin“, konkretisiert er. Dass sich die Anwohner diesbezüglich über Lärm und Staub beschweren, könnte seines Erachtens daran liegen, dass die Büsche und Bäume, die früher die zwischen seinem Hofgelände und der Siedlung verlaufende Bahnstrecke gesäumt hatten, durch die Bückebergbahn Rinteln-Stadthagen GmbH entfernt worden sind. Denn diese Gehölze dürften seinerzeit derlei Schall- und Staubemissionen geschluckt haben, weshalb er den Bahndamm wieder entsprechend begrünen wolle. Ein Gespräch darüber will Hasse mit der Bahnstreckenbetreiberin führen. Auch kann er sich vorstellen, auf seinem Grundstück parallel zum Schienenverlauf einen Erdwall aufzuschütten, der nach seiner Einschätzung zusätzlich als Schallschutz fungieren würde. Übrigens sei der von der nahen Bundesstraße 83 und der Autobahn ausgehende Straßenverkehrslärm in der Siedlung im Vergleich zu der Maistrocknungsanlage „deutlich“ zu hören, findet der Agrar-Unternehmer.

Mobile Laubbläser
angeschafft

Dass die landwirtschaftlichen Maschinen regelmäßig mit Druckluft-Kompressoren von Staub (etwa Getreidespreu) befreit werden, begründet Hasse damit, dass dies dem Brandschutz dient. Im Sommer diesen Jahren habe er aber nach einer zuvor beim Ordnungsamt gegen seinen Betrieb eingegangenen Beschwerde einige mobile Laubbläser angeschafft, mit denen seine Mitarbeiter die Maschinen bereits auf dem Feld säubern können. Die Anschaffung weiterer mobiler Laubbläser sei geplant. Auf dem Hof in Heeßen müsse man die Maschinen daher nur noch einmal am Ende der jeweiligen Saison „zu normalen Arbeitszeiten“ mit dem Druckluft-Kompressor auspusten.

Was sich jedoch nicht abstellen lasse, sind die beim Rückwärtsfahren der Fahrzeuge und Maschinen ertönenden „Piep-Geräusche“, schränkt Hasse ein. Hierbei handele es sich nämlich um gesetzlich vorgeschriebene Warntöne.

Zu der von ihm geplanten großen Fahrzeughalle erklärt er, dass diese in den Hang hinein gebaut werden soll. Die acht Meter hohe Halle würde daher nur circa 4,5 Meter über das Geländeprofil des Hanges hinausragen. Zudem soll die Halle, die nebenbei auch als Lärmschutz für die Nachbarn wirken würde, durch die Umpflanzung mit Gehölzen begrünt werden.

Aber: „Es wird nichts passieren, was das Dorf nicht will“, betont Hasse bezogen auf dieses Bauvorhaben.




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