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Eilsens stellvertretende Verwaltungschefin Svenja Edler ist nun Bürgermeisterkandidatin der SPD

Wenn die Lindhorster anklopfen

EILSEN/LINDHORST. Wie wird man eigentlich Bürgermeister-Kandidatin? Die Antwort ist ganz einfach: Man werde gefragt, sagt Svenja Edler. Und fügt hinzu: „Ich selbst wäre überhaupt nicht auf die Idee gekommen.“ Die stellvertretende Verwaltungschefin der Samtgemeinde Eilsen und Direktorin der Gemeinde Bad Eilsen will es wissen: Sie kandidiert am 26. Mai für das Amt des Lindhorster Samtgemeindebürgermeisters.

veröffentlicht am 10.01.2019 um 11:47 Uhr
aktualisiert am 10.01.2019 um 19:30 Uhr

Svenja Edler. Foto: kk
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Karsten Klaus Redakteur zur Autorenseite
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Angeklopft haben bei Edler Hans-Otto Blume, Dieter Wall und Klaus Büsking – allesamt in der Samtgemeinde Lindhorst in der SPD aktiv. Die drei waren auf der Suche nach einem Nachfolger für Samtgemeindebürgermeister Andreas Günther. Der Sozialdemokrat scheidet nach zwei Amtsperioden aus.

Die Wahl der Lindhorster Genossen fiel auf Edler, die parteilos ist und als ausgesprochene Verwaltungsexpertin gilt. Zwei Kriterien, mit denen die Lindhorster beim Wähler punkten wollen. Die Diplom-Verwaltungswirtin, die aus Rinteln stammt, in Bückeburg lebt und in Bad Eilsen arbeitet, war überrascht, aber auch ein wenig geschmeichelt: Es sei schön, dass ihre Arbeit auch über den eigentlichen Wirkungskreis hinaus wahrgenommen und wertgeschätzt werde.

Edler sah die Chance zur persönlichen Weiterentwicklung – und nahm die neue Herausforderung an. Allerdings nicht, ohne in Eilsen mit einigen Weggefährten gesprochen zu haben: Die Überraschung sei groß gewesen, viele hätten sich auch mit ihr über diese Chance gefreut, so Edler. Und: „An meiner Arbeit hier hat sich aber überhaupt nichts geändert.“

Gab es in Eilsen keine Perspektiven mehr für die Vertreterin von Verwaltungschef Bernd Schönemann? „Hier tut sich derzeit nichts, was ich mitbekommen hätte“, sagt sie. Schönemann, wie Edler parteilos, war im Mai 2014 für eine zweite Amtszeit gewählt worden. Der heute 60-jährige Samtgemeindebürgermeister ist noch bis zum Jahr 2021 im Amt. Über eine mögliche Nachfolge, für die wohl auch Edler in Frage gekommen wäre, haben sich die Parteien – zumindest offiziell – noch keine Gedanken gemacht.

Die Lindhorster SPD dagegen stand unter Zugzwang: Nachdem die Bemühungen zur Fusion der Samtgemeinden Lindhorst, Sachsenhagen und Nenndorf zu einer SG Nordschaumburg zunächst gescheitert sind, musste die Nachfolge Günthers geklärt werden. Zumal Grüne und CDU bereits Stefanie Sonne-kalb-Unruh (Grüne) ins Rennen geschickt hatten (wir berichteten). Innerhalb des Lindhorster SPD-Samtgemeindeverbandes gab es mehrere Bewerber: Außer Edler wollten auch die SPD-Samtgemeindevorsitzende Cerstin Bayer und der langjährige Kommunalpolitiker Christopher Sendler kandidieren. Edler setzte sich jedoch in einer Mitgliederversammlung klar durch. Bayer nahm daraufhin ihren Hut als Vorsitzende.

Für Svenja Edler beginnt nun ein Vorstellungsmarathon. Im Gegensatz zu ihrer Konkurrentin Sonnekalb-Unruh ist sie in Lindhorst, Beckedorf, Heuerßen und Lüdersfeld kaum bekannt und vernetzt. Dafür hofft Edler, mit 25-jähriger Verwaltungserfahrung punkten zu können – ein Pfund, mit dem Quereinsteigerin Sonnekalb-Unruh nicht wuchern kann. In den „klassischen Wahlkampf mit Infoständen und Veranstaltungen will Edler dann sechs bis acht Wochen vor dem Wahltermin am 26. Mai, an dem auch das EU-Parlament gewählt wird, einsteigen.

Und wie stehen die Chancen? Wenn sie chancenlos wäre, würde sie nicht antreten, macht Edler klar. Ein Blick auf die letzten Wahlergebnisse verdeutlicht: SPD-Mann Günther hat gut vorgelegt. 2011 vereinigte er bei der Samtgemeindebürgermeisterwahl 62,46 Prozent der Wählerstimmen auf sich.

Wenn Edler gewinnt, würde sie am 1. November ihr neues Amt in Lindhorst für sieben Jahre antreten – und die Stellung einer Beamtin auf Lebenszeit mit der unsicheren einer Wahlbeamtin auf Zeit tauschen. Und sie würde natürlich das Bad Eilser Rathaus verlassen. Doch wie diese Lücke geschlossen werden könnte, ist derzeit noch völlig offen.

Und wenn es nicht klappt? Dann ginge im Kurort erst einmal alles weiter wie bisher. Denn, so Edler: „Schließlich habe ich auch hier einen tollen Job.“




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