weather-image
21°

Rentenversicherung will Kosten nicht allein tragen

Wer bezahlt 120 000 Euro für Sanierung zweier Schwefelbrunnen?

BAD EILSEN. Die Gemeinde Bad Eilsen sieht sich mit einem schwierigen Thema konfrontiert: Obwohl die Deutsche Rentenversicherung (DRV) Braunschweig-Hannover für die Sanierung zweier vom Rehazentrum genutzter Schwefelbrunnen zuständig ist, will sich diese nur „zu einem gewissen Maße“ an den Kosten beteiligen.

veröffentlicht am 02.04.2019 um 11:23 Uhr
aktualisiert am 02.04.2019 um 16:50 Uhr

Der „Adolf-Brunnen“ ist einer der beiden Schwefelbrunnen, die saniert werden müssen. Er befindet sich im Bad Eilser Kurpark an einem dortigen Spazierweg. Foto: wk
Michael_Werk

Autor

Michael Werk Reporter zur Autorenseite
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der SZ/LZ? Dann melden Sie sich hier mit Ihren SZ/LZ -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

BAD EILSEN. Der Zustand zweier alter Schwefelbrunnen im Kurpark beschäftigt die Gemeinde Bad Eilsen. Dabei geht es nach Information von Gemeindedirektorin Svenja Edler um den Adolf-Brunnen und den Nord-Brunnen.

Aus beiden zapft das Rehazentrum Bad Eilsen derzeit noch Schwefelwasser für therapeutische Wannenbäder, wobei ein kleiner Teil davon zu gleichen Zwecken über eine Rohrleitung an die ebenfalls ortsansässige Bückeberg-Klinik abgegeben wird. Eine Überprüfung durch die Untere Wasserbehörde des Landkreises Schaumburg hat laut Edler jedoch ergeben, dass diese beiden Schwefelbrunnen sanierungsbedürftig sind.

Sowohl der Adolf-Brunnen als auch der Nord-Brunnen befinden sich in einem Bereich des Kurparks, den die Kommune im Jahr 2005 von der Deutschen Rentenversicherung (DRV) Braunschweig-Hannover übernommen hat. Für die Unterhaltung der Brunnen ist Edler zufolge aber nach wie vor die das Rehazentrum Bad Eilsen betreibende DRV verantwortlich.

Das Problem sei, dass das Rehazentrum nicht mehr so viel Schwefelwasser verwende wie in früheren Zeiten, führt die Gemeindedirektorin weiter aus. Für die DRV stelle sich daher die Frage, ob es sich überhaupt noch lohnt, Schwefelwasser aus den Brunnen zu entnehmen. Mitgeteilt worden sei der Gemeinde außerdem, dass das Rehazentrum auch ohne die beiden Brunnen auskommen könne.

Schon wegen des Kurortstatus müsse man als Gemeinde nun überlegen, wie man mit dem Thema Brunnensanierung umgeht, sagt Edler. Zudem seien die Schwefelbrunnen historisch bedeutsam. Und schließlich handele es sich um Wasser, das im Vergleich aller in Deutschland vorkommenden Schwefelwasserquellen die höchste Schwefelkonzentration aufweise. Insofern hat Edler die lokale Politik bereits darauf hingewiesen, dass sich die jeweiligen Gremien mit diesem Thema beschäftigen mögen, verbunden mit der Anmerkung, dass man sich ihrer Meinung nach als Gemeinde an den Kosten für die Brunnensanierung beteiligen sollte. Zu klären ist laut der Gemeindedirektorin aber auch, ob für solch eine Maßnahme Fördergelder in Anspruch genommen werden können.

Die Kosten für die Sanierung eines einzelnen Brunnens beziffert Edler auf rund 60 000 Euro. Der Rückbau, also die Stilllegung, würde dagegen pro Brunnen nur rund 20 000 Euro kosten.

Das Problem hinsichtlich einer etwaigen Beteiligung an den Sanierungskosten umschreibt die Gemeindedirektorin aus kommunaler Sicht so: „Wir strotzen ja nicht vor Einnahmen.“ Und um dies noch zu verdeutlichen, fügt sie hinzu: „Straßenunterhaltungen führen wir nicht aus, weil wir das Geld dafür nicht haben.“

Harald Hiemesch, Justiziar und Leiter der Finanzabteilung der Deutschen Rentenversicherung Braunschweig-Hannover, bestätigt auf Anfrage dieser Zeitung, dass die DRV wegen der erforderlichen Brunnensanierung bereits in Kontakt mit der Gemeinde Bad Eilsen steht; ebenso, dass die DRV zur Unterhaltung der beiden Brunnen verpflichtet ist, wenn diese weiter genutzt werden sollten, schränkt er ein. Da man den Reha-Patienten aber das Schwefelwasser nicht vorenthalte wolle, ist die DRV laut Hiemesch bereit, sich „zu einem gewissen Maße“ finanziell an der Brunnensanierung zu beteiligen.




Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Kommentare