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Nicht länger Vizebürgermeister und allgemeiner Verwaltungsvertreter

Wolfgang Witt (WiB) legt überraschend politische Ämter nieder

BUCHHOLZ. Paukenschlag bei der Gemeinderatssitzung: Wolfgang Witt von der Wählergemeinschaft in Buchholz (WiB) hat seinen Vizebürgermeister-Posten und auch sein Amt als allgemeiner Verwaltungsvertreter der Gemeinde mit sofortiger Wirkung niedergelegt.

veröffentlicht am 03.05.2019 um 12:19 Uhr
aktualisiert am 03.05.2019 um 16:20 Uhr

Das WiB-Mitglied Wolfgang Witt (rechts) – hier bei der Ratssitzung vom Februar dieses Jahres – ist jetzt nur noch Ratsherr im Gemeinderat Buchholz. Foto: wk/Archiv
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Michael Werk Reporter zur Autorenseite
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BUCHHOLZ. Paukenschlag während der Gemeinderatssitzung: Wolfgang Witt von der Wählergemeinschaft in Buchholz (WiB) hat seinen Vizebürgermeister-Posten und auch sein Amt als allgemeiner Verwaltungsvertreter der Gemeinde mit sofortiger Wirkung niedergelegt.

Damit hat er die Konsequenz aus einem Eklat gezogen, für den er bei der vorausgegangenen Ratssitzung vom Februar dieses Jahres gesorgt hatte, bei der er überaus harsche Kritik an dem Bad Eilser Palais im Park und dessen sechsstelligem Zuschussbedarf geübt hatte (wir berichteten). Lediglich sein Ratsmandat hat er noch behalten.

Er sehe sich genötigt, eine Stellungnahme abzugeben, sagte Witt bei der jetzigen Sitzung. Zum einen distanzierte er sich dann von seiner Aussage, es habe seinerzeit keine politische Beteiligung der Ortsräte hinsichtlich der Frage gegeben, ob die Samtgemeinde Eilsen das Palais kaufen und sanieren lassen sollte (um dies dann durch ein kommunales Tochterunternehmen als Kulturgebäude zu betreiben): Dies müsse er zurücknehmen, erklärte Witt. Als Begründung verwies er darauf, dass ihm nach jener Kritik bei einer anschließenden Fraktionssitzung gesagt worden sei, dass es sehr wohl entsprechende Beratungen gegeben habe. Er selbst könne sich heute aber nicht mehr an die damaligen Sitzungen erinnern, merkte er an.

Des Weiteren erklärte Witt, dass er auch seine Aussage zurücknehmen wolle, die Buchholzer hätten keine Vorteile durch das Palais im Park. Dies sei von ihm missverständlich formuliert gewesen. Gemeint habe er vielmehr, dass Buchholz unter wirtschaftlichen Betrachtungen keine Vorteile vom Palais habe, da es in der Gemeinde Buchholz beispielsweise keine davon profitierenden Gastronomiebetriebe gebe.

Der Gemeinderat nahm Witts Rücktritt von den beiden Ehrenämtern zur Kenntnis, ohne im öffentlichen Teil der Versammlung näher darauf einzugehen.

Auf Nachfrage dieser Zeitung teilt Bürgermeister Hartmut Krause (WiB) mit, von Witts Entscheidung überrascht worden zu sein. Zwar habe er Witt nach der Ratssitzung vom Februar darauf angesprochen, dass sich dieser mit der Kritik am Palais vertan habe, damit aber sei dieses Thema für ihn abgehakt gewesen, so Krause. „Wir sind ja alles nur Menschen, für mich war die Sache vergessen.“ Dass sich Witt diese Angelegenheit indes „so zu Herzen nehme, hätte ich nicht gedacht“. Erforderlich sei dessen Rücktritt von den beiden Ämtern nicht gewesen. Aber: „Das ist seine freiwillige Entscheidung gewesen“, betont Krause.

„Die ganze Fraktion ist vor den Kopf gestoßen worden“, kommentiert Rolf Milewczek, der 2. Vizebürgermeister der Gemeinde Buchholz (WiB), die jüngste Entwicklung und ergänzt: „Ich weiß nicht, was ihn getrieben hat.“ Zwar habe man mit Witt über dessen Aussagen von der Februar-Ratssitzung diskutiert, aber Witt sei deswegen in keiner Weise angegangen worden. Zumal ja ein jeder eine freie Meinung haben dürfe. Jene Diskussion sei denn auch kein Grund gewesen, die beiden Ämter niederzulegen. „Jetzt müssen wir sehen, wie wir klarkommen“, resümiert Milewczek.

„Wir waren alle sehr überrascht“, bestätigt Ratsfrau Marianne Ohlen (CDU). Ihrer Ansicht nach ist Witts Rücktritt „ein bisschen übertrieben“. Denn man hätte sich stattdessen ja auch noch mal zusammensetzen können, um darüber zu reden.

Ein etwaiges Missmanagement der das Palais betreibenden Palais im Park Veranstaltungsgesellschaft (Tochterunternehmen der Samtgemeinde Eilsen; Anm. d. Red.) dürfe man nicht aus den Augen verlieren, erklärt Frank Rinne, der Vorsitzende der SPD-Ratsfraktion im Buchholzer Gemeinderat. Diesbezüglich sei er „vollständig“ bei Witt. Doch die Ämter niederzulegen, das sei überzogen. Deutlicher noch: „Aus meiner Sicht wäre der Rücktritt nicht notwendig gewesen.“

Rinne zufolge liegt daher der Eindruck nahe, dass es seitens der Gruppe WiB/CDU im Gemeinderat Druck gegeben haben könnte, da Witt mit seiner Kritik am Palais im Park nicht auf Linie gewesen sei.




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