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Kleine Schritte, die die Welt verändern

23 Ehrenamtler aus dem ganzen Landkreis geehrt

HESSISCH OLDENDORF. Würde die Gesellschaft ohne Ehrenamtler funktionieren? Zweifellos könnten auch bezahlte Arbeitskräfte viele Dinge erledigen – irgendwie wäre das wohl möglich. Doch Ideen, Herzblut und Kreativität würden fehlen – mal ganz davon abgesehen, dass so viel Geld für gesellschaftliche Aufgaben erst einmal vorhanden sein müsste, wie Landrat Tjark Bartels sinngemäß betonte.

veröffentlicht am 06.12.2018 um 17:20 Uhr
aktualisiert am 06.12.2018 um 19:40 Uhr

Vertreter der Stadt, des Landkreises und des Paritätischen würdigten das Engagement von 23 Bürgern, die sich in ganz unterschiedlicher Weise für die Gesellschaft einsetzten. Foto: jsp
Jens Spickermann

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Im KulTourismusForum haben am Mittwoch der Landrat, Bürgermeister Harald Krüger und die Freiwilligenagentur Hameln-Pyrmont 23 Menschen geehrt, die sich in besonderem Maße und teilweise seit langer Zeit gesellschaftlich engagieren. „Das Herz, das Sie einbringen in Ihrer Tätigkeit, das kann man nicht bezahlen“, würdigte Krüger die Leistungen der Ehrenamtler. Die Geehrten stünden stellvertretend „für Tausende von Ehrenamtlern“, die sich um die Gesellschaft verdient machen.

Neben anerkennenden Worten waren aber auch nachdenkliche Töne zu hören – über die nachlassende Bereitschaft zu längerfristigem Engagement. „Ich glaube gar nicht, dass die Bereitschaft zum Ehrenamt abnimmt in unserer Gesellschaft“, führte Bartels aus. Sie sei aber im Wandel. Bei der Feuerwehr und Traditionsvereinen würden Leute fehlen, weil viele mittlerweile davor zurückschrecken würden, sich langfristig an eine Aufgabe zu binden und Ämter zu übernehmen. Grund sei nicht, dass die Leute nichts Gutes mehr tun würden. „Sie tun eben andere Dinge“, meinte Bartels. Dafür müsse man Lösungen finden. Einen Grund zu größerer Besorgnis sah der Festredner aber nicht: „Unsere Gesellschaft ist gut aufgestellt.“

Auch wenn es unentgeltlich ist – das Engagement für andere Menschen zahlt sich in jedem Fall aus. Zumindest wenn man einer von Krüger zitierten Studie glauben darf: Demnach leben Leute, die sich ehrenamtlich engagieren, länger und gesünder. Dabei muss niemand gleich große Heldentaten vollbringen, wie Paritäten-Geschäftsführer Christoph Seese zum Abschluss verdeutlichte: „Wenn viele kleine Menschen viele kleine Schritte tun, dann wird das die Welt verändern.“

Bürgermeister Harald Krüger ehrt Julia Aschenbach aus Hessisch Oldendorf. Fotos: jsp
  • Bürgermeister Harald Krüger ehrt Julia Aschenbach aus Hessisch Oldendorf. Fotos: jsp

Die 23 Bürger, die bei der Veranstaltung geehrt wurden, engagieren sich auf ganz unterschiedliche Weise für die Gesellschaft. Manche unterstützen Flüchtlinge, wie beispielsweise Elfriede Berberich aus Hessisch Oldendorf. Im Naturschutz sind unter anderem Professor Dr. Kordt Rehn aus Bad Pyrmont und Hans Arend aus Hessisch Oldendorf aktiv. Manche zeigen gleich in mehreren Bereichen große Einsatzbereitschaft, wie Gaby Richard aus Groß Berkel. Sie hilft in der Freiwilligenagentur mit, ist Ansprechpartnerin für das Besuchshundeprojekt „Besuch auf vier Pfoten“, gibt Deutschunterricht für Flüchtlinge und leistet Schwerkranken als Sterbebegleiterin Beistand.

„Wir brauchen Sie und Ihre Tatkraft“, sagte Bartels. Bei allem Engagement sei es aber auch wichtig, die eigenen Kräfte nicht zu überschätzen. Denn nur wer die eigenen Grenzen kennt, steht auch langfristig zur Verfügung.




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