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SPD und Grüne sehen für das Baxmann-Zentrum keine Zukunft

Abreißen und neu bauen?

HESSISCH OLDENDORF. Zu einem Umbau der Stadthalle wird es nicht kommen, wenn es nach SPD und Grünen geht. Letztendlich hat ein Brandschutzgutachten zum Umdenken geführt: Weil eine entsprechende Sanierung ein „Fass ohne Boden“ sei, sieht die Ratsgruppe keine Zukunft mehr für das Baxmann-Zentrum als Veranstaltungsort.

veröffentlicht am 06.02.2019 um 15:58 Uhr

Als Veranstaltungsort hat das Baxmann-Zentrum keine Zukunft, meinen SPD und Grüne. Foto: wfx
Jens Spickermann

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Über das Baxmann-Zentrum haben sich die Beteiligten schon zwei Jahre lang den Kopf zerbrochen, eine Zukunftswerkstatt gegründet, ein Architekturbüro beauftragt und ein Gutachten eingeholt. Zentrale Frage dabei: Wie kann die Stadthalle trotz Sanierungsstau erhalten und an die Bedürfnisse der Nutzer angepasst werden?

Zu einem Umbau wird es nun doch nicht kommen, wenn es nach SPD und Grünen geht. Letztendlich hat ein Brandschutzgutachten zum Umdenken geführt: Weil eine entsprechende Sanierung ein „Fass ohne Boden“ sei, sieht die Ratsgruppe keine Zukunft mehr für das Baxmann-Zentrum als Veranstaltungsort. Stattdessen soll ein Konzept für den Bau einer neuen Stadthalle erstellt werden, fordern SPD und Grüne in einem gemeinsamen Antrag.

Dort heißt es zur Begründung: „Mit Blick auf den bekanntermaßen bestehenden Sanierungs-/Investitionsstau und die aus dem Erhalt der Immobilie resultierenden Folgekosten, wird der Erhalt der Stadthalle als kritisch betrachtet. Diese Situation wird verschärft durch die aktuell bekannt gewordenen Anforderungen zur Gewährleistung des Brandschutzes.“

Die Kosten nur für eine brandschutztechnische Sanierung seien mit voraussichtlich weit über 100 000 Euro einfach dem Restwert des Gebäudes nicht angemessen, meint Bauausschussvorsitzender Sven Sattler (SPD). Bei einem Umbau, wie ihn ein Architektenkonzept vorsieht, befürchten die beiden Parteien ebenfalls drastische Kosten – in diesem Fall würden nämlich noch strengere Brandschutzvorschriften greifen.

Seitdem im Baxmann-Zentrum die gravierenden Brandschutz-Mängel festgestellt wurden, dürfte dort eigentlich keine Veranstaltung mehr ausgerichtet werden. Durch kurzfristig realisierbare Baumaßnahmen sowie die Stationierung eines Feuerwehrfahrzeuges direkt vor Ort, will die Stadt jedoch ermöglichen, dass das Jahreskonzert des Musikkorps und ein Flohmarkt in diesem Jahr noch stattfinden können. Diese Vorgehensweise könne man eventuell auch im kommenden Jahr noch so beibehalten, meint Sattler. Danach sei ein neues Veranstaltungszentrum notwendig, denn für das kulturelle und gesellschaftliche Leben sei das unabdingbar.

Daher soll zunächst ermittelt werden, was genau die Stadt eigentlich benötigt. Anschließend soll laut SPD und Grünen konkret geplant werden, was an welcher Stelle gebaut werden könnte. Sattler zieht als Standort unter anderem die Freifläche hinter dem Baumarkt Obi in Betracht. Möglich sei aber auch eine mobile Lösung, die auf- und abbaubar ist oder ein Gemeinschaftsprojekt mit einer Nachbarkommune. „Es soll in alle Richtungen gedacht werden“, sagt Sattler.

Von einem Neubau als bessere Lösung sind Sozialdemokraten und Grüne mittlerweile auch überzeugt, weil zusätzlich zum Brandschutzproblem und dem Sanierungsstau auch weitere Umstände den Betrieb des Baxmann-Zentrums erschweren: Wegen der benachbarten Wohnbebauung wären zusätzliche Investitionen in den Lärmschutz nötig, außerdem sei die Parkplatz-Situation ungünstig, meint Sattler.

Trotz alldem kommt ein Abriss des Baxmann-Zentrums für den Bauausschuss-Vorsitzenden nur als Notlösung in Betracht. Lieber sei es ihm, wenn ein privater Käufer es erwerben und beispielsweise als Lagerhalle betreiben würde. Sowohl eine Veräußerung als auch ein Abriss komme ohnehin erst in Frage, sobald es einen alternativen Veranstaltungsort gibt, betont Sattler. Man wolle auch auf keinen Fall das Musikkorps der Stadt einfach auf die Straße setzen – die Musiker nutzen das Gebäude nämlich nicht nur für ihr Jahreskonzert, sondern auch unter anderem die Proben finden dort statt.

Der Antrag von Grünen und SPD wird in dem politischen Gremien demnächst zur Debatte stehen.




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