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Informationen gefordert

Angst vorm Hochwasser in Großenwieden: Was tun, wenn der Pegel steigt?

GROSSENWIEDEN / KLEINENWIEDEN. „Es hat sich viel verändert, die Weserarme sind weg, die Versiegelung ist mehr geworden, die Haine sind auch nicht mehr da“, erklärt Karl-Heinz Nitz. Der Christdemokrat kritisiert in der öffentlichen Sitzung des Ortsrates Großenwieden-Kleinenwieden, dass bei der Betrachtung der Hochwassersituation die Sicherung der Weserdörfer hinter den westlichen Teil der Kernstadt zurückgestellt worden ist.

veröffentlicht am 24.08.2021 um 11:00 Uhr

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Reporter

Maßnahmen in Städten und Gemeinden oberhalb des Flusses „machen das Wasser schneller. Großenwieden ist nach Aussage des Kreisbrandmeisters der neuralgische Punkt“.

Klimawandel, lokaler Starkregen, Überschwemmungen machen den Menschen zunehmend Angst, egal, ob sie am Berge oder in der Niederung wohnen. Nach den Ereignissen Anfang Juni, als sich im Süntel der Schlamm ins Freibad und in Kellern ergossen hat, ist das Problem tiefer ins Bewusstsein gerückt. Die Problematik stellt sich dabei in den Sünteldörfern anders als im Wesertal, auch die Maßnahmen müssen anders aussehen, darüber besteht bei politisch Verantwortlichen in den Ortschaften und der Stadtverwaltung in Hessisch Oldendorf Konsens.

Nitz fordert für seinen Wohnort konkrete Maßnahmen zum Hochwasserschutz, eine vertiefende Planung, Informationen über private Maßnahmen, einen Hochwasserleitdamm im Zuge des Kiesabbaus, das Öffnen der Gräben, Beseitigung der Verrohrung. Sein Parteikollege, Gisbert Haver, will wissen, ob es Alarmierungspläne gibt. Er betont: „Wir brauchen Informationen.“ Ein Sachstandsbericht nach der konstituierenden Sitzung des neuen Ortsrates nach der Kommunalwahl sieht Haver als wichtig an, damit die Menschen wissen, woran sie sind, was auf sie zukommen kann, welche privaten Maßnahmen sie ergreifen müssen, wenn der Wasserpegel der Weser steigt und der Fluss über die Ufer tritt.

Berechnungen und mögliche
Maßnahmen vorstellen

Hier setzt Heiko Wiebusch an. Der Fachbereichsleiter im Hessisch Oldendorfer Rathaus und Vertreter der Stadtverwaltung in der Sitzung des Ortsrates führt aus, dass es konkrete Pläne zu Extremhochwasser gibt. Diplom-Ingenieur Norbert Weinert aus Minden hat den Hochwasserschutzplan für die Landkreise Holzminden, Hameln-Pyrmont, Schaumburg und die Stadt Hameln erstellt. Dabei werde auch aufgezeigt, wie sich das Wasser bei welchen Hochwasserhöhen im Bereich Großenwieden ausdehnt.

Während Großenwieden früher fast jedes Jahr einmal unter Wasser gestanden hat, sogar mit Booten durch die Straßen gefahren werden musste, ist in den letzten Jahren kein Hochwasser zu verzeichnen gewesen. „Das will nichts heißen“, ist man sich im Weserdorf einig.

Mit Weinert arbeitet die Stadtverwaltung auch bei der Planung zu mehr Hochwassersicherheit im Industriegebiet West in der Kernstadt zusammen. Dieses Projekt ist auf Beschluss des Stadtrates Großenwieden vorgezogen worden. Wiebusch verspricht in der Ortsratssitzung, sich mit Ingenieur Weinert in Verbindung zu setzen, damit dieser die Berechnungen und mögliche Maßnahmen den Großenwiedenern vorstellt.




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