weather-image
15°

Regenwasser-Abfluss im Baugebiet „Erweiterung Bültewinkel“ bereitet Politikern Sorgen

Ausbau startet noch dieses Jahr

FISCHBECK. Bei der Erschließung des neuen Baugebietes „Erweiterung Bültewinkel“ geht der Erschließungsträger gemeinsam mit dem Planungsbüro neue Wege. Es sollen zuerst die Versorgungs- und Entsorgungsleitungen in die Erde verlegt und die Straße erstellt werden, dann beginnt der Hausbau. Der Ausbau soll noch dieses beginnen.

veröffentlicht am 06.03.2019 um 16:47 Uhr

Am Ortsrand von Fischbeck, östlich der Verbindungsstraße in Richtung Gut Stau, werden voraussichtlich noch in diesem Jahr die Straßen für das neue Baugebiet „Erweiterung Bültewinkel“ entstehen. Foto: pj

Autor:

Peter Jahn
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der SZ/LZ? Dann melden Sie sich hier mit Ihren SZ/LZ -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Es werden nicht wie sonst üblich zuerst Baustraßen eingerichtet und nachdem alle Häuser stehen der Straßenendausbau vorgenommen. Im Stiftsdorf ist der Weg ein anderer: Hier werden zuerst die Versorgungs- und Entsorgungsleitungen in die Erde verlegt und die Straße erstellt und dann beginnt der Hausbau.

Bei der Vorstellung des Plans im Fachausschuss zeigt sich, dass Politiker noch immer Befürchtungen wegen der Anführung des Oberflächenwassers hegen. Den Vorteil der Vorgehensweise bei der Erschließung des Baugebietes erläutern der Vertreter des Planungsbüros Wolff und Michael Tadge, Mitarbeiter des Erschließungsträgers, der Sparkasse Hameln-Weserbergland: „Die Haltbarkeit der Straße ist dadurch höher.“ Wird erst eine Baustraße eingerichtet, könne es im Unterbau zu Verdrückungen und Verschiebungen sowie Verdichtungen kommen. Dies sei ausgeschlossen, wenn die Straße einschließlich der endgültigen Decke zunächst hergestellt wird und dann erst die Baufahrzeuge darüber rollen. Im Fischbecker Bültewinkel werden die Straßen übrigens gepflastert.

Die Versorgungsleitungen werden in einem Mehrzweckstreifen neben der Fahrbahn verlegt. Auch die Baumscheiben entstehen in einem Zuge. „Das hat den Vorteil, dass es später keine Diskussionen darüber gibt, wo ein Baum stehen soll“, erklärt der Planer. Und er fügt an: „Wer ein Grundstück erwirbt, weiß genau, da steht ein Baum – will er keinen vor seinem Eigentum haben, dann kann er sich für einen anderen Bauplatz entscheiden.“ Der Investor geht davon aus, dass die Grundstücke schon bald verkauft sind, da viele Anfragen vorliegen. Wenn alles planmäßig verläuft, ist davon auszugehen, dass mit dem Straßenbau noch in diesem Jahr begonnen werden kann. Wie der Leiter des städtischen Planungsamtes, Heiko Wiebusch, zum Zeitfenster ausführt, ist das Bauleitverfahren abgeschlossen. Er rechnet damit, „dass voraussichtlich noch vor den Sommerferien der Satzungsbeschluss erfolgen kann“.

Wie Anfang November in der Sitzung des Ortsrates Fischbeck-Weibeck wird auch in der öffentlichen Sitzung des Ausschusses für Bau, Umwelt-, Feuerschutz und Energiemanagement die Frage nach der Abführung des im neuen Baugebiet anfallenden Oberflächenwassers gestellt. Wiebusch erklärt: „Die Höhenverhältnisse sind nicht einfach.“ Wie er weiter ausführt, werde ein Regenwasserrückhaltebecken mit einem Volumen von 500 Kubikmetern gebaut. Über eine Drossel wird das Wasser daraus in einen Graben in Richtung Kiesteich geführt. Die Befürchtung von Politikern und auch Einwohnern von Fischbeck und Weibeck geht dahin, dass womöglich das Wasser in Richtung Gut Stau in den Weseraltarm und weiter in den Bereich des Hessisch Oldendorfer Steinbrinkswegs fließen könne.

Dort befand sich früher ein versumpftes Gelände. Um die Schaffung des Industriegebietes gab es deshalb in den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts heftige politische Diskussionen. Der SPD-Politiker Fritz Holstein glaubte nicht, dass der nach ihm benannte, „Holstein-Koog“ entwässert und dort gefahrlos ein Industriegebiet geschaffen werden könne. Das Gelände wurde aufgefüllt und es gelang. Wasser sammelt sich jedoch noch heute bei starkem Regen oder Weserhochwasser auf den Wiesen und Feldern der unmittelbaren Umgebung.

„Wir müssen den Nachweis erbringen, dass aus dem künftigen Baugebiet nicht mehr Wasser abfließt. Im Zweifelsfall muss der Graben in Richtung Kiesteich geweitet werden, damit nichts in Richtung Stau fließt“, erklärt Wiebusch im Zusammenhang mit den Plänen zur „Erweiterung Bültewinkel“ in Fischbeck. Mit dem Baugebiet wird sich übrigens der Ortsrat in seiner öffentlichen Sitzung am Donnerstag, 14. März, erneut beschäftigen.




Anzeige
Anzeige
Anzeige
Kommentare