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Am Horstweg entsteht ein Hotelbetrieb der besonderen Art

Baumhäuser für Touristen

HESSISCH OLDENDORF. Naturnahe Erlebnisse wie zum Beispiel Wandern oder Kanufahren liegen im Trend. Das ist wohl ein Grund dafür, warum sich auch naturnahe „Baumhaus-Hotels“ wachsender Beliebtheit erfreuen. Auch Hessisch Oldendorf bekommt nun voraussichtlich so ein außergewöhnliches Angebot.

veröffentlicht am 21.11.2018 um 16:29 Uhr
aktualisiert am 21.11.2018 um 20:50 Uhr

In Aerzen gibt es bereits ein Baumhaushotel. In Hessisch Oldendorf sollen demnächst am Horstweg ebenfalls Baumhäuser an Gäste vermietet werden. Foto: dana
Jens Spickermann

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Mit Hotels und Gastronomie hatten Sandra und Christian Rösemeier beruflich eigentlich noch nichts zu tun. Sie unterhalten am Horstweg ein eigenes Ingenieurbüro. Auf ihrem Firmengelände – nahe dem ehemaligen Schullandheim – wollen sie das Baumhaus-Hotel nun als neues touristisches Angebot etablieren. Im jüngsten Planungsausschuss hat das Ehepaar sein Projekt erstmals öffentlich vorgestellt.

„Wir hatten so eine Vision im Kopf“, berichtet Sandra Rösemeier. „Das ist etwas, was uns anspricht und was wahrscheinlich auch viele andere anspricht.“ Im Solling haben die beiden selbst schon ein Baumhaus-Hotel als Gäste kennen- und schätzen gelernt. Weil die naturnahe Umgebung am Horstweg ihrer Ansicht nach für solch ein Projekt beste Bedingungen bietet, wollen sie dort nun ihre eigenen Baumhäuser errichten und damit Touristen anlocken.

„Wir haben dort nicht nur ein Gelände erworben, sondern auch ein schönes Stück Land“, schwärmt Sandra Rösemeier. Vorteilhaft sei aus touristischer Sicht die Nähe zum Baxmann-Bad. „Wir haben auch die Weser dicht vor Ort. Das ist ein großes Highlight für uns“, ergänzt ihr Ehemann. Als Gäste haben die beiden besonders Rad- und Kanufahrer im Blick. Zum naturnahen Gesamtbild passt, dass der Nabu auf dem Gelände sein Quartier bezogen hat und einen Nisthilfe-Lehrpfad unterhält.

Die Aerzener „Baumhäuser“ stehen auf Pfählen. In Hessisch Oldendorf sollen sie wirklich in den Bäumen errichtet werden. Foto: sbr
  • Die Aerzener „Baumhäuser“ stehen auf Pfählen. In Hessisch Oldendorf sollen sie wirklich in den Bäumen errichtet werden. Foto: sbr

Es ist geplant, ab dem kommenden Sommer zunächst drei Baumhäuser zu errichten, die jeweils Platz für zwei Personen bieten sollen. Vorgesehen ist eine einfache Ausstattung, die eine Heizung und eine „Not-Toilette“ für die Nacht umfasst. Für die Verpflegung der Gäste sollen zwei Küchen in einem bestehenden, grundsanierten Gebäude eingerichtet werden.

Rösemeiers streben nach eigener Aussage an, die Baumhäuser kohlenstoffdioxidneutral zu betreiben. Die Wohneinheiten sollen nicht wie beispielsweise in Aerzen einfach nur auf Pfählen, sondern tatsächlich in den Bäumen errichtet werden. Dabei sei es ihnen aber wichtig, die Bäume nicht zu stark zu beschädigen, betont das Ehepaar.

Ergänzend zu den Baumhäusern können sich die Rösemeiers noch den Bau eines „Hobbit-Hauses“ vorstellen. Es soll in etwa so aussehen wie die Behausungen der „Hobbits“ im Film „Herr der Ringe“. In der Realität gebe es so etwas als Touristenunterkunft bislang nur ein einziges Mal in Deutschland, sagt Christian Rösemeier. Damit das Gesamt-Areal für Kinder spannender wird, ist die Anschaffung einer Riesen-Schaukel geplant.

Ob nach den ersten drei Häusern noch drei weitere errichtet werden, wollen die Investoren von der Nachfrage abhängig machen. Bezüglich der möglichen Auslastung äußern sie sich ausgesprochen optimistisch. Aufgrund guter Buchungszahlen bei ähnlichen Angeboten geht Rösemeier von einer möglichen Auslastungsquote von 95 Prozent aus. Selbst über die Wintermonate erwartet er eine starke Nachfrage – deshalb sollen die Baumhäuser winterfest ausgestattet werden.

Damit das Vorhaben wie geplant umgesetzt werden kann, muss es noch ein Genehmigungsverfahren durchlaufen. Eine notwendige Änderung des Bebauungsplans hat der Planungsausschuss bereits einstimmig bewilligt.




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