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Nach Feuer in Innenstadt droht Landkreis mit behördlichem Einschreiten

Brandhaus auch nach Monaten nicht abgesichert

HESSISCH OLDENDORF. In einem Wohn- und Geschäftshaus in der Altstadt hat im September vergangenen Jahres ein Brandstifter ein Feuer gelegt. Seitdem droht Gefahr, dass vom Dach Ziegel oder andere Bauteile auf die Straße herabstürzen. Der Eigentümer, eine Firma aus Berlin, hat bisher nichts zur Sicherung des Gebäudes getan. Jetzt droht der Landkreis mit behördlichem Einschreiten.

veröffentlicht am 09.01.2019 um 17:38 Uhr

Mehr als ein Vierteljahr nach dem Brand im rechten Eckhaus ist die Mittelstraße noch immer für den Verkehr gesperrt. Foto: PJ

Autor:

PETER JAHN
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Die Verärgerung ist riesengroß und wächst von Tag zu Tag. In einem Wohn- und Geschäftshaus in der Altstadt von Hessisch Oldendorf hat am Sonntag, 16. September, vergangenen Jahres ein Brandstifter ein Feuer gelegt. Der Brand konnte gelöscht werden. Seitdem droht Gefahr, dass vom Dach Ziegel oder andere Bauteile auf die Straße herabstürzen. Die Mittelstraße ist deshalb für den Verkehr gesperrt, allein Fußgänger und Radfahrer können auf der gegenüberliegenden Straßenseite den Bereich passieren.

Bereits im vergangenen Herbst, als einige Wochen nach dem Brand nichts geschehen ist, meldete sich Patrick Schimanke zu Wort. Der Geschäftsmann ist wie viele andere Einzelhändler und Einwohner der Innenstadt darüber erbost, dass sich nichts am Zustand ändert. Im Hessisch Oldendorfer Rathaus erfährt Schimanke, dass der Landkreis Hameln-Pyrmont zuständig ist. Die Hessisch Oldendorfer Stadtverwaltung verspricht dennoch Hilfe und macht sich auf die Suche nach dem Eigentümer.

Da dieser nicht in der Weserstadt lebt, bekommt er von der Verärgerung der Bürger und bei den Verwaltungen nichts mit. Eigentümerin ist eine Firma in Berlin, die im Grundbuch des Hauses in der Langen Straße 69 seit einigen Jahren eingetragen ist.

Der im Herbst erfolgten Aufforderung, unverzüglich für eine Netzsicherung zu sorgen, ist das Unternehmen bisher nicht nachgekommen. Die Stadt stellte bereits im November die bis dahin aufgelaufenen Kosten für den Feuerwehreinsatz und die Kosten für die Absperrung der Mittelstraße in Rechnung. „Diese bewegen sich im niedrigen fünfstelligen Bereich“, wie Heiko Wiebusch, Amtsleiter im Hessisch Oldendorfer Rathaus ausführt.

„Im Rahmen unserer Möglichkeiten wird weiter Druck gemacht, als Stadt sind wir dabei, mit Nachdruck die Forderungen einzutreiben“, betont Wiebusch. Um zu einer baldigen Lösung zu kommen, werde immer wieder der telefonische Kontakt zu der Berliner Firma gesucht.

Gern würde die Stadtverwaltung mehr unternehmen, doch Bürgermeister Harald Krüger und seinen Mitarbeitern „sind die Hände gebunden. Die Zuständigkeit liegt beim Landkreis“, sagt das Stadtoberhaupt. Für Krüger ist es „ein Unding, dass der Hauseigentümer noch nicht tätig geworden ist. Das Haus liegt mitten in der Stadt und zieht den gesamten Bereich runter“. Für viele Weserstädter ist die Situation nicht nur ärgerlich und ein Schandfleck in der historischen Stadtmitte, die Sperrung der Mittelstraße bringt für motorisierte Verkehrsteilnehmer auch Umwege mit sich. So muss, wer aus Richtung Marktplatz in die Paulstraße will, seit dem Brand im September durch die Lange Straße und die Bäckerstraße fahren, um dann in die Paul-straße einbiegen zu können.

Im Dezember gab es einen Hoffnungsfunken. Und wie aus der Antwort des Landkreises auf eine Anfrage unserer Zeitung am Mittwoch zu entnehmen ist, war es wohl mehr als ein Gerücht. Nach einer Anhörung des Eigentümers, die bereits mit Schreiben vom 9. November durch den Landkreis erfolgte, wurde fernmündlich über eine schnelle Lösung durch eine Neubedachung verhandelt. Kurz vor Weihnachten aber: „Am 20. Dezember schied diese Lösung aufgrund einer anderslautenden Entscheidung des Eigentümers aus“, erklärt die Pressesprecherin des Landkreises Hameln-Pyrmont, Sandra Lummitsch.

Beim Fachdezernat im Kreishaus bleibt man dran. „Am 4. Januar gab es wiederum Kontakt zu einem Stellvertreter des Eigentümers, dem eindringlich klargemacht wurde, dass bei weiterer Untätigkeit eine Verfügung zur Herstellung der Sicherung des Daches erfolgen wird.“ Die Geduldsfäden der Bürger sowie der Beteiligten im Hessisch Oldendorfer Rathaus und im Hamelner Kreishaus sind zum Reißen gespannt. „Seitens der Bauaufsicht sind wir seit dem Brand im November in regelmäßigem Kontakt und suchen nach einer Lösung, die eine behördliche Anordnung vermeidbar macht. Doch inzwischen lässt sich ein behördliches Einschreiten nicht mehr ausschließen“, so Lummitsch.




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