weather-image
23°

Debatte über Pläne für Areal an der Segelhorster Straße

Braucht die Stadt neues Gewerbegebiet?

HESSISCH OLDENDORF. Mit den vorhandenen Gewerbegebieten sowie weiteren Einkaufsmöglichkeiten hält die Kernstadt ein vielfältiges Angebot bereit. Für manchen scheint das nicht ausreichend zu sein, denn der Ortsrat Hessisch Oldendorf hat im vergangenen Jahr den Antrag gestellt, noch ein Gewerbegebiet zu erschließen.

veröffentlicht am 30.05.2019 um 13:24 Uhr

In Richtung Stadt würde ein Gewerbegebiet diesen Weitblick stören. foto: boh
bohrer1

Autor

Stefan Bohrer Reporter
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der SZ/LZ? Dann melden Sie sich hier mit Ihren SZ/LZ -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Damit wurde die Verwaltung beauftragt, für das Areal an der Segelhorster Straße stadtauswärts Richtung Rehren ein entsprechendes Antragsverfahren in die Wege zu leiten. Im März wurde dieser Antrag dem Planungsausschuss zur Beratung vorgelegt. Nach Willen des Ortsrates käme für dieses neue Gebiet nur die Fläche in Höhe der Wohnsiedlung „Rosenbusch“ in Frage. Genauer gesagt gegenüber der Einmündung zur Dornröschenstraße. Auch die Größe des Areals wurde relativ genau vom Ortsrat festgelegt: 10 000 Quadratmeter soll das Gewerbegebiet laut Antrag umfassen.

Die Größenordnung ist mit Bedacht gewählt, denn Erfahrungen zeigen, dass Interessenten Grundstücke von etwa 2500 bis 3500 Quadratmetern bevorzugen. Somit könnten also am Rosenbusch insgesamt drei Gewerbegrundstücke angeboten werden, nach Abzug von Anteilsflächen für die Erschließung, die Regenrückhaltung und den Ausgleichsflächen für die dort vorhandene Flora und Fauna. Eine Schwierigkeit gibt es allerdings: Die im Antrag ausgewiesene Fläche besteht aus mehreren Einzelflurstücken. „Die Bereitschaft der Eigentümer, ihre Flurstücke zur Verfügung zu stellen, müsste natürlich zunächst verbindlich abgeklärt werden“, hieß es bereits im Frühjahr von der Verwaltung, ehe überhaupt ein Bauleitplanverfahren auf den Weg gebracht werden kann.

Inzwischen hat die Verwaltung mit den einzelnen Eigentümern Kontakt aufgenommen. Einer der Eigentümer ist generell nicht bereit, seine Fläche für eine gewerbliche Nutzung zur Verfügung zu stellen. Ein weiterer wolle sich von seiner Fläche nur dann verbindlich trennen, wenn ihm dafür von der Verwaltung Land im Tausch an anderer Stelle angeboten werde. Tauschland, das die Verwaltung jedoch nicht anbieten kann. Eine weitere Hürde gibt Heiko Wiebusch, Fachbereichsleiter III für „Bauliche Entwicklung“, zu bedenken: „Eine Nutzung des Areals wäre nur dann möglich, wenn dort zusätzlich eine Straßenkreuzung gebaut werden würde.“ Was jedoch nicht ganz unproblematisch sei, erklärt er weiter, da sich das Gewerbegebiet noch vor dem Ortseingangschild „Hessisch Oldendorf“ befinden und somit der bisherige Weitblick auf die Stadt und Umland verstellt werden würde. Keine gute Visitenkarte für potenzielle Besucher. Auch die Bedarfsanalyse, ob überhaupt ein weiteres Gewerbegebiet aus dem Boden gestampft werden müsse, ergebe ein klares Meinungsbild. Zur Zeit verfügt die Stadt Hessisch Oldendorf über freie und vor allem erschlossene Gewerbegrundstücke in der Kernstadt in einer Größenordnung von rund acht Hektar. Diese Flächen seien planungsrechtlich bereits abgesichert. Interessenten dafür gibt es zum jetzigen Zeitpunkt allerdings nicht. Als Konsequenz daraus lehnen Verwaltung und Planungsausschuss den Antrag ab. Allerdings hätte der Ortsrat die Option, diesen bei entsprechendem Bedarf zu einem späteren Zeitpunkt erneut stellen zu können.

Hier müsste eine Straßenkreuzung entstehen, was den Verkehrsfluss erheblich behindern dürfte. Foto: boh



Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Kommentare