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Spezialisten tragen die alte Weserbrücke ab / Umfangreiche Vorbereitungen erfordern viel Geduld bei den Arbeiten

Der letzte spektakuläre Akt

FUHLEN. Zwischen Ungeduld und Neugierde: Trotz des nasskalten Wetters kommen immer wieder Bewohner aus dem Umkreis an die Weser, um das Geschehen an der alten Brücke in Fuhlen aus der nächsten Nähe zu verfolgen. Die Schaulustigen verharren kurze Zeit, um dann frierend das Gelände zu verlassen. Mancher kommt mehrmals, um schließlich doch wieder enttäuscht von dannen zu ziehen, denn: Der spektakuläre Abriss der alten Weserbrücke verlangt umfangreiche Vorbereitungen, verschiebt sich. Nichts für Ungeduldige also.

veröffentlicht am 27.01.2019 um 14:25 Uhr

Alles eine Frage der Logistik und Planung: Die Arbeiten laufen am Wochenende auf Hochtouren, doch noch überspannt die alte Brücke die Weser. Foto: ti
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Autor

Klaus Titze Reporter
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Immer wieder müssen die Spezialisten unter den Arbeitern an den kalten Stahl ran, ob mit Schneidbrenner oder auch, um Befestigungsmöglichkeiten und Stützen zu schaffen, damit die abgetrennten Brückenteile durch die gewaltigen Kräne abgehoben werden können. Sogar das Technische Hilfswerk beteiligt sich an den Vorbereitungen.

Unter die Brücke hat ein Schubschiff passgenau Schuten mit Containern und Arbeitsmaterialien geschoben. Die Container sollen die Last der unteren Brückenteile aufnehmen, sobald die überspannenden Bögen durchtrennt sind. „Wenn diese Stütze nicht vorhanden ist, dann biegt sich der untere Verbund aufgrund seines Eigengewichts durch“, erklärt Ronny Gautzsch, verantwortlicher Projektleiter von der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, die für das gesamte Bauwerk inklusive Abriss der alten Brücke zuständig ist.

In insgesamt 8 Hüben sollen die bis zu 58 Tonnen schweren Brückenteile an die Uferseiten gehoben werden. Doch bevor es soweit ist, vergeht der komplette Samstag. Erst am Sonntag schweben die ersten Teile an den Ort, wo sie für den Abtransport in kleinere Segmente zerteilt werden sollen. „Später müssen dann noch die Brückenpfeiler entfernt und die Radwege angebunden werden, bevor wir dann im Mai von einem Bauabschluss sprechen können“, erklärt Gautzsch. Doch aktuell wird es eher Montag werden, bevor sämtliche Brückenteile nicht mehr die Weser überspannen, sondern am Ufer liegen – und damit der letzte spektakuläre Akt an dem Fluss abgeschlossen ist.

2 Bilder
Projektleiter Ronny Gautzsch (vorn) nimmt sich die Abriss-Zeitleiste vor. Foto: ti



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