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Dorfgemeinschaft Fuhlen rettet Erinnerungsstücke

Die alte Brücke kehrt zurück

FUHLEN. Die neue Brücke, die die Hessisch Oldendorfer Kernstadt mit den Dörfern auf der Südweserseite verbindet, ist seit einigen Monaten fertig. Der Verkehr rollt über das neue Bauwerk, von der alten Brücke ist nichts mehr zu sehen. Sie wurde abgebaut und verschrottet. „Nicht ganz“, wie Heiko Eggers, der Vorsitzende der Dorfgemeinschaft Fuhlen, erfreut betont. Während die schweren Stahlteile nach Holland abtransportiert wurden, konnte die Dorfgemeinschaft sich zwei gewichtige Teile der alten Brücke sichern.

veröffentlicht am 10.05.2019 um 16:11 Uhr
aktualisiert am 10.05.2019 um 19:20 Uhr

Heiko Eggers mit den beiden Teilen der alten Fuhler Brücke, die sich die Dorfgemeinschaft als Andenken gesichert hat. Foto: pj

Autor:

Peter Jahn
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Dabei handelt es sich um die beiden Anfangsstücke – ein waagrechtes und ein gebogenes Teil. „Diese sind ein Stück Geschichte, sie sollen noch künftige Generationen an die alte Brücke erinnern“, erklärt Heiko Eggers in der öffentlichen Sitzung des Ortsrates Sonnental. Das Straßenbauamt Hameln hat dabei geholfen, dass sich die Fuhlener etwas „von ihrer alten Brücke erhalten können“.

Dass die Menschen im Weserdorf einen besonderen Sinn für Erhaltenswertes haben, das haben ihnen die Bewertungskommissionen bei den Wettbewerben „Unser Dorf hat Zukunft“ ein ums andere Mal bescheinigt. Und die Verwendung alter Materialien, die einst Bestandteil der Dorfstraße wurden, hat wertvolle Punkte eingebracht, die Fuhlen bis in den Landeswettbewerb führten. So haben Mitglieder der Dorfgemeinschaft rund um die Kirche alte Pflastersteine wieder verlegt. Bei der Gestaltung des Platzes an der Ecke Untere und Obere Brückenstraße sowie Osterweg haben die Dorfbewohner ebenfalls mit ortsüblichen Materialien gearbeitet. Fachwerk, Obernkirchener Sandstein und rotes Ziegelmauerwerk gehörten dazu.

Wie die Gestaltung des Platzes, auf dem die im Weserbergland verbliebenen Brückenteile einmal sein werden, aussehen wird, das können die Fuhlener mitentscheiden, wie Eggers ausführt. Der Platz, den das Erinnerungsstück einmal zieren soll, steht indes fest. Es ist das Dreieck am Ende der Straße „Auf den Dornen“. Über diese Fläche führte früher, bevor die Umgehung eröffnet wurde, die alte Straße nach Fuhlen hinein. „An den Resten, die in Fuhlen geblieben sind, kann man klar erkennen, dass sie einmal zur Brücke gehörten“, sagt der Vorsitzende der Dorfgemeinschaft. Der Betriebsleiter von Krügers Bau-Fachzentrum hat die alten Brückenteile auf dem Firmengelände in der Kernstadt zwischengelagert.

Bei dem Dorfrundgang, zu dem die Dorfgemeinschaft am letzten Sonntag im April eingeladen hatte und an dem 35 Personen teilnahmen, führte der Weg natürlich auch zum Platz am Ende der Straße „Auf den Dornen“. Hier werden in Kürze nicht nur die beiden 4,4 Tonnen schweren Brückenteile stehen, auch der Fuß- und Radweg von der neuen Brücke führt über den Platz nach Fuhlen. Derzeit wird im Bereich, wo früher die Zufahrt zur alten Weserbrücke war, noch gebaut. Die Baustraße, die entstand, damit das schwere Gerät, das zum Abbau benötigt wurde, an das alte Bauwerk gebracht werden konnte, wird momentan wieder entfernt und dem Gelände angeglichen. Sind diese Arbeiten abgeschlossen, wird der Fuß- und Radweg von der östlichen Seite unter der neuen Brücke hindurch nach Fuhlen fertiggestellt.




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