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Kleine Gemeinde mit großen Plänen

Entwurf für neue Moschee steht – Baubeginn noch unklar

HESSISCH OLDENDORF. „Der Bauantrag ist gestellt. Noch ist jedoch nicht klar, wann und ob gebaut wird“, erklärt Heiko Wiebusch den Mitgliedern des Ausschusses für Bau, Umwelt-, Feuerschutz und Energiemanagement als es um die neue Moschee in der Kernstadt geht. Heftig wird seit Bekanntwerden des Vorhabens in der Weserstadt über das Für und Wider diskutiert.

veröffentlicht am 05.03.2019 um 14:32 Uhr
aktualisiert am 05.03.2019 um 19:30 Uhr

Das von der muslimischen Gemeinde genutzte Fachwerkhaus soll einem Neubau weichen. Foto: pj

Autor:

Peter Jahn
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Hans-Jürgen Hoffmann, der in unmittelbarer Nähe des geplanten Neubaus wohnt, rät nach der Vorstellung des Plans dazu: „Gelassen rangehen.“

An der Ecke Welseder Straße und Zum Güterbahnhof hat die muslimische Gemeinde seit der Jahrtausendwende in einem alten Fachwerkhaus ihren Treffpunkt. Das frühere Wohnhaus ist in keinem guten Zustand mehr. Eine Renovierung würde nicht viel bringen, da auch die Räume sehr beengt sind, ein Mehrzweckraum fehlt, der für Feste benötigt wird. Abriss und Neubau, das ist die Idee der Gemeinde. Bei der Stadt und dem Landkreis Hameln-Pyrmont hat die muslimische Gemeinde entsprechende Anträge gestellt und den Plan für einen Neubau eingereicht.

„Das ist zwar ein privates Bauvorhaben, jedoch mit öffentlichem Interesse, deshalb habe ich es in den Fachausschuss gebracht“, erklärt Bürgermeister Harald Krüger. Aus städtischer Sicht spreche nichts gegen den Bau der Moschee. Genehmigungsbehörde ist allerdings der Landkreis. Amtsleiter Wiebusch zeigt in der öffentlichen Sitzung des Fachausschusses anhand des Plans, dass „sich das Gebäude angemessen in die Umgebung einfügt. Die Bauhöhe entspricht der Höhe der dortigen Wohnhäuser“. Und auch das Minarett überragt mit knapp zwölf Metern kaum die übrige Bebauung. Das Wahrzeichen ist nicht begehbar, was die Ausschussmitglieder begrüßen. „Ein Lautsprecher sollte es dort auch nicht geben“, sind sie sich einig.

Auch die Frage der Parkplätze wird angesprochen. Dazu führt Amtsleiter Wiebusch aus, dass sich diese nach einem für Kirchen geltenden Schlüssel berechnen. Die zehn auf dem Grundstück vorgesehenen Stellplätze sind demzufolge ausreichend. Wie bei Kirchen müssen die Gläubigen Parkplätze in der Umgebung nutzen. Ausschussmitglied Hans-Jürgen Hoffmann verweist darauf, dass es „davon in unmittelbarer Nähe ausreichend gibt“. Er nennt zum Beispiel die Einstellplätze in der Straße „Westertor“. In trockenen Tüchern ist der Neubau indes trotzdem noch nicht: Die Kosten belaufen sich auf rund 800 000 Euro. Ein erheblicher Batzen Geld für eine kleine Gemeinde, auch wenn schon seit 2011 für eine neue Moschee gespart wird.




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