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Erneut ändern die Politiker die Pläne für das Areal des ehemaligen Berliner Landschulheims

Extrawünsche für das „Filetstück“

HESSISCH OLDENDORF. In den Sitzungen des Planungsausschusses wird das Gelände des ehemaligen Berliner Landschulheims am Immenkopf immer wieder thematisiert. 2006 hat die Stadt Hessisch Oldendorf das etwa 20 000 Quadratmeter große Grundstück mit Gebäude erworben. Als „Filetstück in exponierter Lage“ bezeichnete es seinerzeit Stadtplanerin Martina Kexel. 2010 gab es dann auch tatsächlich einen ersten potenziellen Investor für das gesamte Areal. Nur der sprang aus verschiedenen Gründen wieder ab. Kritikpunkt war unter anderem die Zufahrt zum Gelände über den unzureichend ausgebauten Horstweg.

veröffentlicht am 02.06.2019 um 17:08 Uhr

Mitten im Gange sind die Arbeiten am Gebäude des ehemaligen Berliner Landschulheims. Fotos: boh
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Stefan Bohrer Reporter
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Allein in den ersten vier Jahren nach Ankauf des Geländes hat es neun Änderungen des Bebauungsplanes gegeben. Inzwischen ist nicht nur viel Wasser die Weser heruntergeflossen, sondern auch der ursprüngliche Bebauungsplan in die mittlerweile 65. Auflage gegangen. Das „Filetstück“ wurde sogar zwischenzeitlich an ein Dienstleistungsunternehmen verkauft. Wer dem Areal einen Besuch abstattet und genau hinschaut, der sieht, dass aktuell auf dem Gelände und am Gebäude die Bauarbeiten in vollem Gange sind. Und trotzdem musste der aktuelle Bebauungsplan jetzt geändert werden, denn eines war bisher nicht Bestandteil: die Installation eines Baumhaushotels und die grundstücksinterne Erschließung einer Verkehrsfläche. Dieses zunächst als „Öffentliche Verkehrsfläche“ ausgewiesene Projekt diene zum Anschluss an den Horstweg, erklärt Stadtplanerin Martina Kexel bei der Sitzung des Planungsausschusses.

Allerdings sollte der Ausschuss jetzt dem Wunsch des Eigentümers nachkommen, dass im Ursprungsplan als „Öffentliche Verkehrsfläche“ ausgewiesene Gebiet zugunsten einer „Privaten Verkehrsfläche“ zu ändern. Diesem Wunsch hat der Ausschuss entsprochen. Zumal es für die Stadtverwaltung dadurch einen ganz entscheidenden Vorteil gibt – künftig werden keine Unterhaltungskosten für Instandsetzungsarbeiten auf die Stadt zukommen.

Ebenfalls in der Änderung des Bebauungsplanes ist ein Baumhaushotel mit aufgenommen worden. Es soll auf der Rückseite des Gebäudes entstehen. Mit seiner Planung liegt der Eigentümer im Trend, denn Baumhaushotels – je nach Ausstattung von rustikal bis edel – boomen mittlerweile in Deutschland. Nicht umsonst wird allerorten damit geworben, dass man von einem Baumhaushotel herunter eine andere Perspektive einnimmt, um den „Wald vor lauter Bäumen wieder sehen zu können“. Was man in der exponierten Lage des Immenkopfes natürlich bestens kann. Der Bau werde jedoch nicht zeitnah in Angriff genommen werden können, da erst die Arbeiten am davorstehenden Gebäude beendet sein müssen. Wann das der Fall sein wird, ist augenblicklich nicht abzusehen, sicher jedoch ist, dass mit dem geplanten Baumhaushotel eine weitere touristische Attraktion im Stadtgebiet entsteht – vorausgesetzt, sie wird auch angenommen.




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