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Mit einer Veränderung ist in den nächsten Jahren nicht zu rechnen – Gleichstellungsplan vorgestellt

Frauen fehlen in Führungspositionen

HESSISCH OLDENDORF. In den Kindertagesstäten in der Weserstadt sind Männer deutlich unterrepräsentiert. Umgekehrt ist es in Führungspositionen der städtischen Mitarbeiter.

veröffentlicht am 22.03.2019 um 17:57 Uhr

„Der Gleichstellungsplan demonstriert deutlich den Handlungsbedarf.“ Stephanie Wagener, Gleichstellungsbeauftragte

Autor:

PETER JAHN
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„Der vorliegende Gleichstellungsplan demonstriert deutlich den Handlungsbedarf zum Abbau der Unterrepräsentanz von Frauen in dem oberen Gehaltsgefüge, der Männer in dem Erziehungsbereich sowie die Unterrepräsentanz von Frauen in Führungspositionen“, erklärt die Gleichstellungsbeauftragte, Stephanie Wagener. Aufgrund der geringen Zahl der Stellen im Führungsbereich kann in den nächsten drei Jahren mit keiner Veränderung gerechnet werden.

In strukturellen Problemen wie der fehlenden finanziellen und gesellschaftlichen Anerkennung des Erzieherberufes und fehlenden Vollzeitstellen sieht die Gleichstellungsbeauftragte die Ursache dafür, dass sich im Bereich der Kitas keine Änderung einstellen wird. „Perspektivisch kann die bedarfsorientierte Ausweitung von Betreuungszeiten allerdings dazu genutzt werden, attraktive Vollzeitstellen zu schaffen, die Männern und Frauen gleichermaßen zugutekommen und auch für die allgemeine Personalgewinnung in dem Bereich von Vorteil ist“, betont Wagener. Für sie ist deshalb das Gleichstellungsthema gestaltbar und damit sind „Ungleichheit und Machtverhältnisse nicht in Beton gegossen“.

„Mit dem Gleichstellungsplan wird eine EU-Richtlinie umgesetzt, die die Strategie des Gender-Mainstreamings zum Ziel hat. Der Ansatz soll die Gleichstellung von Mann und Frau als Staatsaufgabe der öffentlichen Verwaltung sicherstellen und ist somit eine verbindliche Vorgabe“, führt Bürgermeister Harald Krüger aus. Der in der öffentlichen Ratssitzung vorgelegte Gleichstellungsplan bezieht sich auf den Zeitraum bis 2020. „Er gilt als zentrales Steuerungsinstrument der Beschäftigtenentwicklung und beinhaltet konkrete Maßnahmen zum Abbau von Unterrepräsentanzen sowie Vereinbarkeit von Familie und Beruf“, wie Krüger verdeutlicht. In diesem Sinne dient der Plan als Grundlage bei der Einstellung, Beförderung und Übertragbarkeit höherwertiger Tätigkeiten und Aufgaben“, wie Krüger verdeutlicht.

Bei der Hessisch Oldendorfer Stadtverwaltung macht der Anteil der Frauen bei den Beschäftigten rund 70 Prozent aus. Jedoch ändert sich dieses Bild, wenn man sich die Arbeitszeiten betrachtet. Die Frauen sind überwiegend in Teilzeit beschäftigt, häufig familiär bedingt.

Im Jahr 2011 ist in Niedersachsen das geltende Gleichberechtigungsgesetz in Kraft getreten. Der Blick richtet sich nicht allein auf der Förderung von Frauen. Die Hessisch Oldendorfer Stadtverwaltung hat drei Handlungsziele festgelegt, um die gesetzlichen Vorgaben in den kommenden Jahren umzusetzen. Dabei geht es um die tatsächliche Gleichstellung von Frauen und Männern, die Erhöhung der Akzeptanz von Teilzeitbeschäftigung für Beschäftigte in Leitungsfunktionen und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Im Sozial- und Erziehungsdienst sind insgesamt 108 Personen beschäftigt. Das sind die Mitarbeiter in den Kindertagesstätten, in den Nachmittagsbetreuungen, in der Stadtjugendpflege und in der Großtagespflege. Hier sind deutlich mehr Frauen tätig, was das Rollenbild bei der Berufswahl junger Menschen deutlich widerspiegelt. Hinzu kommt, dass die Stellen im sozialen Bereich hauptsächlich Teilzeitstellen sind.

Was den Männeranteil betrifft, so macht dieser über zehn Prozent im Sozial- und Erziehungsdienst aus und liegt landesweit über dem Anteil der Männer, der mit fünf Prozent beziffert wird. Auch bei zehn Prozent in der Stadt „ist noch sehr viel Luft nach oben“, betont Wagener in der Ratssitzung.

Der Plan, der von den Politikern einstimmig angenommen wird, „zeigt wie wichtig es ist, dass wir nach 25 Jahren noch eine Gleichstellungsbeauftragte haben, und dass wir sie auch weiterhin brauchen“, betont Hessisch Oldendorfs stellvertretende Bürgermeisterin Waltraut Brümmer.




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