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Galloway-Herde soll ab 2020 im Naturschutzgebiet grasen

PÖTZEN. In diesem Jahr werden noch keine Rinder auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz zwischen Pötzen und Welliehausen weiden. Der Pächter, der ursprünglich seine Tiere dort grasen lassen wollte, ist abgesprungen, wie Amtsleiter Frank Werhahn von der Hessisch Oldendorfer Stadtverwaltung den Mitgliedern des Ortsrates Süntel mitteilt.

veröffentlicht am 03.05.2019 um 20:14 Uhr

Schranken versperren die Zufahrt zum ehemaligen Militärgelände. Im Herbst soll es eingezäunt werden, damit dort Galloway-Rinder grasen können. Foto: pj

Autor:

Peter Jahn
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Erst im Herbst kann der Zaun aufgebaut werden, es gibt Lieferengpässe bei Eichenspaltpfählen, heißt es im Hameln-Pyrmonter Kreishaus. 800 Stück werden für die Einzäunung des Naturschutzgebietes benötigt. Steht der Zaun, wird nun ein Landwirt aus Rinteln eine Galloway-Herde ins Naturschutzgebiet bringen.

Über Jahrzehnte rollten englische Panzer auf dem Standortübungsplatz. 2009 haben die Briten das Gelände aufgegeben. Die Natur kann sich seitdem frei entwickeln. Das Areal steht unter Naturschutz, ein Refugium für Amphibien. Vor allem die schützenwürdige Gelbbauchunke hat sich hier angesiedelt. Um den Lebensraum der derzeit rund 40 Paare der Gelbbauchunken zu sichern, muss die Vegetation kurz gehalten werden, es darf kein Wald entstehen und dafür sorgen die Kühe. Da keine Panzerspuren mehr die Erde verdichten und sich darin das Wasser sammeln kann, werden regelmäßig flache Mulden geschoben. Das Gebiet und vor allem die Panzerspuren, in denen sich Wasser sammelte, ist ihre Heimat geworden. Auch andere Wildtiere fühlen sich wohl zwischen den Büschen und Sträuchern, die auf den 28 Hektar gewachsen sind. Für Spaziergänger und Naturliebhaber ist die Fläche frei zugänglich. Auch wenn ab 2020 die Galloways hier die Monate verbringen in denen die Vegetation sprießt, die Wege werden frei bleiben.

Es werden auch keine genehmigungspflichtigen Bauten errichtet, wie das Hessisch Oldendorfer Stadtratsmitglied Walter Reineke befürchtet. Der Christdemokrat, der auch dem Ortsrat Süntel angehört, hat den Antrag gestellt, dass Vertreter des Landkreises dieses Gremium über Einzäunung, Stall- und Lagerbau sowie Beweidung informieren sollen. Zur Ortsratssitzung ist kein Mitarbeiter des Umweltamtes des Landkreises gekommen. „Aus terminlichen Gründen“, erklärt Frank Werhahn. Nun soll versucht werden, einen neuen Termin zu finden, damit vonseiten des Kreises ausführlich informiert werden kann.

Reineke hat allerdings starke Bedenken. Das größte Problem sind die halbwilden Tiere, die dann ganzjährig auf der Weide stehen. Die Kühe kalben und die Bullen laufen dort auch frei rum, da möchte ich nicht durchgehen“, erklärt er. Dass dafür gesorgt wird, dass von den Tieren keine Gefahr ausgeht, hat Harald Baumgarten, Leiter des Naturschutzamtes des Landkreises, bereits im Dezember letzten Jahres auf eine erste Anfrage des Pötzer Landwirtes erklärt. Anstatt Kühe dort laufen zu lassen, sei es besser, wenn dort Ziegen zum Kurzhalten der Vegetation eingesetzt werden, die seien weniger gefährlich, lautet der Vorschlag Reinekes. „Und dann will ich auch wissen, was der ganze Spaß kostet“, sagt der Landwirt, der Flächen bewirtschaftet, die direkt ans Naturschutzgebiet angrenzen.




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