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Heike Gebert ist neue Leiterin des DRK-Pflegedienstes

In der Pflege hochgearbeitet: Von der Helferin zur Chefin

HESSISCH OLDENDORF. Heike Gebert hat einen steilen Aufstieg hinter sich: Seit Anfang Januar ist sie die neue Leiterin des ambulanten DRK-Pflegedienstes in Hessisch Oldendorf. Innerhalb des DRK hat sich die 45-Jährige von einer Helferin zur Chefin hochgearbeitet, obwohl sie eigentlich aus einer ganz anderen Branche kommt. Dafür schreckte sie auch nicht davor zurück, mit 38 Jahren noch einmal zusammen mit Teenagern die Schulbank zu drücken.

veröffentlicht am 19.02.2019 um 15:44 Uhr
aktualisiert am 19.02.2019 um 16:30 Uhr

Heike Gebert ist seit Januar Leiterin des DRK-Pflegedienstes. Foto: jsp
Jens Spickermann

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Eigentlich wollte Gebert früher Einzelhandelskauffrau werden, bekam aber während der Ausbildung ihre Tochter und konnte im Anschluss die Arbeitszeiten in der Branche nicht mit der Kinderbetreuung in Einklang bringen. Den Weg in die Pflege fand sie über einen Job, bei dem sie ihre Tochter dabei haben durfte: Eine Ärztin heuerte sie als Betreuerin für den Schwiegervater und die eigenen Kinder an. Danach bewarb sie sich beim DRK in Aerzen.

19 Jahre blieb sie dort, anfangs als Haus- und Familienpflegehelferin, bis sie im Jahr 2010 einen großen Schritt wagte: Sie begann eine Ausbildung zur Pflegefachkraft und ging dafür wieder in die Berufsschule.

Umgeben vom typischen Teenager-Klatsch der teilweise erst 16-jährigen Mitschüler noch einmal lernen zu müssen und sich dabei nicht fremd zu fühlen, war eine Herausforderung, erzählt sie. Morgens ab fünf Uhr paukte sie, ging danach zur Schule oder zur Arbeit und kümmerte sich Nachmittags noch um den Haushalt. Nach der Ausbildung, die sie auf zwei Jahre verkürzen konnte, absolvierte sie verschiedene Weiterbildungen: Zunächst zur Praxisanleiterin und schließlich zur Pflegedienstleiterin, wodurch sie die Qualifikation für ihre neue Position erwarb. Weil Gebert ihre inzwischen erwachsene Tochter nicht mehr betreuen muss, hätte sie sich auch eine Stelle in ihrem alten Beruf suchen können. Doch das wollte sie nicht mehr: „An der Pflege hängt mein Herz“, erzählt sie. Die Arbeit mit Menschen macht ihr Spaß.

Obwohl der Job kein leichter ist, haben die positiven Erfahrungen sogar Geberts Ehemann überzeugt, vom Handwerker zum Pfleger umzuschulen. Als Helfer wagte auch er den Schritt in die Pflege, nachdem sein vorheriger Arbeitgeber in Konkurs ging. Er bildete sich weiter und absolviert nun eine Weiterbildung zum Pflegedienstleiter in der BDH-Klinik.

Zwar hängt viel vom Arbeitgeber ab, aber die Voraussetzungen für einen Aufstieg sind in der Pflege gut, berichtet Gebert. Einfacher wäre es für sie zwar gewesen, wenn sie von vornherein die duale Ausbildung absolviert hätte. Dafür hat sie die Pflege aber aus ganz unterschiedlichen Perspektiven kennengelernt: Anfangs aus der Sichtweise der Helferin und schließlich aus der einer Leitungskraft. Die guten beruflichen Perspektiven haben auch Geberts Tochter überzeugt: Sie hat bei der Bundeswehr eine Ausbildung zur Krankenpflegerin begonnen. „Wir sind eine richtige Pfleger-Familie“, sagt Gebert.




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