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Orchestermitglieder bauen Sportheim um

In Hessisch Oldendorf werden Musiker zu Baumeistern

HESSISCH OLDENDORF. Aus Musikerinnen und Musikern werden Handwerker. So in der Weserstadt, wo Mitglieder des Musikkorps sich ein neues Heim schaffen. Notwendig geworden ist dies mit der Entscheidung des Stadtrates, die Stadthalle zu „schließen und das Grundstück einer anderen Verwendung zuzuführen“.

veröffentlicht am 03.10.2021 um 14:00 Uhr
aktualisiert am 04.10.2021 um 19:30 Uhr

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Reporter

Läuft alles weiter nach Plan, werden die drei Orchester im ersten Quartal 2022 einige hundert Meter höher am Barksener Weg ins Sportheim des TuS Hessisch Oldendorf, der vor Jahren aufgelöst wurde, einziehen.

Auf 99 Jahre hat das Musikkorps Nutzungsrecht für das Haus am Eingang zum Waldstadion. Jetzt geht es darum, das Gebäude so umzubauen, dass es energetisch verbessert und genau auf die Bedürfnisse der Musikerinnen und Musiker zugeschnitten wird. Heißt: neue Fenster und Dachdämmung sowie Maßnahmen für eine gute Akustik. Die groben Abrissarbeiten wurden bereits erledigt. In Eigenleistung versteht sich, da es einen klaren Kostenrahmen von 120 000 Euro gibt, der eingehalten werden soll. „Im rechten Gebäudeteil sind die Duschen und Umkleidekabinen der Fußballer bereits entfernt. Im Geschoss darüber wird das Dach gedämmt“, stellt der Vorsitzende des 1969 gegründeten eingetragenen Vereins Musikkorps der Stadt Hessisch Oldendorf erfreut fest.

Ist dies fertig, werden die Vereinsmitglieder die Zwischendecke herausreißen. Während in den Proberäumen unter der Stadthalle ein verwinkelter Raum genügen muss, werden im eigenen Haus am Waldstadion 100 Quadratmeter rechteckig geschnitten und mit weitaus mehr Höhe „eine viel bessere Akustik mit einem größeren Klangvolumen bieten“, wie Anderten erklärt. Ist die Decke raus, werden Fachfirmen die neue Elektrik verlegen und die Heizung einbauen. Später wird der Fußboden erneuert. Was die Bauzeit anbelangt, wird es nicht zuletzt darauf ankommen, wie schnell die Firmen ihre Aufträge abarbeiten können, bekanntlich sind die Auftragsbücher derzeit über die Maßen gefüllt. Noch einen Satz zu den übrigen Räumen im früheren Sportheim: Aufenthaltsraum, Küche und Lager bleiben ebenso wie die Toilettenanlage im Eingangsbereich erhalten.

Das Bauen beziehungsweise Umbauen ist da eine, die musikalische Arbeit des weit übers Weserbergland hinaus bekannten Musikkorps geht indes weiter. Zwar noch immer von Corona eingeschränkt, was das Üben und die Auftritte anbelangt. So muss das Jahreskonzert nach 2020 bereits erneut abgesagt werden. Doch es sind Konzerte im Freien geplant. Das Stammorchester unter der Leitung von Stephan Oefler zählt heute 51 aktive Mitspielerinnen und Mitspieler. Mit dem Generationen-Orchester und dem Vororchester, die beide von Anja Göhmann geleitet werden, zählt das Musikkorps knapp 90 Musikerinnen und Musiker verschiedenster Altersgruppen. Was das Jahreskonzert im November des kommenden Jahres anbelangt, ist Anderten optimistisch in doppelter Hinsicht: Einmal, dass endlich wieder eingeladen werden kann und zum anderen, dass mit der VfL-Sporthalle am Rosenbusch ein Veranstaltungsort mit guter Akustik zur Verfügung steht.




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