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Nachfrage nach Bauplätzen steigt

Interview: Harald Krüger über Schuldenabbau und Probleme

HESSISCH OLDENDORF. Im Gespräch mit Hessisch Oldendorfs Bürgermeister Harald Krüger geht es um das, was 2019 und für die folgenden Jahre geplant ist, um Investitionen und größere Projekte, Baulandausweisung, das Stadthaus, die Problempunkte Baxmann-Zentrum und alte Zuckerfabrik sowie die Verschuldung und den Schuldenabbau.

veröffentlicht am 11.01.2019 um 16:53 Uhr
aktualisiert am 11.01.2019 um 18:10 Uhr

Wo heute noch neben der Narzissenstraße die landwirtschaftliche Fläche grünt, soll ein neues Baugebiet in der Kernstadt entstehen. Im unteren Bereich hat sich die Stadt ein großes Grundstück für Kindergarten und Krippe gesichert. Foto: pj

Herr Krüger, welches ist für Sie und die Stadt das wichtigste Thema in diesem Jahr?
Harald Krüger: Das Top-Thema in diesem Jahr ist für die Verwaltung und die Politiker das schnelle Internet. Der Ausbau beginnt im Frühjahr. Von einer Übergabestation am Ende der Bergstraße in der Kernstadt wird eine Hauptleitung nach Barksen verlegt. Die Haushalte im Ort selbst, in Zersen, Segelhorst und Rohden im Westen sowie in Wickbolsen und Bensen sollen so schnell wie irgend möglich ans Netz angeschlossen werden. Danach sind Langenfeld, Krückeberg, Welsede, Großen- und Kleinenwieden und die Sünteldörfer Haddessen, Pötzen und Höfingen sowie auch Fischbeck an der Reihe. Der Plan ist, dass bis Ende 2020 alle Dörfer im Nordweserbereich mit Glasfaserleitungen versorgt sind. 2021 geht es in den Südweserbereich und die Kernstadt. Das gesamte Vorhaben wird intensiv von der Stadtverwaltung und den Politikerinnen und Politikern begleitet. Ich will nicht verheimlichen: Ob ein Dorf angeschlossen wird, hängt vom Votum der Einwohner ab, so haben Segelhorst und Rohden die notwendige Quote von 40 Prozent noch nicht erreicht.

Wo liegen 2019 die größten Investitionen?
Viel Geld fließt für die Sicherheit in der Stadt. Neben dem ständigen Ersatz von Fahrzeugen und Dienstkleidung muss am Feuerwehrhaus im Steinbrinksweg ein großer Anbau erfolgen. Allein die Baumaßnahme schlägt mit rund 350 000 Euro zu Buche. Darüber hinaus wird eine Schwarz-Weiß-Trennung notwendig. Das heißt: Kommen die Feuerwehrleute vom Einsatz zurück, müssen sie ihre Kleidung in einem Raum ausziehen und können im nächsten Raum ihre Privatkleidung anziehen. So soll eine Kontaminierung verhindert werden. Hierfür ist ein Anbau an der Rückseite des Feuerwehrhauses erforderlich. Diese Maßnahme steht für 2020 an und kostet nochmals 400 000 Euro.


Die Verantwortlichen im Rathaus und in der Politik sind stolz darauf, dass Hessisch Oldendorf und seine Dörfer als Wohnorte begehrt sind und die Nachfrage nach Wohnraum beziehungsweise Bauplätzen steigt. Glauben Sie, dass diese Entwicklung weitergeht?
Ja, da bin ich sicher. Wir haben vom Investor gehört, dass im Frühjahr mit dem Bau der Erschließungsanlagen für zehn Eigenheime auf dem Gelände der alten Ziegelei in Fuhlen begonnen wird. Auch in Fischbeck werden wir ein neues Baugebiet ausweisen, die Bauleitplanung ist auf dem Weg, die Erschließung wird voraussichtlich noch in diesem Jahr erfolgen. Auch in der Kernstadt wird Bauland zur Verfügung gestellt. Die Bauleitplanung für Kösters Kamp, dem Bereich westlich der Narzissenstraße, gegenüber der Kreissporthalle, soll in Kürze beginnen. Dort haben wir auch eine 2500 Quadratmeter große Fläche für die Erweiterung von Kindertagesstätte und Krippe gesichert. Familienfreundlichkeit ist wichtig, will man Menschen dafür begeistern, sich in einer Stadt, einem Dorf niederzulassen. In Hemeringen sind wir auf der Suche nach geeigneten Flächen für Bauland.

Harald Krüger Foto: pj
  • Harald Krüger Foto: pj

Es wird viel über das Stadthaus, das Baxmann-Zentrum und die Zuckerfabrik gesprochen. Wie sehen dort die Pläne aus?
Für das Stadthaus in der Weserstraße gegenüber dem Rathaus läuft der Bauantrag. Wir rechnen mit dem Baubeginn in den Monaten Mai oder Juni. Der Bezug ist für 2020 geplant. Mit der Zuckerfabrik ist das so eine Sache. Es gibt einen Interessenten für die unbebaute Landfläche hinter der Fabrik. Für die Gebäude sind wir bislang vergeblich auf der Suche gewesen. Das ist zwar unverständlich, denn von diesem Wahrzeichen aus kann man 40 Kilometer weit nach Westen und über zehn Kilometer nach Osten blicken, eigentlich ein reizvolles Objekt, um damit etwas ganz Besonderes zu machen. Visionen gibt es genug. Natürlich muss aber in dieses Objekt vom Käufer zunächst viel Geld investiert werden. Das Baxmann-Zentrum ist ein Thema für sich. Wie es dort weitergeht, kann ich heute nicht sagen. Entgegen zuletzt anderslautender Meldung kann ich nur feststellen: Ein Umbau ist noch nicht beschlossen, die Konzeption dazu soll in den nächsten Monaten beraten werden. Der brandschutztechnische Zustand muss analysiert und bewertet werden. Von diesem Ergebnis wird alles weitere Vorgehen abhängen.

Seit vielen Jahren ist die Stadt gehalten, den Haushalt beim Landkreis vorzulegen und Schulden abzubauen. Wie sehen Sie die Zukunft?
Ich blicke zuversichtlich in die nächsten Jahre. Wir konnten in den letzten drei Jahren einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen. Nach 15 Jahren der Konsolidierung ist es bemerkenswert und für mich erfreulich, dass der letzte Haushalt einstimmig vom Rat verabschiedet wurde.

Auch 2019 ist keine Kreditaufnahme vorgesehen, die Tilgung der Schuld geht weiter. Dank einer gut laufenden Wirtschaft sinkt unsere Verschuldung.

Interview: Peter Jahn




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