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Brexit gefährdet künftige Förderperiode

Leader-Projekte sollen Tourismus stärken

HESSISCH OLDENDORF. Überalterung der Bevölkerung, schlechte Infrastruktur, wenige Arbeitsplätze – das sind Probleme, die ländlichen Kommunen häufig zu schaffen machen. Mit „Leader“-geförderten Projekten wird seit dem Jahr 2000 versucht gegenzusteuern, den ländlichen Raum attraktiv zu gestalten und die Bevölkerung in der Region zu halten. Das Geld dafür stammt von der Europäischen Union.

veröffentlicht am 08.03.2019 um 15:04 Uhr
aktualisiert am 08.03.2019 um 19:20 Uhr

Auch der Generationenpark in Hessisch Oldendorf wurde durch Leader-Mittel von der EU gefördert. Foto: dana
Jens Spickermann

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In einer Zwischenbilanz kündigt die LAG Weserbergland nun einen neuen Termin an: Am 12. Mai findet in Großenwieden das Projekt „DorfErleben“ statt.

Nachdem in den Anfangsjahren vorwiegend bauliche Maßnahmen im ländlichen Bereich gefördert worden waren, möchte die LAG Weserbergland nun auf Vernetzung setzen. Das Projekt „DorfErleben“ soll dafür einen Rahmen bieten. „Großenwieden hat einiges vorzuzeigen“, sagt Hermann Faust, der der Hessisch Oldendorfer Stadtverwaltung und dem Leader-Regionalmanagement angehört. Aus allen Dörfern der Leader-Region sind an dem Tag Menschen eingeladen, um sich auszutauschen und Anregungen für die Entwicklung der eigenen Orte mit nach Hause zu nehmen. „Es geht darum, dass man sich austauscht und nicht jeder im eigenen Saft schmort“, sagt Faust. Das Programm sieht unter anderem einen Ortsrundgang mit verschiedenen Stationen vor.

Das letzte Dorferleben fand im Aerzener Ortsteil Gellersen statt – einem Ort, der insbesondere wegen seiner geringen Größe vor Herausforderungen steht. Auf Großenwieden sei die Wahl nun gefallen, weil eine recht aktive Dorfgemeinschaft dort schon viel in die Wege geleitet habe und es sich lohne, dort genau hinzuschauen, meint Faust.

In der letzten Zeit hat die LAG unter anderem Seminare für Vereine und Dorfgemeinschaften organisiert, wodurch das Ehrenamt gestärkt werden soll. Mit solchen auf Vernetzung zielenden Projekten möchten die Verantwortlichen fortfahren. Zusätzlich sollen Aktivitäten im Bereich Tourismus, speziell bei den Wanderwegen, verstärkt werden – auch dabei geht es insbesondere um die Zusammenführung aller beteiligten Personen und Institutionen.

Mit den Ergebnissen der aktuellen Förderperiode zeigt man sich zur Halbzeit zufrieden. In Hessisch Oldendorf gehören beispielsweise der Generationenpark, die Schillat-Höhle und die Flüchtlingsarbeit zu den geförderten Projekten. Insgesamt sind seit 2014 33 Vorhaben mit Leader-Mitteln ausgestattet worden. Zur Verfügung standen für die beteiligten Kommunen rund 1,6 Millionen Euro, von denen aktuell 350 000 noch nicht gebunden sind.

Die Verantwortlichen blicken aber zugleich besorgt auf die Zukunft. Nachdem die Landkreise Schaumburg und Hameln-Pyrmont lange Jahre von mehreren Millionen Euro Fördergeld profitiert haben, könnte damit nämlich ab 2020 Schluss sein. Aufgrund des „Brexit“ werde in der EU eventuell nicht mehr genug Geld zur Verfügung stehen, befürchtet LAG-Vorsitzender Karl-Heinz Buchholz. Bis 2022 werde sich der Geldfluss wohl noch hinziehen, dann aber voraussichtlich versiegen. Wie es danach weitergeht, ob ein neues Förderprogramm aufgelegt wird, sei noch offen und werde sich wohl erst nach der Europawahl im Mai klären, sagt Buchholz.

Faust ist aber zuversichtlich, dass vieles, was erfolgreich begonnen wurde, auch weitergeführt werden kann. Das sei auch nötig – es gehe nämlich darum, „langfristige Prozesse anzustoßen“.




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