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Kindermitmachzirkus Laluna macht Grundschüler zu Trapezkünstlern

Manege statt Klassenraum

FISCHBECK. „Das ist absolut faszinierend, total genial“, schwärmt Sabrina Lange und kann kaum glauben, dass ein Mädchen gerade ein Rad auf dem Seil geschlagen hat. Die Grundschullehrerin kann es kaum fassen, was die Zweitklässler in der Manege des Zirkuszeltes zeigen. Dort gibt Ricardo Rosenbach den Mädchen und Jungen gerade ruhig und geduldig Tipps, wie die Übungen auf dem Drahtseil oder am Trapez zu meistern sind. An nur drei Schulvormittagen gelingt es dem Team vom Kindermitmachzirkus Laluna, eine Vorstellung auf die Beine zu stellen, die Eltern und Lehrer gleichermaßen begeistert.

veröffentlicht am 22.05.2019 um 12:51 Uhr
aktualisiert am 22.05.2019 um 16:30 Uhr

Bei dem Projekt mit dem Mitmachzirkus Laluna üben die Grundschüler Kunststücke ein. Foto: bj

Autor:

Barbara Jahn
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Da wird Luna, ein kleines Mädchen, in einem Mond in der Zirkuskuppel schweben. Der Clown und Zauberer Evawaloh wird sie mit auf eine Traumreise nehmen, in deren Verlauf Luna Trapezkünstlern, Clowns, Akrobaten, Fakiren und Zauberern begegnet. All diese Personen werden verkörpert von den knapp 200 Schülern der Grundschule. Begegnen wird Luna auch den Mädchen und Jungen der Kindertagesstätte Fischbeck, die in diesem Jahr eingeschult werden. Jedes Kind sei beteiligt und mache die Erfahrung, „ich werde gebraucht“ , erklärt Dr. Michael Nimsch-Faron. Der Schulleiter fährt fort: „Aus pädagogischer Sicht geht es um zwei wesentliche Erfahrungen, die in dieser Projektwoche erreicht werden. Das gemeinsame Üben stärkt das Wir-Gefühl, die Kinder lernen, dass man sich aufeinander verlassen muss und kann. Außerdem kann jedes Mädchen, jeder Junge sein Ich-Gefühl stärken, sie können sich beweisen in einem Bereich, der nichts mit dem sonstigen Schulalltag zu tun hat.“

„Ich liebe es, wenn die Kinder im Rampenlicht glänzen können, sie stehen im Vordergrund“, sagt Ricardo Rosenbach. Sein Vater Mike ist Direktor von Laluna und erzählt, dass er seit nunmehr zehn Jahren von Februar bis November mit dem Projektzirkus durch ganz Deutschland tourt. „Ich bin selbst immer sprachlos, welche Leistungen die Kinder erbringen. Es gibt nichts Schöneres, als zu erleben, wie sie über sich hinaus und als Gruppe zusammenwachsen“, versichert er. Die Freude an der Arbeit mit den Grundschülern steht ihm geradezu ins Gesicht geschrieben. Der ehemalige Artist weiß aus seiner langjährigen Arbeit, dass die Erfahrungen dieser Projekttage in den Kindern nachwirken. „Es entsteht ein neues Wir-Gefühl, die Kinder sehen sich selbst mit anderen Augen und gehen anders miteinander um.“

Dass der Besuch vom Kindermitmachzirkus auch den 15 Kollegen der Grundschule des Stiftsdorfes Freude bereitet, sieht jeder, der in diesen Tagen an der Schule vorbeigeht. Da sind die Fenster liebevoll mit Motiven aus der Zirkuswelt geschmückt, die im Unterricht gebastelt wurden. In jeder der Gruppen sind in den Übungsstunden Lehrer anwesend, um das Team von Laluna zu unterstützen. Apropos Unterstützung: Finanzielle Hilfe kommt auch vom Förderverein der Grundschule. „Und nicht nur das, das Zelt wird von Eltern und Kollegen am Wochenende auf- und abgebaut“, sagt Nimsch-Faron. Doch bevor es so weit ist, wird in vier Vorstellungen zu bestaunen sein, was die Mädchen und Jungen eingeübt haben. „Poesie, Fantasie, Witz, Mut – alles ist möglich im Projektzirkus Laluna“, sagt Mike Rosenbach, und wenn die Kinder in ihren Kostümen im Zirkuszelt in ihren Rollen glänzen, wird es für jeden Zuschauer deutlich sichtbar.




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