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Neues Feuerwehrfahrzeug in Hessisch Oldendorf / Landkreis tauscht Gerätewagen aus

Modernste Messtechnik

HESSISCH OLDENDORF. Die Kreisfeuerwehr hat zwei neue Messwagen angeschafft. Eines der beiden Fahrzeuge ist in Hessisch Oldendorf stationiert. Der Mercedes ersetzt ein Anfang der 90er in Dienst gestelltes Vorgängermodell, das bislang in Rumbeck stand.

veröffentlicht am 05.12.2018 um 15:19 Uhr

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Frank Neitz

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Frank Neitz Reporter / Fotograf zur Autorenseite
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Die Mercedes Sprinter sind im typischen roten RAL-Farbton lackiert. Auf dem Dach sind Blaulichter Signalhörner. Äußerlich sind es typische Feuerwehrfahrzeuge. Doch zählen sie nicht zu den klassischen Feuerwehrwagen, mit denen Löschmannschaften zu Einsätzen fahren. Schläuche sind nicht an Bord, auch keine Strahlrohre. Die Kreisfeuerwehr hat zwei neue Messwagen – bei der Feuerwehr Gerätewagen Messtechnik genannt – angeschafft. Eines der beiden Fahrzeuge ist in Hessisch Oldendorf stationiert. Der Mercedes ersetzt ein Anfang der 90er in Dienst gestelltes Vorgängermodell, das bislang in Rumbeck stand.

Diese Gerätewagen dienen mit ihren kontinuierlichen Messtechniken zur Festlegung von Absperrgrenzen und Gefahrenbereichen. Vordringliches Ziel ist die Warnung der Bevölkerung. Verlaufen Messungen positiv, kann es schon wenig später zur folgenden Radiodurchsage kommen: „Halten Sie Fenster und Türen geschlossen.“ „

Die Fahrzeuge sind rein als Messfahrzeuge im Einsatz in Form eines Messzuges, der wie der ABC-Zug und die Versorgungsgruppe der Katastrophenschutz-Bereitschaft untersteht“, sagt Sascha Corbach. Der Leiter der Feuerwehrtechnischen Zentrale (FTZ) in Kirchohsen hat die neuen Messwagen ausgerüstet. Vier Fahrzeuge sind dezentral im Landkreis untergebracht – neben dem im Standort Hessisch Oldendorf stehen Gerätewagen Messtechnik in Flegessen, Hagen und Lauenstein.

In einem Alukoffer wird ein Chip-Mess-System aufbewahrt. Foto: fn
  • In einem Alukoffer wird ein Chip-Mess-System aufbewahrt. Foto: fn

Tobias Ebbighausen, Zugführer der Einheit, erinnert sich an mehrere Großbrände, zu denen die Spezialisten gerufen wurden. „Der Messzug war 2002 beim Eisenbahnunglück im Bahnhof von Bad Münder im Einsatz“, erzählt der Oberbrandmeister. Beim Frontalzusammenstoß von zwei Güterzügen wurden damals über 40 000 Liter der gefährlichen Chemikalie Epichlorhydrin freigesetzt. Im September 2015 unterstützten die Kräfte aus Hameln-Pyrmont Feuerwehrleute in Lippe, als ein Großbrand in einer Galvanik-Firma in Barntrup ausbrach. „Die Messwagen fahren aber auch zu Brandeinsätzen, wenn Einsatzleiter die Spezialkräfte anfordern. Je nach Verbrennungen entstehen oft auch umweltgefährdende Stoffe. Auch bei Gefahrgutunfällen werden die Messtrupps alarmiert“, erklärt Corbach.

Eines der wichtigsten Geräte im Fahrzeug ist ein Computerchip-Mess-System. „Damit lassen sich viele bestimmte Stoffe messen. Allein auf einem der Chips sind zehn Messungen möglich. Zum Beispiel Methanol in einer Konzentration von 20 bis 500 ppm“, erklärt Corbach das in einem großen Alukoffer verstaute Gerät.

Mit einer mit fünf Messröhrchen ausgestatteten Gasspürpumpe können Messtrupps feststellen, ob am Einsatzort gefährliche Stoffe wie Kohlenmonoxid, Ammoniak, Chlorgas, Methan oder Benzol ausgetreten sind. Spezialgeräte zur Messung atomarer Strahlung sind ebenfalls im Fahrzeug. Zum Schutz der Einsatzkräfte befinden sich zwei Chemikalienschutzanzüge im Gerätewagen. „Im Gefahrguteinsatz die höchste Schutzform für die Messtrupps“, meint Corbach. Im Gegensatz zu den Vorgängerfahrzeugen verfügen die Fahrzeuge über LED-Lichtmasten. Die Kosten beliefen sich auf 106 000 Euro – pro Fahrzeug.




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