weather-image
13°

Opposition will Gebäude am Lokenweg sinnvoll nutzen und unterbreitet Vorschläge

Neue Ideen für die alte Fabrik

HESSISCH OLDENDORF. Die oppositionelle Gruppe CDU/FDP-DU im Stadtrat hat einen Antrag zum Thema ressourcenschonende Revitalisierung der alten Zuckerfabrik gestellt. Wie der Sprecher der Gruppe, Karlheinz Gottschalk (CDU), erklärt, soll die Stadtverwaltung prüfen, wie die Industriebrache künftig genutzt werden kann.

veröffentlicht am 14.03.2019 um 20:08 Uhr
aktualisiert am 14.03.2019 um 20:50 Uhr

Für die ehemalige Zuckerfabrik soll die Verwaltung nach dem Willen der Opposition Nutzungsmöglichkeiten ermitteln. Foto: pj

Autor:

Peter Jahn
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der SZ/LZ? Dann melden Sie sich hier mit Ihren SZ/LZ -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Und er ist optimistisch, dass aus dem Rathaus entsprechende Pläne kommen: „Herrn Wiebusch traue ich zu, dass er mit tollen Ideen aufwarten wird.“

Die Stadtverwaltung versucht seit geraumer Zeit, die alte Immobilie an den Mann zu bringen. Bisher ohne Erfolg. Allein für das Gelände und einige Gebäude hinter dem alten Backsteinbau meldete sich ein Interessent (die angrenzende Firma Bessmann) und legte ein Kaufangebot vor. „Die alte Zuckerfabrik in Hessisch Oldendorf wird seit Jahren nicht mehr vollumfänglich genutzt und ist somit ein Problempunkt dieser Stadt“, heißt es in dem Antrag der Gruppe. Für Gottschalk ist das Gebäude am Lokenweg „ein Schandfleck und es geht nicht weiter“. Die Gruppe verweist auf andere Städte, die „haben in vorbildlichen Projekten gezeigt, dass solche Objekte ein großes Nutzungspotential haben“ und verweist unter anderem auf den Hefehof in Hameln.

Ein Abriss der alten Fabrik kommt für Gottschalk nicht in Frage: „Das kostet richtig viel Geld.“ Er fügt an: „Bisher wurden alte Steine auf den Markt geworfen, mit einem Konzept kann man ganz anders auftreten.“ Deshalb soll die Stadtverwaltung ein solches „entwickeln, um etwas aus der Ruine zu machen“. Und der Fraktionsvorsitzende der Christdemokraten fügt an: „Wir könnten selbst Vorschläge machen, doch das Ganze soll ergebnisoffen sein. Junge Studenten der Universität Hannover könnten eingebunden werden.“ Einige Vorschläge macht die Gruppe in ihrem Antrag dann doch. So soll geprüft werden, ob Nutzungsmöglichkeiten als Eventzentrum, Konzert- und Veranstaltungszentrum mit angeschlossener Gastronomie oder als Gründerzentrum und zur Ansiedlung von Gewerbeunternehmen und vor allem von innovativen Start-ups bestehen. Die Nutzung als Stadthalle, eventuell mit integrierter Kinderkrippe oder einer anderen öffentlichen Einrichtung, wird ebenso ins Gespräch gebracht wie der „Wohnungsbau, eventuell in Verbindung mit einer Ladenstraße im unteren Geschoßbereich“. Der fünfte Vorschlag ist, die Nutzung als Einkaufspark zu prüfen.

Wenn es um die künftige Nutzung der alten Zuckerfabrik geht, „sind die Belange der ortsansässigen Vereine mit in Betracht zu ziehen und möglichst die Vereine mit in die Konzepterarbeitung einzubeziehen. Sehr wichtig erscheint uns auch die Betrachtung einer Umgestaltung des Umfeldes im Bereich der alten Zuckerfabrik, um eine Nutzung attraktiv gestalten zu können“, heißt es im Antragspapier der Gruppe. Die Politiker von CDU, FDP und DU sind sich einig: „Sollte das Prüfergebnis eine zukünftige realisierbare Nutzung ausschließen, soll geprüft werden, ob das Gelände als Gewerbegrundstück zur Verfügung gestellt werden sollte.“

In ihrem Antrag fordert die Opposition im Stadtrat weiter, dass „im Zuge dieser Prüfungen auch die weiteren vorhandenen Ressourcen in Hessisch Oldendorf betrachtet werden“. Genannt wird die Grüne Mensa, die als Konzertsaal oder als Veranstaltungsort besser vermarktet werden sollte. „Auch wenn der Landkreis hier zuständig ist, kann es nur im Interesse der Stadt Hessisch Oldendorf sein, diese Ressource besser zu nutzen“. Außerdem verweist die Gruppe darauf: „Das Allkauf-Gelände und in Zukunft auch das Besmer-Domo/Dura-Gelände benötigen einen Zukunftsplan. Die Nutzung oder Verwertung des Baxmann-Zentrums muss auf den Prüfstand gestellt werden.“ Nicht nur bei den Überlegungen zur Zuckerfabrik „schwingt das Baxmann-Zentrum mit, dass man heute nicht mehr im vollen Umfang nutzen kann, was sich vermutlich auch nicht mehr ändern wird“, betont der Chef der CDU-Fraktion.

Er hofft, bei den Plänen für die Zuckerfabrik „auf einen kreativen Ansatz“ aus dem Rathaus. Geht es um die Umsetzung und die Suche nach einer künftigen Nutzung des alten Gemäuers am Lokenweg und den Blick auf die entstehenden Kosten „soll von Anfang an nach Investoren gesucht werden, um ein solches Projekt finanziell solide aufzustellen“, fordert die Gruppe in ihrem Antrag. Gottschalk sagt, dass auch nach Zuschüssen geschaut werden müsse. Er nennt das Beispiel der möglichen Einrichtung einer Kindertagesstätte in der ehemaligen Fabrik, die gebraucht werde und für die Zuschüsse fließen. Als Vorsitzender des Finanzausschusses könne er vor dem Hintergrund, dass die finanzielle Situation der Stadt in den letzten Jahren besser geworden ist, keine roten Zahlen geschrieben wurden, und etwas bewegt werden soll, sagen: „Für die Zukunft müssen wir heute Geld in die Hand nehmen.“




Anzeige
Anzeige
Anzeige
Kommentare