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Pfarrscheune mit Vorbildcharakter im Land- und Kirchenkreis

Neues Leben in altem Haus

GROSSENWIEDEN. „Als dieses Haus vor 300 Jahren gebaut wurde, pflegte man ältere Menschen noch in der Familie. Heute ist das anders und es stellt sich die Frage: Wie kann man es leisten, dass Jung und Alt zusammenleben. Die Antwort wird hier in Großenwieden gegeben.

veröffentlicht am 05.05.2019 um 17:28 Uhr

Der Spielmannszug Großenwieden unterhält die Gäste der Einweihungsfeier. Foto: pj

Autor:

PETER JAHN
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Das Projekt Pfarrscheune hat Vorbildfunktion, das brauchen wir im Landkreis mehr als nur einmal“, lobt Torsten Schulte. Ebenso wie der stellvertretende Landrat heben auch die übrigen Festredner bei der Einweihung der renovierten Pfarrscheune zwei Dinge hervor: die besondere Form des Zusammenlebens im Alter und das Schaffen bezahlbaren neuen Wohnraums.

Das Gebäude, von dem gesprochen wird, ist rund 300 Jahre alt, diente in den 50er Jahren als Einstellplatz für den örtlichen Leichenwagen und rückt 2007 in den Blick, als die Weserdörfler beginnen, neue Wege zu gehen. Pastor Klaus Haarmann ist es zu verdanken, dass ein Netzwerk für gegenseitige Hilfe gegründet und Großenwieden damit zum Modelldorf wird. „Mit Tagestreff, Besuchsdienst und jetzt mit der Scheune“, wie Gisbert Haver, der Vorsitzende des Gemeindebeirates ausführt. In dem nach den Plänen von Steffen Nolte umgebauten alten Haus in der Dorfmitte, sollen Menschen „zusammenrücken und das Leben gemeinsam einfacher machen“, sagt Haver. Pastor Justus Conring hebt hervor, dass „der Ansatz war, alte Substanz zu erhalten und neuen Lebensraum zu schaffen“. Das besondere Werk wird in Angriff genommen und gelingt, da sich mit der EU, dem Land Niedersachsen und der Klosterkammer Geldgeber finden und die Dorfbewohner ein großes Maß an Eigenleistung beisteuern. Der Spontanchor erklärt in seinem Vortrag, wo sich viele Erwachsene des Ortes während der Umbauzeit in ihrer Freizeit aufgehalten haben. Und diese sind alle gekommen und hören großes Lob, ob des Geschaffenen. Von „etwas ganz Besonderem im Kirchenkreis“, schwärmt der Superintendent des Kirchenkreises Grafschaft Schaumburg, Andreas Kühne-Glaser. „Hier leben viele Menschen, die gute Ideen haben“, würdigt der Präsident der Klosterkammer, Hans-Christian Biallas, die Großenwiedener. Die Vertreter von Kirche und aus der Politik wie der Landtagsabgeordnete Dirk Adomat und Hessisch Oldendorfs Bürgermeister Harald Krüger sind tief beeindruckt davon, was Handwerker und die ehrenamtlichen Helfer geschaffen haben. Als Wilfried Eldracher, der mit Hans-Peter Thul die Einweihungsfeier vorbereitet hat, zu Kaffee und Kuchen einlädt und damit auch den Weg zur Besichtigung freigibt, sind sich alle einig, dass „die Menschen, die demnächst hier einziehen, zu beneiden sind. Sie leben in Gemeinschaft und da lebt es sich bekanntlich am besten“, wie Bürgermeister Krüger hervorhebt.

Blick in die Diele der grundsanierten Pfarrscheune. Fotos: PJ



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