weather-image
21°

Hessisch Oldendorf benötigt einen weiteren Kita-Neubau

Platzprobleme durch Baby-Boom

HESSISCH OLDENDORF. Es sind die Enkel der „Baby-Boomer-Generation“, die die Stadt bei der Kita-Bedarfsplanung in Atem halten: In Hessisch Oldendorf gibt es immer mehr kleine Kinder, die einen Kindergarten- oder Krippenplatz benötigen. Im vergangenen Jahr hat die Stadt deshalb die Krippe „Pusteblume“ an der Goethestraße für 1,4 Millionen Euro neu gebaut. Nun zeichnet sich jedoch ab, dass die entstandenen Plätze mittelfristig noch nicht ausreichen, wie die Stadt in ihrer Bedarfsplanung feststellt.

veröffentlicht am 30.01.2019 um 17:45 Uhr

Im vergangenen Jahr hat die Stadt in der Goethestraße die Krippe „Pusteblume“ gebaut. Um den Bedarf zu decken, reicht das noch nicht aus. Foto: jsp
Jens Spickermann

Autor

Jens Spickermann Volontär zur Autorenseite
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der SZ/LZ? Dann melden Sie sich hier mit Ihren SZ/LZ -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Mehrere Vorschläge führt die Verwaltung nun auf, wie zusätzliche Plätze geschaffen werden können. Als wohl teuerster Vorschlag wird der Bau eines weiteren Kindergartens in Betracht gezogen. Ergänzend sollen in der Großenwiedener Kita zehn weitere Plätze eingerichtet werden. Um dem insbesondere in der Kernstadt steigenden Bedarf zu befriedigen, schlägt die Verwaltung außerdem vor, die im letzten Jahr gebaute Kita Pusteblume baulich zu erweitern. So könnte eine zusätzliche Kindergruppe dort einziehen.

Die neue Gruppe in der Großenwiedener Kita könnte bereits zum 1. April eingerichtet werden. Der Bau einer neuen Kita und ein möglicher Anbau an die Kita „Pusteblume“ würden länger dauern: Im Jahr 2021 sollen die insgesamt drei neuen Gruppen dort einziehen.

In Großenwieden sei es bei Bedarf möglich, nicht nur zehn zusätzliche Kinder in einer neuen Gruppe unterzubringen, sondern auf bis zu 25 neue Plätze zu erweitern, erklärt Margareta Seibert, Fachbereichsleiterin Soziales. Den nötigen Platz gibt es dort – schließlich stehen der Stadt dort sowohl ein ehemaliger Jugendtreffpunkt als auch die ehemalige Grundschule für die Betreuung von Kindergartenkindern zur Verfügung.

Das alles sind bisher freilich nur Vorschläge, über die in der nächsten Zeit die Politik entscheiden wird – als Erstes der Aussschuss für Schule, Familie und Sport am Mittwoch, 6. Februar. Handlungsbedarf ist jedenfalls geboten, wie aus den vorliegenden Zahlen hervorgeht.

Demnach fehlen bereits für das Kindergartenjahr 2018/2019 (Stand November 2018) zwischen 24 und 41 Kindergartenplätze im gesamten Stadtgebiet. Der größte ungedeckte Bedarf besteht im Entwicklungsraum Hessisch Oldendorf, wohingegen es im Bereich Fischbeck ein leichtes Überangebot an Plätzen gibt. Dafür besteht in Fischbeck den größte Mangel an Krippenplätzen für die Betreuung der Unter-Dreijährigen. Insgesamt müssten im Stadtgebiet 20 neue Krippenplätze geschaffen werden.

Abgesehen von einer gestiegenen Geburtenrate gibt es für die hohe Nachfrage nach Kita-Plätzen auch andere Gründe: Durch die Kita-Gebührenbefreiung seit August 2018 wollen mehr Eltern ihre Kinder betreuen lassen. Gerechnet habe man mit einer Nutzungsquote von 91 Prozent, nun liege sie aber bei 93 Prozent, sagt Seibert. Bei den unter-dreijährigen Kindern wird derzeit sogar nur mit einer 35-prozentigen Inanspruchnahme gerechnet – rein theoretisch könnten sich aber auch alle Eltern um einen Krippenplatz bemühen. Beim prognostizierten Platzbedarf gibt es also viel Luft nach oben – so schätzt es auch die Stadt ein. Probleme bereite bei der Bedarfsplanung auch die neue „Kann-Kind-Regelung“, sagt Seibert. Diese besagt, dass Kinder in einem bestimmten Alter eingeschult werden können – aber nicht müssen. Das erschwert natürlich die Prognose, wie viele Kindergartenplätze benötigt werden.

Durch die im vergangenen Jahr ausgewiesenen Neubaugebiete könnten außerdem zusätzliche Familien mit Kindern in die Stadt ziehen. Als Standort für einen eventuellen Kita-Neubau zieht die Stadt auch eines dieser Baugebiete in Betracht: Vorgesehen sei das Gebiet an der Henningstraße, teilt Seibert mit. Vorausgesetzt natürlich, dass die Politik diesen Vorschlag mehrheitlich umsetzen möchte.

Längerfristig wird erwartet, dass die Geburtenrate nach der derzeitige Hochphase wieder abnimmt. So prognostiziert es zumindest ein Gutachten, auf das sich die Stadt bezieht. Falls dadurch langfristig wieder weniger Kita-Plätze benötigt werden sollten, könnte die Einrichtung „Storchennest“ an der Mühlenbachstraße aufgegeben werden, da sie sich laut Stadt ohnehin in einem schlechten baulichen Zustand befindet.




Anzeige
Anzeige
Anzeige
Kommentare