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Politiker und Verwaltung im Interessenkonflikt

Sicherheit kontra Umweltschutz

HESSISCH OLDENDORF. „In der freien Landschaft, an Wirtschaftswegen und Gräben wird vor dem 15. Juli nicht gemäht“, betont Amtsleiter Heiko Wiebusch. Anders sehe es aus, wenn es darum geht, Sichtdreiecke freizuhalten oder Leitpfosten an Gemeindeverbindungsstraßen nicht einwachsen zu lassen.

veröffentlicht am 06.06.2019 um 18:13 Uhr

Ränder von Feldwegen und Gräben werden in Hessisch Oldendorf erst nach der Brut- und Setzzeit, also nach dem 15. Juli gemäht. Foto: PJ

Autor:

PETER JAHN
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Damit reagiert Wiebusch auf die Kritik aus dem Ortsrat Großenwieden und dem Ausschuss für Bau, Umwelt-, Feuerschutz und Energiemanagement. Hans-Jürgen Hoffmann (SPD) greift das Thema in der Ausschusssitzung auf. Er findet es gut, dass in Kreuzungsbereichen das Grün kurz gehalten wird, damit die Sicht nicht beeinträchtigt wird. Sein Kollege Kai-Uwe Eggers sieht „einen Interessenkonflikt“.

Einerseits soll mehr Umweltschutz betrieben werden, andererseits gehe es aber auch um Sicherheit. Die SPD stehe dafür, dass in Gefahrenbereichen gemäht werde, sagt Eggers. „Sicherheit hat Vorrang“, führt auch Wiebusch aus. Der städtische Bauhof sei seit wenigen Tagen dabei zu mähen, um die Sicherheit herzustellen. Dazu gehöre auch das Mähen an Gemeindeverbindungswegen. Ausdrücklich betont der Amtsleiter, dass die Stadt nichts mit den Arbeiten an Bundes- , Landes- und Kreisstraßen zu tun habe.

Walter Reineke (CDU) sieht es kritisch, dass an Gemeindeverbindungswegen wie in Großenwieden und der Ortschaft Süntel kilometerweit das Grün abgeschlegelt wird. „Auf uns Landwirten wird immer herumgetreten“, wenn es um Umweltschutz gehe, diesmal seien nicht die Landwirte die Schuldigen, empört er sich.

Sein Fraktionskollege Cord Möller, ebenfalls Landwirt, meint: „Den 15. Juli hat einer erfunden, das ist völliger Quatsch. Wenn der Samen durch das Land fliegt, finden das einige witzig. Für uns ist es aber nicht witzig.“ Und für ihn gibt es noch einen weiteren Grund, warum die Ränder gemäht werden müssen: „Wo sollen denn die Radfahrer hin ausweichen, wenn wir kommen.“




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