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Bei „Wege durchs Land“ gastieren unter anderem Maren Kroymann und Walter Kreye

Stelldichein der Promis im Stift

FISCHBECK. Eine der hochkarätigen kulturellen Veranstaltungen im Stift Fischbeck ist „Wege durchs Land“. Weil der Veranstalter weiß, dass der Termin im Weserdorf sehr beliebt ist und die Karten schnell vergriffen sind, gibt es in diesem Jahr gleich zwei Tage, an denen Promis lesen und konzertieren, darunter übrigens Maren Kroymann und Walter Kreye.

veröffentlicht am 12.06.2019 um 17:25 Uhr
aktualisiert am 12.06.2019 um 20:10 Uhr

Maren Kroymann Foto: dpa
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Das Literatur- und Musikfest „Wege durch das Land“ wird in einer gemeinnützigen GmbH vom Literaturbüro Ostwestfalen-Lippe e.V., den Kreisen Gütersloh, Höxter, Lippe, Minden-Lübbecke, Paderborn, der Stadt Bielefeld und dem Landesverband Lippe getragen.

Und trotz der zwei Termine – am Samstag, 15. Juni, um 18 Uhr, und am Sonntag, 16. Juni, um 13 Uhr – gab es bereits kurz nach Bekanntwerden der Veranstaltung keine Karten mehr für die Plätze im Mittelschiff. Zu haben sind aber noch Hörplätze für zehn Euro – da das Stift verwinkelt ist, ist die Bühne von hier schlecht zu sehen, aber die Veranstaltung kann sehr wohl auch ein Hörgenuss sein. Die Veranstaltungen am Samstag und Sonntag zu Else Lasker-Schüler sind inhaltsgleich. Es lesen und konzertieren Marica Bodrožic, Sonja Beißwenger, Maren Kroymann, Walter Kreye, Anne Kohler und der Kammerchor der HfM Detmold. Der zweite Teil der Veranstaltung wird am 29. September um 20.05 Uhr in der Reihe Sonntagsstudio auf NDR Kultur übertragen.

Die Schriftstellerin Marica Bodrožic präsentiert ihre Auftragsarbeit „Ein Aufbruch ist ein Umbruch im Geist“ und in einer eng verwobenen musikalischen Lesung von Maren Kroymann, Walter Kreye und Sonja Beißwenger werden Werken unter anderem von Else Lasker-Schüler, Rainer Maria Rilke und Georg Takl neue Stimmen verliehen. Der Kammerchor der Hochschule für Musik Detmold unter der Leitung von Anne Kohler spürt mit Stücken unter anderem von Johannes Brahms und Paul Hindemith dem musikalischen Geist der Jahrhundertwende nach.

Walter Kreye Foto: dpa

Im Jahr 1904 besuchte der letzte deutsche Kaiser Wilhelm II. das Stift Fischbeck, dessen Restauration er teilweise aus seinem Privatvermögen finanziert hatte. Bis heute ziert ein Reichsadler zu seinen Ehren die Holzdecke der Stiftskirche. Ausgehend von diesem Besuch beschäftigt sich „Wege durch das Land“ mit der vorletzten Jahrhundertwende und ihren künstlerischen Aufbrüchen. In der Dichtung stehen die Zeichen auf Erneuerung: Literarische Manifeste erscheinen zuhauf und spiegeln die Vorstellungen von der „Poesie des neuen Menschen“ wider. Im Zentrum steht die Suche nach der „Dichtung der Vollendung“, die die neue Welt in sich trägt, wie es in einem literarischen Manifest des Dichters Julius Hart zu lesen ist. Besonders brodeln diese Bestrebungen in Berlin – dort lebt Else Lasker-Schüler, die als Teil der Berliner Bohème in den literarischen Zirkeln Berlins als erste Frau ihre Gedichte vorträgt.


Karten für die restlichen Hörplätze können unter Tel. 05231/3080210 bestellt werden.

hen




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