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Landtagsabgeordnete der SPD besuchen Stadtwerke-Einrichtungen / Grundwasserpegel ausreichend

„Wasser haben wir genug“

HEMERINGEN/HAMELN. Über zu wenig Trinkwasser wird sich in diesem Jahr im Weserbergland niemand Sorgen machen müssen. „Wasser werden wir genug haben, Engpässe wird es nicht geben“, sagt Dr. Hartmut Geries vom gleichnamigen Ingenieurbüro, das für die Stadtwerke Hameln die Gewässerschutzberatung übernimmt.

veröffentlicht am 30.04.2019 um 18:24 Uhr

Im Jahr 2018 herrschte auch im Weserbergland große Trockenheit. Die Weser führte nur wenig Wassser, wie die Aufnahme in Großenwieden zeigt. Foto: Dana
Jens-Thilo Nietsch

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Dr. Geries begleitet den Arbeitskreis Umwelt der SPD-Landtagsfraktion, der sich unter anderem über die Wassergewinnungsanlage Haarbach informiert. Er tritt Befürchtungen entgegen, dass es, bedingt durch den extremen Sommer im letzten Jahr, zu einer Knappheit bei der Trinkwasserversorgung in der Region kommen könnte. Die Begründung, die er gleich mitliefert, ist relativ einfach. Entscheidend war die Grundwasserneubildung Ende 2017. Dadurch, dass es in diesem Zeitraum einen sehr nassen Herbst und Winter gegeben hat, sind die Grundwasservorräte sehr hoch, der heiße Sommer im folgenden Jahr habe darauf keinen negativen Einfluss gehabt, so Geries. Und auch wenn der kommende Sommer ähnlich extrem wie der letzte werden würde, „Trinkwasser ist immer da“, beruhigt der Experte. Andere Regionen in Norddeutschland, wie etwa Gifhorn, müssten sich hingegen auf Schwierigkeiten einstellen, denn dort könne es durchaus zu Engpässen bei der Versorgung kommen. Schon 2018 habe es dort Probleme gegeben. Bedingt durch die oft vorkommenden leichten Sandböden sei die Garten-Bewässerung in Gifhorn weit verbreitet, sodass es bei den Wasserversorgungsunternehmen gerade in dem letzten heißen Sommer zu Spitzenabgaben mit Versorgungsengpässen gekommen sei, so Geries.

Abgesehen von der Wassermenge stellt er der Qualität des heimischen Trinkwassers ein sehr gutes Zeugnis aus. So liege man mit einem Nitratwert von 30 Milligramm absolut im Rahmen, die Obergrenze sind hier 50 Milligramm. Die Entwicklung in diesem Bereich sei im Übrigen gleichbleibend. Den Grund für die guten Werte sieht Geries in der Kooperation mit der heimischen Landwirtschaft. In der IG Weser haben sich etwa 350 landwirtschaftliche Betriebe zusammengeschlossen und sich verpflichtet, einen strengen Wasserschutz einzuhalten, indem weniger Dünger zum Einsatz kommt als eigentlich nötig.

Wasser in einem anderen Zusammenhang ist auch für Wolfgang Rautmann von zentraler Bedeutung. Der Abteilungsleiter Stromversorgung bei den Stadtwerken Hameln hat dabei insbesondere den Pegelstand der Weser im Auge, wenn er die Wasserkraftanlage an der Pfortmühle in Hameln betritt, an dem Tag die zweite Station der Abgeordneten. Zurzeit macht er sich keine Sorgen über einen zu niedrigen Wasserstand. „Aus energetischer Sicht bin ich absolut zufrieden mit den derzeitigen Wasserverhältnissen“, so Rautmann. Über die kommenden Wochen oder Monate könne er aber noch nichts sagen, Wetter beziehungsweise Regenprognosen abzugeben sei immer ein schwieriges Thema, das läge in der Natur der Sache, so Rautmann.

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Wolfgang Rautmann im Gespräch mit Abgeordneten. Foto: jtn

Im Sommer 2018 musste die Anlage teilweise abgestellt werden, bedingt durch die sehr niedrigen Wasserstände, die oft unter 75 Zentimeter gelegen hätten, betont Rautmann.




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