weather-image
21°

Unterhaltsamer Abend im vollbesetzten Kultourismus-Forum

Wenn Literatur Musik trifft

HESSISCH OLDENDORF. Das Kultourismus-Forum ist vollbesetzt, das Publikum rundum begeistert:: Auch die zweite Auflage des literarisch-musikalischen Abends unter dem Motto „…als die Lieder laufen lernten“ avancierte zum vollen Erfolg – nicht nur zur Freude des Veranstalters, des Culturvereins Hessisch Oldendorf e. V.

veröffentlicht am 10.02.2019 um 16:59 Uhr

Henning Brunotte, der hier mit seinem E-Piano zum Gitarrestimmen „den Ton angibt“, erweist sich als perfekte Ergänzung des Duos Michaela Jeretzky und Stefan Gliwitzki. Foto: br
Avatar2

Autor

Burkhard Reimer Reporter
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der SZ/LZ? Dann melden Sie sich hier mit Ihren SZ/LZ -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Es geht um „The Rose“. Ilka Voss, Dramaturgin am Theater Hameln, und Cornelie von Blum, Inhaberin einer Buchhandlung in der Rattenfängerstadt, berichten über die Entstehung des Erfolgssongs von Bette Middler und erwähnen dabei, dass es auch diverse deutschsprachige Versionen davon gibt. „Na, Michaela“, fragt Cornelie von Blum, „wie wär‘s“? Aber Michaela Jeretzky verzieht nur das Gesicht zur Grimasse und winkt ab. Und als Ilka Voss dann lockend verkündet, „sogar Helene Fischer hat das gesungen“, begehrt Michaela vollends auf: „Ich will nach Hause, jetzt, sofort!“

Die Sängerin, die gemeinsam mit Stefan Gliwitzki (Gesang und Gitarre) sowie Henning Brunotte (E-Piano) den musikalischen Teil des Abends gestaltet, darf dann doch in der Originalsprache singen – zum Glück. Denn Michaela Jeretzky verfügt über eine wunderbare Stimme und interpretiert den Titel aus dem Film über das Leben von Janis Joplin so kraftvoll und dennoch einfühlsam, dass das Publikum im Kultourismus-Forum hellauf begeistert ist und sich mit tosendem Applaus bedankt.

Es ist bereits das zweite Mal, dass Cornelie von Blum und Ilka Voss auf Einladung des Culturvereins Hessisch Oldendorf e. V. gemeinsam mit Michaela Jeretzky und Stefan Gliwitzki einen literarisch-musikalischen Abend unter dem Motto „…als die Lieder laufen lernten“ gestalten.

In charmantem Plauderton vermitteln Ilka Voss (links) und Cornelie von Blum dem Publikum im ausverkauften Cultourismus-Forum in Hessisch Oldendorf ihre profunden Kenntnisse über bekannte Pop-Interpreten und deren Songs. Foto: br

Neu dabei ist am Freitagabend Henning Brunotte am E-Piano, der sich als echte Bereicherung erweist, wenngleich die Sängerin, die zwischendurch auch mal die Melodica spielt und ihr Partner auch allein schon ein Hochgenuss wären. Was die Drei auszeichnet, ist die Fähigkeit, die – durchweg schon etwas betagteren – Hits, die von den beiden Sprecherinnen vorgestellt werden, so überzeugend wiederzugeben. Überzeugend nicht allein dank ihrer überragenden Musikalität, sondern vor allem, weil sie weder krampfhaft versuchen, den Songs „ihren eigenen Stempel“ aufzudrücken, noch bemüht wirken, die Originalinterpreten zu imitieren – obwohl sie ihnen das eine oder andere Mal, so zum Beispiel Stefan Gliwitzki mit „Martha“ von Tom Waits, verblüffend nahekommen.

Und dann sind da eben noch die beiden Damen am Stehtisch, die Geschichten von den Künstlerinnen und Künstlern und ihren Liedern erzählen und dabei ein profundes Wissen unter Beweis stellen. Sie machen das im überaus charmanten Plauderton und scheuen sich keineswegs, dabei auch etwas von sich selbst preiszugeben. Da seufzt, als es um „Morning Has Broken“ geht, Cornelie von Blum: „Ach ja, ich hatte sie alle, alle Cat-Stevens-Platten.“

Und Ilka zögert nicht einzustimmen. „Ich auch! Kerze an und dann ging‘s los!“ Los ging‘s dann tatsächlich, aber eben nicht mit Yusuf Islam, wie Cat Stevens sich seit 1978 nennt, sondern mit dem Trio Jeletzky-Gliwitzki-Brunotte, das auch diese Aufgabe erfrischend ungekünstelt und deshalb umso überzeugender bewältigt. Es ist ein Abend des perfekten Zusammenspiels von Wort und Musik, und das Publikum ist rundum begeistert. Sollte es, was höchst wünschenswert wäre, einmal eine dritte Auflage von „...als die Lieder laufen lernten“ geben, so darf Culturvereinsvorsitzende Barbara Jahn-Detering heute schon sicher sein, dass auch diese wieder in einem ausverkauften Haus stattfinden wird.




Anzeige
Anzeige
Anzeige
Kommentare