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Geschenke für Bedürftige

Wünsche kommen an den Weihnachtsbaum

HESSISCH OLDENDORF. Geschenke und Konsum – das ist für Weihnachten sicherlich ebenso kennzeichnend wie Besinnlichkeit und Beisammensein. Für viele Bedürftige, bei denen das Geld schon kaum zum Leben reicht, sind aber selbst kleine Geschenke häufig nicht bezahlbar. Deswegen organisiert die Stadt zum zweiten Mal eine Wunsch-Weihnachtsbaum-Aktion, die zu Weihnachten etwas Freude bereiten soll. Von manchen Wünschen ist Organisatorin Stephanie Wagener ziemlich beeindruckt.

veröffentlicht am 28.11.2018 um 17:08 Uhr
aktualisiert am 28.11.2018 um 20:50 Uhr

Am 29. November wird der Weihnachtsbaum in der Sparkasse mit Wunsch-Karten behängt. Foto: dana
Jens Spickermann

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Die Gleichstellungsbeauftragte ist verantwortlich für die Aktion, bei der bedürftige Hessisch Oldendorfer von Mitbürgern beschenkt werden können. Nicht selten handele es sich bei den Wünschen um Alltagsbedarf wie Schüsseln und Töpfe, eine Winterjacke und sogar Kaffee – Produkte, die die meisten Menschen als selbstverständlich und nicht als Luxus empfinden, erzählt Wagener. Bei manchen scheint die Not also recht groß zu sein – die Geschenke-Spenden im Wert von bis zu 30 Euro können die Bedürftigen somit gut gebrauchen. Natürlich seien aber auch typische Kinderwünsche wie Fußbälle und Spielzeuge mit dabei, sagt Wagener.

Die Anzahl der Interessenten, die sich meldeten, überstieg schon im letzten Jahr die Menge der zur Verfügung stehenden Wunsch-Karten. Dieses Mal hat Wagener deshalb 95 Wunsch-Karten herausgegeben, obwohl es ursprünglich nur 70 sein sollten. Trotzdem musste sie letztendlich Bedürftige abweisen. Auf keinen Fall wolle sie nämlich, dass am Ende einzelne Wünsche am Baum hängen bleiben und nicht erfüllt werden. Dann wäre die Enttäuschung wohl besonders groß, sagt sie.

Im Unterschied zum letzten Jahr hat Wagener dieses Mal auch gezielt Seniorenheime angesprochen. Einige der Bewohner leben nämlich von Sozialhilfe, manche haben auch keine Angehörigen, von denen sie Geschenke bekommen könnten. Drei Hessisch Oldendorfer Altenheime durften deshalb jeweils fünf Senioren auswählen, die mit Geschenken bedacht werden sollen. Typische Wünsche der Älteren seien recht bescheiden, sagt Wagener. Zum Beispiel Pflegeprodukte wie Nivea-Creme seien darunter. Das Traditionsprodukt kennen viele Ältere noch von früher, im Altenheim würden sie die aber nicht ohne weiteres bekommen. Ebenso wichtig wie die Geschenke sei für einsame Pflegebedürftige aber auch der soziale Kontakt: „Es geht auch um soziale Wärme.“ Deshalb hat Wagener den Seniorenbeirat mit ins Boot geholt und vereinbart, dass die Geschenkübergabe mit einem Besuch verbunden wird. Alle Empfänger, die nicht im Heim wohnen, erhalten ihre Geschenke aber unter Ausschluss der Öffentlichkeit bei einer kleinen Feier am 14. Dezember.

Und so funktioniert es: Bedürftige Personen, unterschiedlich in Alter und Herkunft, haben bei Wagener im Büro ihren Wunsch auf eine Karte geschrieben. Alle Karten werden am 29. November, an den Weihnachtsbaum in der Sparkassen-Filiale gehängt. Namen sind darauf nicht zu lesen. Die Empfänger werden anonymisiert und anhand einer Nummer zugeordnet. Jeder Bürger, der einen Wunsch erfüllen möchte, kann sich eine der Karten mitnehmen, das Geschenk besorgen und es spätestens bis zum 12. Dezember bei Stephanie Wagener persönlich oder im Bürgerbüro abgeben.

Neu ist die Idee mit dem Wunsch-Weihnachtsbaum zwar nicht – in anderen Städten gibt es so etwas schon länger. In den vergangenen Jahren sei von Bürgern immer wieder der Wunsch geäußert worden, so einen Wunsch-Weihnachtsbaum auch in Hessisch Oldendorf aufzustellen, nachdem sie die Aktion woanders kennengelernt haben, erklärt Wagener.




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