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Gisela Mewes plant zwei Werke

Würfel und Pyramide: Zwei neue Großskulpturen für den Park

HESSISCH OLDENDORF. Gisela Mewes ist eine bundesweit hochgelobte Künstlerin, die seit der Einweihung des Skulpturenparks unweit des Bahnhofs gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten, dem Architekten Werner Braun, auch in der Kernstadt ein weithin sichtbares künstlerisches Zeichen gesetzt hat.

veröffentlicht am 06.01.2019 um 14:58 Uhr

Das Geheimnis der Pyramide: Die Künstlerin aus Hessisch Oldendorf versucht, ihm nach und nach auf die Spur zu kommen. Foto: boh
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Autor

Stefan Bohrer Reporter
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Und dabei bleibt es nicht: „Gebaut und gearbeitet wird immer“, sagt der Architekt. Augenblicklich beschäftigt sich Mewes mit zwei Großskulpturformen – dem Würfel und der Pyramide. „Von allen Bauten der Welt gelten Pyramiden als die geheimnisvollsten“, erklärt sie. Was jedoch ist das Geheimnis? Die besondere Gestaltungsform wurde in allen Kulturen weltweit verwendet. Die Maya und Azteken bauten ebenso Pyramiden wie die alten Ägypter. Nachweislich gab es jedoch zwischen den Kulturen keinerlei Austausch, was das Ganze noch bemerkenswerter macht. Allein die ägyptischen Pyramiden liefern Geheimnisse genug, um damit Bibliotheken zu füllen. Die ältesten Legenden rund um die Pyramiden in Gizeh sind über 2500 Jahre alt und verknüpfen bereits die Planung der Cheops-Pyramide mit magischen Geschichten. Beim Bau dieser Pyramide war der Kompass noch nicht erfunden, trotzdem ist sie exakt nach Norden ausgerichtet. Auch das Größenverhältnis ist bis ins Detail genauestens berechnet: Das Verhältnis von Höhe zur Basislänge beträgt „2 durch Pi“. Somit müssen die alten Ägypter die Zahl Pi bereits gekannt haben. Nicht minder interessant und garantiert einer wissenschaftlichen Erforschung noch bedürftig, sind die angeblichen Heilungsmythen, die man Pyramiden zuschreibt. Die schreibt man auch dem Würfel zu. Wen wundert es also, dass sich Gisela Mewes mit diesen beiden Formen auseinandersetzt? Sie faszinieren vor allem der Symbolismus und die mystische Kraft beider Körperformen. „Ich hatte vor einigen Wochen den Gedanken, dass der Teich im Skulpturenpark eine weitere Schwimmskulptur erhalten sollte“, erzählt sie. Ein Würfel sollte es sein. „Das Glück, das man beim Würfeln haben kann, soll damit sinnbildlich hier vor Ort umgesetzt werden.“ Drei Würfel in den Farben blau, gelb und rot sind geplant. „Was allerdings macht eigentlich einen Würfel aus?“, fragte sich die Künstlerin und fand für sich die Antwort: „Eigentlich ist es eine Kugel, der man sechs Segmente abschneidet.“ Die abgerundeten Kanten eines Würfels brechen zudem das Statische und das Gefestigte auf, geben ihm aber auch eine entsprechende Unveränderlichkeit, die in sich selbst ruht. Mystik und religiöse Verehrung umgibt die Würfelform seit jeher: Bekanntestes Beispiel ist die Kaaba in Mekka. Wer andererseits einen Faltform für einen Würfel erstellen will, erhält immer eine Kreuzform.

Beide Formen – Würfel und Pyramide – reizen zur Auseinandersetzung und den Betrachter zum Anfassen. Und genau dafür steht ja lauch das Lebenswerk der Künstlerin: Der Skulpturenpark lädt nicht nur zum Verweilen und Betrachten ein, sondern vor allem zum Berühren.




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