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Federzinken bringen die schlechtesten Feldwege Deutschlands in Form

Üble Pisten – neueste Technik

OBERNKIRCHEN. Deutschlands schlechteste Feldwege liegen in Obernkirchen – ganz besonders wüste Schotterpisten gibt es an der Straße Auf der Papenburg, am Knicksborn in Krainhagen sowie zwischen Kolpingstraße und dem sogenannten Hundeplatz. Was die Stadt nicht freut, hat ihr wenigstens einen Vorteil eingebracht. Sie darf ein Spezialgerät testen, mit dem sie Schotterpisten schnell und kostengünstig reparieren kann.

veröffentlicht am 23.11.2018 um 16:33 Uhr

Matthias Konczak stellt den Federzinken-Egalisierer ein. Gezogen wird das Spezialgerät von einem Kommunalschlepper. Schon im Frühjahr des nächsten Jahres soll der Bauhof der Stadt Obernkirchen mit einem eigenen Anbaugerät die schlechten Feld- und Wan
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Leonhard Behmann Volontär zur Autorenseite
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OBERNKIRCHEN. 29 Kilometer Feld- und Wanderwege muss die Stadt Obernkirchen pflegen. Das Problem: Sie wachsen schnell zu und verwandeln sich bei Regen in Schlammpisten. Bisher müssen die Wege aufwendig saniert werden. Mit Baggern werden die Wege zunächst ausgekoffert und danach mit neuem Mineralgemisch verfüllt. Die Arbeiten sind kostenintensiv – sie wurden bisher an Fremdfirmen vergeben. Das soll sich jetzt ändern. Der Bauhof erhält für die Pflege der Schotterwege ein spezielles Anbaugerät. Es handelt sich um einen sogenannten Federzinken-Egalisierer.

„Damit kann unser Bauhof in Zukunft die Wege selbst und deutlich günstiger sanieren“, freut sich Bürgermeister Oliver Schäfer. Das Spezialfahrzeug mit Anbaugerät könne ein Bauhofmitarbeiter allein fahren. „Wir brauchen also nur noch einen Arbeiter, anstatt drei oder mehr“, sagt Schäfer.

Derzeit befindet sich das Anbaugerät noch in der Probephase. Die Stadt hatte bei einem Wettbewerb der Firma Holder teilgenommen. „Wir haben den schlechtesten Wirtschaftsweg Deutschlands gesucht“, sagt Bastian Mengkowski von der Firma Holder. Bürgermeister Schäfer schlug vor, dass Fotos von drei Wegen aus Obernkirchen eingeschickt werden. „Mit dem Wettbewerb wollten wir Kommunen individuelle Lösungen für ihre Probleme aufzeigen“, sagt Mengkowski. Obernkirchen gewann bei dem Wettbewerb mit den schlechtesten Feldwegen Deutschlands. Deshalb lässt die Firma Holder den Bauhof das Gerät eine bestimmte Zeit lang testen.

Foto: leo
  • Foto: leo

„Schon innerhalb der letzten Wochen konnten mehr Wege saniert werden, als sonst durch Fremdfirmen in einem Jahr“, sagt Christiane Matthaei von Bauamt. Gemeinsam mit dem stellvertretenden Bauhofleiter Matthias Konczak hat sie eine Liste erarbeitet, welche Wege Priorität haben. Matthaei ist schon jetzt von dem Federzinken-Egalisierer überzeugt. Die Sanierung eines 350 Meter langen Feldweges sei in der Vergangenheit oftmals mit 16000 Euro zu Buche geschlagen. „So viel kostet auch das Spezialgerät“, sagt Mengkowski. Auch Schäfer ist sich sicher, dass sich die Kosten für das Anbaugerät schnell amortisieren werden.

Der Federzinken-Egalisierer besteht – wie der Name schon sagt – aus Zinken aus Federstahl, die durch Vibration den Boden auflockern. „Die Vibration entsteht bei einer Fahrgeschwindigkeit von 10 bis 12 Stundenkilometern“, erklärt Mengkowski. Hinter den Zinken ist ein sogenanntes Unterschneidemesser angebracht. Es hebt die Decksicht wenige Zentimeter an und kann so auch Unkraut entwurzeln. Eine Walze und eine nachlaufende Bürste glätten anschließend die Oberfläche wieder. „Die Maschine kann sogar kleine Schlaglöcher entfernen – ohne, dass man zusätzlichen Schotter mit einem Lastwagen zur Baustelle bringen muss“, freut sich Konczak.

Das Auflockern des Weges sei nötig, erklärt der stellvertretende Bauhofleiter. Denn: „Wenn die Oberfläche verdichtet ist und der Weg Furchen hat, läuft das Wasser nicht ab.“ Gleichzeitig sorgt der Federzinken-Egalisierer dafür, dass Unkraut beseitigt wird und der Weg nicht zuwächst. Mit dem Egalisierer können aber auch Laufbahnen von Sportplätzen bearbeitet, Erde planiert und Rasenflächen belüftet werden, erklärt Konczak.

Bürgermeister Schäfer ist zuversichtlich, dass das Anbaugerät bereits bis zum Frühjahr angeschafft wird. „Das Gerät hat uns überzeugt. Es soll schnell zum Einsatz kommen“, sagt Schäfer.




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