weather-image
23°

Kita Elim benötigt mehr Räume

Abstimmung im Ortsrat muss wiederholt werden

VEHLEN. Aus dem Plan der kirchlichen Kindertagesstätte Elim, zusätzlich zu den bereits belegten Räumlichkeiten im Dorfgemeinschaftshaus eine dort leerstehende Wohnung zu nutzen, ist vorerst nichts geworden. Der Ortsrat hat diesem Wunsch eine Absage erteilt. Doch die Abstimmung muss wiederholt werden.

veröffentlicht am 08.06.2019 um 00:00 Uhr

Im Juli wird sich der Vehlener Ortsrat noch einmal mit der Frage befassen, was mit der im Dorfgemeinschaftshaus leerstehenden Wohnung passieren soll. Foto: wk
Michael_Werk

Autor

Michael Werk Reporter zur Autorenseite
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der SZ/LZ? Dann melden Sie sich hier mit Ihren SZ/LZ -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Vier Ratsmitglieder hatten im nicht-öffentlichen Teil der Versammlung dafür votiert, die kommunale Mehrzimmer-Wohnung auf dem freien Markt zu vermieten, um so Mieterträge zu erzielen, zwei Ratsmitglieder hatten sich der Stimme enthalten. Das berichtet Helmut Züchner, der Kämmerer der Stadt Oberkirchen, auf Anfrage dieser Zeitung.

Das Problem, das zu dieser Entscheidung geführt hat, erklärt der Verwaltungsmitarbeiter so: Würde die Kindertagesstätte die Wohnung von der Stadt anmieten, müsste die Stadt der Kindertagesstätte Elim einen Betriebskostenzuschuss in Höhe eben dieser Miete zahlen, wenn die Miete für die Wohnung als Betriebskosten anerkannt werden würde. „Von daher also wäre es ein Nullsummen-Spiel“, betont Züchner. Die Stadt Obernkirchen erhält ihm zufolge nämlich lediglich auf die für den Betrieb der Kindertagesstätten anfallenden Personalkosten staatliche Zuschüsse vom Land Niedersachsen, nicht jedoch auf Sachkosten.

„Personalkosten sind nur Löhne, Gehälter und Sozialabgaben“, ergänzt der Kämmerer. Selbst wenn die Wohnung als Personalraum der Kindertagesstätte genutzt werden würde, wären die dafür zu zahlenden Mietbeträge trotzdem Sachkosten.

Und noch ein paar monetäre Informationen zur Kindertagesstätte Elim der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Vehlen: „Die Kirche erhält die betriebsnotwendigen Räume kostenfrei zur Verfügung gestellt“, berichtet Züchner. Zudem bezuschusse die Stadt Obernkirchen den Betrieb der Kindertagesstätte.

Zu den jährlichen Gesamtkosten für den Betrieb der Kindertagesstätte wollte der Kämmerer allerdings keine Auskunft geben, da es sich ihm nach um eine Angabe aus einem entsprechenden Haushaltsplan der Kirchengemeinde handelt. Nur so viel gab er - bezogen auf das Haushaltsjahr 2018 - preis: Hinsichtlich der in den Gesamtbetriebskosten enthaltenen Personalkosten hat die Stadt Obernkirchen den bereits erwähnten Personalkosten-Zuschuss vom Land Niedersachsen erhalten. Nach Abzug desselben musste die Stadt im vergangenen Haushaltsjahr letztlich „netto 260000 Euro“ für die Kindertagesstätte aufwenden, während die Kirche von den Gesamtbetriebskosten deren - mit der Stadt vertraglich vereinbarten - jährlichen Kostenanteil in Höhe von 39000 Euro getragen hat.

Betreut werden in der Kindertagesstätte Elim laut Züchner derzeit eine Vormittagsgruppe mit 22 Kindern im Alter von drei bis sechs Jahre, eine Ganztagsgruppe mit 22 Kindern gleichen Alters und eine Krippengruppe mit 15 Kindern im Alter bis zu drei Jahre.

Eine zweite Chance hinsichtlich der leerstehenden Wohnung gibt es aber vielleicht noch für die Kindertagesstätte Elim. Denn bei der Ratssitzung ist dem Ortsrat laut Züchner ein formaler Fehler unterlaufen.

Angesetzt war die Beratung über die zukünftige Nutzung der im Dorfgemeinschaftshaus gelegenen Wohnung demnach im öffentlichen Teil der Veranstaltung. Doch vor der Beschlussfassung wurde spontan eine nicht-öffentliche Besichtigung der leerstehenden Wohnung eingeschoben, im Anschluss derer auch gleich nicht-öffentlich über die Frage der Vermietung abgestimmt wurde. Diese Abstimmung hätte der Tagesordnung nach stattdessen aber im öffentlichen Teil der Sitzung stattfinden müssen.

Aus diesem Grund soll das Thema nach Auskunft des Kämmerers in einer für die erste Woche im Juli anberaumten Ratssitzung noch einmal behandelt werden - dann im öffentlichen Teil.

Von Jonathan Buchmann, dem Leiter der Kindertagesstätte Elim, war zu diesem Thema zu erfahren, dass seitens der Kindertagesstätte ein Bedarf für die ganze Wohnung bestehe. Einrichten wolle man darin einen Pausenraum für die Mitarbeiter und einen Raum zur Vorbereitung der Dienste, außerdem einen Besprechungsraum sowie einen Raum für die Frühförderung von Kindern beziehungsweise für Kleingruppen.

Der zusätzliche Raumbedarf ist nach Auskunft von Buchmann entstanden, weil in der Kindertagesstätte mittlerweile mehr Kinder betreut werden und somit auch mehr Personal beschäftigt wird.




Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Kommentare