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Stiftsstollen, IGS-Stand, Schäferwagen, Würzwein

Adventlicher Markt und Basar: Bescheiden schön

OBERNKIRCHEN. Weil altehrwürdige Gemäuer sich über jede Hilfe freuen, steht Beate Josten im Stift und verkauft CDs und Marmelade und vor allem Stollen – Stiftsstollen, um genau zu sein. Die Idee kam ihr beim Weihnachtszauber in Bückeburg, wo Schlossstollen angeboten wurde. Das können wir auch, und zwar leckerer, habe sie sich gedacht, und weil der Stollen nicht im fernen Großhandel produziert wird, sondern beim Bäcker Achter um die Ecke, ist der Kuchen aus schwerem Hefefeinteig auch kulinarisch ein wahrer Genuss. Der Erlös wird dem Förderkreis des Stiftes gespendet.

veröffentlicht am 02.12.2018 um 17:22 Uhr
aktualisiert am 02.12.2018 um 23:10 Uhr

Dicht an dicht schieben sich die Besucher des Adventsbasars durch die engen Stiftsgänge.
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Frank Westermann Redakteur zur Autorenseite
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OBERNKIRCHEN. Weil altehrwürdige Gemäuer sich über jede Hilfe freuen, steht Beate Josten im Stift und verkauft CDs, Marmelade und vor allem Stollen – Stiftsstollen, um genau zu sein. Die Idee kam ihr beim Weihnachtszauber in Bückeburg, wo Schlossstollen angeboten wurde. Das können wir auch, und zwar leckerer, habe sie sich gedacht. Und weil der Stollen nicht im fernen Großhandel produziert wird, sondern beim Bäcker Achter um die Ecke, ist der Kuchen aus schwerem Hefefeinteig auch kulinarisch ein wahrer Genuss. Der Erlös wird dem Förderkreis des Stiftes gespendet.

Sehr viel Arbeit hat der fünfte Jahrgang der IGS in seinen Stand auf dem Kirchplatz investiert. Es wurde vorher gebacken, Muffins werden angeboten, kleine Törtchen mit Himbeeren- oder Zitronengeschmack, es gibt gebastelte Christbaumanhänger und Weihnachtskarten. Der Überschuss, erklärt Leila Hasanaj, werde entweder für notwendige Anschaffungen genutzt oder gespendet, das entscheide dann die Mehrheit der Schüler.

Mit einem Schäferwagen ist Manuela Schneider aus Krainhagen angereist, „wir haben uns die ganze Welt anguckt, jetzt bereisen wir den Landkreis“, sagt sie lachend und bittet herein. Bei launischen Temperaturen und leichtem Nieselregen folgt man der Aufforderung gern, denn innen ist es wohlig warm, der Ofen verfügt sogar über eine Herdplatte. Das ist ein sogenannter Schäferwagen, erklärt Manuela Schneider, der von einem Porsche-Trecker gezogen wird. Auf dem Adventsmarkt bietet sie Basteln für die Kleinen sowie Kleinigkeiten aus der heimischen Töpferwerkstatt an. Aber die meisten Fragen gelten doch dem Schäferwagen.

Erst hinaus in die Welt, dann mit dem Schäferwagen durch den Landkreis: Manuela Schneider aus Krainhagen.
  • Erst hinaus in die Welt, dann mit dem Schäferwagen durch den Landkreis: Manuela Schneider aus Krainhagen.
Die Bläser aus Sülbeck spielen und singen Weihnachtslieder in einer gut besuchten Stiftskirche.
  • Die Bläser aus Sülbeck spielen und singen Weihnachtslieder in einer gut besuchten Stiftskirche.
Louis Noel Vohr, Moritz Wulf, Florian Rotarius und Leila Hasanaj verkaufen für den fünften Jahrgang der IGS. Fotos: rnk
  • Louis Noel Vohr, Moritz Wulf, Florian Rotarius und Leila Hasanaj verkaufen für den fünften Jahrgang der IGS. Fotos: rnk

Auch der Adventsmarkt in der Bergstadt litt gestern unter dem eher schlechtem Wetter, „bescheiden-schön“ nannte es ein Besucher recht treffend. Am Nachmittag wurde nur wenig Besuch verzeichnet, aber wie gewohnt änderte sich dies zum Abend, auf einem Adventsmarkt wird es bekanntlich erst richtig gemütlich, wenn die Dämmerung aufsteigt. Das stimmungsvolle Ambiente lockt. Wäre es dann nicht besser, wenn der Markt später beginnen und sich in den Abend hineinziehen würde? Nun ja, sagt Stadtkoordinatorin Dörte Worm-Kressin, die den Adventsmarkt mit dem Verein für Wirtschaftsförderung organisiert hat, viele Ehrenamtliche an und hinter den Ständen müssten am nächsten Tag zur Arbeit. Der Abbau koste eben auch Zeit.

Wer neben seinen Produkten also noch ein Dach anbieten kann, ist an diesem Sonntag naturgemäß im Vorteil. Im Stift selbst ist es voll wie eh und je, dicht an dicht schieben sich die Besucher des Adventsbasars durch die engen Stiftsgänge.

In der Kirche freuen sich die Bläser aus Sülbeck bei ihrem Konzert mit weihnachtlichen Liedern über ein richtig gut gefülltes Gotteshaus, und in der Apotheke hat Sybille Schlusche ein glattes Heimspiel. „Conditum Paradoxum“ heißt der römische Würzwein, den sie hier mixt und anbietet. Es ist eine Tradition, denn damals, als die Idee des Adventmarktes entstand, wollte sie nicht den 150. Glühwein anbieten, sondern etwas anderes, etwas Neues. Den Wein hatte sie erstmals in Xanten probiert und für gut befunden, weil er gut von innen wärmt. Das Rezept fand sich im Internet, und seither gibt es „Conditum Paradoxum“ im Museum: Honig wird mit Wein eingekocht, dazu kommen jede Menge Gewürze.




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