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CDU will ehemaliges Bauamt anders nutzen und Dokumente digitalisieren

Akten raus – Obdachlose rein

OBERNKIRCHEN. Wenn es nach der CDU in Obernkirchen geht, dann soll im Rathaus der Bergstadt so schnell wie möglich die Digitalisierung einziehen. Die Stadt plant derzeit, die zu archivierenden und bereits archivierten Papierakten in den ehemals durch das Bauamt genutzten Räumen zu lagern. Die CDU will die Dokumente digitalisieren und hat schon eine Idee, wie man das ehemalige Bauamt anders nutzen könnte.

veröffentlicht am 24.01.2019 um 17:48 Uhr
aktualisiert am 24.01.2019 um 23:20 Uhr

Archivierte Dokumente und Akten sollen nach dem Willen der Obernkirchener CDU digitalisiert werden. Foto: Pixabay
Leonhard Behmann

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Wenn es nach der CDU in Obernkirchen geht, dann soll im Rathaus der Bergstadt so schnell wie möglich die Digitalisierung einziehen. Die Stadt plant derzeit, die zu archivierenden und bereits archivierten Papierakten in den ehemals durch das Bauamt genutzten Räumen zu lagern.

„Uns stellt sich die Frage, warum diese Papierakten nicht digital archiviert werden“, sagt CDU-Ratsfrau Sylvia Brassat. In vielen Bauämtern werde hauptsächlich oder unterstützend mit elektronischen Akten gearbeitet. „Das gilt seit Längerem auch schon für das Bauamt unseres Landkreises. Warum also nicht auch in Obernkirchen?“, fragt Brassat. „Wir denken, dass es keineswegs mehr zeitgemäß ist, Akten in zum Teil eigens dafür angemieteten Räumen zu archivieren. Es kann doch nicht sein, dass Mitarbeiter des Bauamtes erst längere Zeit im Archiv nach Akten suchen müssen“, bringt CDU-Politiker Dirk Rodenbeck es im Gespräch mit dieser Zeitung auf den Punkt.

Derzeit lagert die Stadt ihre Akten bei einem externen Dienstleister. Wenn das Bauamt eine Akte benötigt, dann fährt der Dienstleister sie nach Obernkirchen. Das passiert innerhalb von 24 Stunden, heißt es. An dieser Stelle ließe sich durch die Digitalisierung viel Geld einsparen, ist Rodenbeck überzeugt. „Die Firma müsste nicht mehr für das Einlagern bezahlt werden.“ Das sei gerade für eine verschuldete Stadt mit einem nicht ausgeglichenen Haushalt sehr wichtig. „Mit der digitalen Akte wird es für die Stadt nachhaltig günstiger“, ist Rodenbeck überzeugt. Wenn es nach der CDU geht, könnte es nach einem Kostenvoranschlag sofort mit der Digitalisierung losgehen. Dafür habe sich im Rat aber keine Mehrheit abgezeichnet. „Die SPD war dagegen“, sagt Rodenbeck.

Auch Bürgermeister Oliver Schäfer ist von dem Ratsantrag noch nicht überzeugt. Zwar steht er der Digitalisierung nicht grundsätzlich kritisch gegenüber. Aber: „So etwas lässt sich nicht von heute auf morgen umsetzen und ist sehr kostenintensiv.“ Für die Digitalisierung rechnet Schäfer mit Kosten in Höhe von einer Viertelmillion Euro. „Das kann man nicht mal eben aus der Portokasse zahlen“, sagt Schäfer.

Der stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende Rodenbeck hält dagegen: „Ich glaube nicht, dass es so viel kosten wird. Kurzfristig werden sich die Kosten zudem rechnen.“ Wichtig sei es, sich jetzt mit dem Thema zu beschäftigen und sich einen Vorschlag von einer Firma für die Archivierung einzuholen. 10 000 Euro hat der Stadtrat schon bereitgestellt, um feststellen zu lassen, was eine solche digitale Archivierung kostet. „Ein Rechenzentrum soll auch herausfinden, wie viele Arbeitskräfte und welche EDV-Technik benötigt wird“, sagt Schäfer. Der Bürgermeister sieht aber noch ein weiteres Problem. „Viele Behörden akzeptieren keine digitalen Akten und wollen die Dokumente in Papierform bekommen.“

Für die Verwendung der dann ungenutzten ehemaligen Räume des Bauamtes hat die CDU schon eine Idee. „In den Räumen könnten dann Obdachlose untergebracht werden“, sagt Brassat. Schließlich plane die Stadt derzeit eine neue Notunterkunft am Schwarzen Weg als Ersatz für die bisherige Unterkunft an der Stoevesandtstraße. Am Schwarzen Weg sollen sechs Wohncontainer dafür aufgestellt werden. „Wenn man die ehemaligen Räume des Bauamtes für die Unterbringung von Obdachlosen nutzt, spart das Geld für teure Container“, sagt Brassat.




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